Phalaenopsis, Schmetterlingsorchidee

Die Phalaenopsis ist eine der Spitzenreiter unter den Zimmerpflanzen und die beliebteste aller Orchideen. Die formschönen und blütenreichen Pflanzen gibt es unzähligen Farbvariationen. Auch wenn Orchideen häufig als kleine Diven verschrien sind, toleriert die Phalaenopsis kleinere Pflegefehler, sodass sich an ihnen auch Einsteiger probieren können. Bei entsprechender Pflege beeindrucken sie viele Wochen im Jahr mit ihrer atemberaubenden Blütenpracht.

Steckbrief

  • Familie: Orchidaceae
  • Gattung: Phalaenopsis
  • Deutsche Namen: Schmetterlingsorchidee, Nachtfalterorchidee, Malaienblume
  • Herkunft: Philippinen, indonesische Inseln
  • Wuchshöhe: 10 – 110 cm
  • Blatt: dunkelgrün, glänzend, lederartig
  • Blüte: locker traubig oder rispig, aufrecht, bogig überhängend oder hängend
  • Blütenfarbe: weiß, rosa, violett, pink, gestreift, oder gefleckt

Die auch als Schmetterlingsorchidee bekannte Phalaenopsis kommt ursprünglich aus den tropischen Regenwäldern der Philippinen und Indonesiens, wobei ihr Verbreitungsgebiet auch Taiwan, Südchina  und Malaysia umfasst. Hier wächst sie als sogenannte Aufsitzerpflanze (Epiphyt) auf den Bäumen, denn Sonnenstrahlen können nur schwer das dichte Blätterdach des Regenwaldes durchdringen.

Phalaenopsis, Schmetterlingorchidee - die beliebteste aller Orchideen

Es gibt unzählige großblumige Hybriden und reine Arten, die besonders bei Sammlern begehrt sind. Zwischen Oktober und Juli ist Hauptblütezeit, dann schieben sich die farbenprächtigen und formschönen Blütenstände ein- oder mehrtriebig aus der Blattachsel.

Pflege

An ihrem natürlichen Standort wächst die Phalaenopsis in feuchtwarmer Umgebung bei Temperaturen tagsüber von 25 – 35 Grad und nachts von 15 – 25 Grad, wobei einige Sorten der Schmetterlingsorchidee wie z. B. Phalaenopsis lobbii auch bei kühleren Temperaturen, die im Winter bis auf ca. 5 Grad abfallen können, gedeihen.

Aufgrund der hohen Niederschlagsmengen ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch. Um Wasser aus den teils heftigen aber kurzen Regengüssen aufnehmen zu können, nutzen die Orchidee ihre Blätter und Stängel. Für eine erfolgreiche Zimmerhaltung sollten eben diese Bedingungen so naturnah wie möglich nachgeahmt werden.

Standort

Die Nachtfalterorchidee ist der Klassiker unter den Orchideen. Optimale Standortbedingungen findet sie an halbschattigen bis hellen Standorten ohne direkte Sonneneinstrahlung. Das kann ein Platz in einem Nord- oder Ostfenster sein mit Sonne am Morgen oder am Nachmittag bzw. Abend. Bei einem Platz im Südfenster ist von Anfang April bis Oktober eine Beschattung der Orchidee empfehlenswert.

Die Umgebungsluft sollte jederzeit gut zirkulieren können, wobei Zugluft unbedingt zu vermeiden ist. Auch trockene Heizungsluft ist ungünstig. Die Temperaturen sollten sich tagsüber in einem Bereich ab 20 Grad bewegen und nachts nicht unter 15 Grad fallen. Werden sie deutlich unter- oder überschritten, führt das bei Schmetterlingsorchideen zu Hitze- oder Kältestress, was sich in gelb verfärbten und welkenden Blättern äußert.

Häufig wird empfohlen, die Orchideen den Sommer über ins Freie zu stellen. Das sollte man aber tunlichst vermeiden und sie lieber auf der warmen Fensterbank stehen lassen. Häufige Standortwechsel sollten ohnehin unterbleiben, ganz besonders wenn sich Knospen gebildet haben oder die Orchidee bereits blüht. Dennoch kann man die Blühdauer künstlich verlängern, wenn man sie etwas kühler, sobald sie die ersten Blüten öffnet. Allerdings sollten auch hier die Temperaturen nicht unter 15 Grad fallen.

Substrat

Da diese Orchideen ursprünglich auf Bäumen wachsen, sind sie einen festen Stand im Boden nicht gewohnt, weshalb normale Blumenerde völlig ungeeignet ist. Ihrer Natur am nächsten kommt dagegen ein grob strukturiertes Substrat. Das gewährleistet eine gute Belüftung. Darüber hinaus können derartige Substrate Salze aus Düngern nicht so gut aufnehmen, die den salzempfindlichen Orchideen schaden würden. Ein qualitativ hochwertiges, spezielles Orchideensubstrat erfüllt die Anforderungen dieser Orchidee in vollem Umfang.

Phalaenopsis benötigt grob strukturiertes Substrat

Gießen

Orchideen wie die Phalaenopsis bilden ausschließlich Luftwurzeln, die wie der Name schon sagt, ein luftiges Milieu benötigen. Deshalb sollte das Substrat auf keinen Fall zu feucht sein. Sie mögen weder kalte noch nasse Füße.

  • einmal wöchentlich gießen oder für 5-10 Minuten in Wasser tauchen
  • anschließend etwa 15 Minuten abtropfen lassen
  • im Sommer gegebenenfalls zweimal pro Woche tauchen
  • möglichst Regenwasser verwenden
  • regelmäßiges Einnebeln der Blätter und wurzeln täuscht Regenwald ähnliches Klima vor
  • ausschließlich tagsüber einnebeln, nachts soll die Orchidee trockenstehen

Die Wasserversorgung von Hydrokulturen ist mit einem Hydro-Tank ‚S‘ am einfachsten und unproblematischsten, denn hier befindet sich der Wassertank neben dem Kulturtopf und nicht ineinander. Ein Übergießen ist somit ausgeschlossen. Ansonsten sollte immer auf einen sehr niedrigen Wasserstand geachtet werden und die Wurzeln der Orchidee nicht direkt im Wasser stehen.

Düngen

Um Schmetterlingsorchideen in herkömmlichem Substrat mit Nährstoffen zu versorgen, bietet sich spezieller Orchideendünger an. Der ist auf die Bedürfnisse der Orchideen abgestimmt und entsprechend niedrig dosiert. Von März bis Oktober wird alle zwei Wochen gedüngt. Im Zweifel sollte man sich bei Dosierung und Häufigkeit der Düngergaben an den Angaben des Herstellers orientieren.

Für Hydrokulturen bietet sich ebenfalls spezieller Orchideendünger in Form eines Langzeitdüngers an, den man über das Gießwasser verabreicht. Der versorgt die Pflanze über Monate mit Nährstoffen und sollte maximal alle 3-5 Monate gegeben werden. Ganz gleich, welchen Dünger man verwendet, er sollte grundsätzlich immer niedrig dosiert werden. Da Orchideen allgemein sehr salzempfindlich sind, ist es ratsam, den Blähton jeweils einmal im Frühjahr und im Herbst gründlich durchzuspülen, um Salzrückstände auszuwaschen.

Schmetterlingorchidee - bekommt speziellen Orchideendünger

Schneiden

Das Schneiden beschränkt sich bei dieser Orchidee auf die Blütenstiele und die Wurzeln. Solange der Blütentrieb grün ist, wird er nicht abgeschnitten, selbst dann nicht, wenn alle Blüten bereits abgefallen sind. Häufig bilden sich aus einer der schlafenden Knospen alter Blütenstängel neue Triebe, deshalb lässt man sie stehen, bis sie komplett verwelkt sind. Grundsätzlich gilt: Alles an der Orchidee, was grün ist, bleibt stehen, alles Welke wird abgeschnitten, und zwar mit einem scharfen und bestenfalls sterilisierten Messer.

Dementsprechend werden auch nur vertrocknete, gelbe oder faulige Blätter abgeschnitten. Meist fallen sie aber von ganz allein ab. Nicht zu vergessen die Wurzeln. Bei jedem Umtopfen entfernt man angefaulte, hohle und vertrocknete Wurzelteile. Gesunde Wurzeln sollten dabei möglichst nicht verletzt werden. Passiert es dennoch, ist es ratsam, die Schnittstellen mit Holzkohlepulver zu bestäuben, um sie zu desinfizieren.

Überwintern

Nach der kräftezehrenden Blühphase legen die meisten Orchideen im Winter eine Ruhephase ein, nicht so Orchideen ohne Bulben (verdickter Teile der Sprossachse), zu denen auch die Phalaenopsis gehört. Sie wächst und bildet das ganze Jahr über Blüten, sie wird praktisch durchkultiviert.

  • dazu benötigt sie besonders im Bereich der Wurzeln ausreichend Licht
  • das erreicht man mit lichtdurchlässigen Kultur- und Übertöpfen
  • gegebenenfalls künstlicher Beleuchtung sinnvoll
  • gleichzeitige Absenkung der Temperaturen auf 5-10 Grad fördert die Blütenbildung
  • zu dunkler Standort im Winter führt zu Knospenabwurf
  • Temperaturen sollten nicht unter 5 Grad
  • übermäßiges Lüften vermeiden
  • ansonsten können Orchideen Kälteschock erleiden
  • die Folge sind schlaffe und weiche, teilweise auch durchscheinende Blätter
  • bei einer kühlen Überwinterung Wassergaben deutlich reduzieren
  • höchstens einmal monatlich düngen

Vermehren

Schmetterlingsorchideen können durch Aussaat und Kindel vermehrt werden. Eine Aussaat ist für Laien jedoch ungeeignet und sollte Züchtern überlassen werden. Wesentlich einfacher ist die Vermehrung über Kindel. Dabei unterscheidet man zwischen Stiel- und Stammkindeln.

Stielkindel

Ein Stielkindel kann sich an einem der Vegetationspunkte des Stängels bilden. Anstelle einer neuen Blütenrispe entwickeln sich dort Blätter, ein Kindel entsteht. Der beste Zeitpunkt es von der Mutterpflanze abzutrennen ist das Frühjahr, denn jetzt ist das Lichtangebot für Jungpflanzen optimal. Das Kindel sollte über mindestens 2 Blätter und drei Luftwurzeln mit einer Mindestlänge von 5 cm verfügen. Je größer das Kindel, desto größer ist die Chance das es überlebt.

Mit einem sauberen und scharfen Messer schneidet man das Pflänzchen mit einem 2-3 cm langem Stück des Blütenstieles ab, etwa 1 cm ober- oder unterhalb des Kindels. Anschließend wird es in einen lichtdurchlässigen Orchideentopf eingepflanzt. Im Gegensatz zu erwachsenen Pflanzen sollte das Substrat hier feiner sein, damit die kleine Pflanze ausreichend Halt findet.

Beim Einpflanzen den Topf mehrmals vorsichtig aufstoßen, damit sich das Substrat gut verteilt. Um dem Kindel das Anwachsen zu erleichtern, sollte jetzt die Luftfeuchtigkeit möglichst hoch sein. Das erreicht man z. B., indem man den Topf mit der Orchidee in einen mit Blähton und Wasser befüllten Untersetzer stellt und Blätter und Luftwurzeln häufig besprüht.

Stammkindel

Im Gegensatz zum Stielkindel wächst ein Stammkindel direkt aus einer Achsel des Stammes, meist unterhalb der Blätter. Sie entstehen häufig dann, wenn der Blütentrieb aus dem Herz der Pflanze wächst, sodass sie kein neues Blatt mehr bilden kann. Um aber ihr eigenes Überleben zu sichern, treibt die Orchidee ein Stammkindel aus.

Das Abtrennen eines Stammkíndels ist mit einem gewissen Risiko behaftet, da es stark mit der Mutterpflanze verbunden ist. Es sollte über ausreichend eigene Wurzeln verfügen. Wenn man dazu die Mutterorchidee austopft, kann man besser sehen, ob die Wurzeln von Mutterpflanze und Kindel  ineinander verwachsen sind. Dann versucht man, beide sehr behutsam mit einem scharfen Messer zu trennen. Anschließend die Schnittstellen direkt am Stamm desinfizieren und das Kindel einpflanzen.

Umtopfen

Etwa alle 2-3 Jahre bzw. wenn das Substrat erdig wird, sollten Nachtfalterorchideen umgetopft werden. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das Frühjahr, die Wachstumsphase hat noch nicht begonnen und in der Regel trägt sie jetzt auch keine Blüten.

Zum Umtopfen verwendet man im Idealfall  spezielle Orchideentöpfe. Die sind transparent und lassen ausreichend Licht an die Wurzeln, die so wichtiges Chlorophyll bilden können. Der neue Topf muss nicht größer sein als der alte.

  • etwa einen Tag vor dem Umtopfen die Orchidee kräftig gießen
  • so lässt sie sich leichter aus dem Topf nehmen
  • alte Erde vom Wurzelballen abschütteln
  • abgestorbene und faule Wurzelteile entfernen
  • abgestorbene Wurzeln sind hohl und schlaff
  • auch vertrocknete Blätter und Blütenstiele abschneiden
  • Luftwurzeln dabei möglichst nicht verletzen oder abbrechen
  • dann die Orchidee mit einer leichten Drehung in den neuen Topf setzen
  • mit Substrat auffüllen
  • währenddessen vorsichtig am Topf rütteln
  • so fällt das Substrat bis auf den Topfboden und hinterlässt keine großen Hohlräume
  • zur Seite abstehende Luftwurzeln können aus dem Topf herausschauen

Die Wurzeln der Orchideen dürfen auf keinen Fall zu stark in das Substrat gepresst werden und sollten nicht zu tief im Topf stehen, um Fäulnis zu vermeiden. Unmittelbar nach dem Umtopfen wird die Schmetterlingsorchidee nicht gegossen. Das Substrat wird die nächsten Tage stattdessen mittels eines Zerstäubers täglich mit Wasser besprüht. Nach etwa 2-3 Wochen kann wieder normal gegossen werden.

Phalaenopsis, Schmetterlingsorchidee auch Nachtfalterorchidee genannt

Hydrokultur

Die Phalaenopsis gehört zu den Zimmerpflanzen, die sich auch für eine Hydrokultur eignen. Da im Handel kaum Pflanzen in Hydrokultur erhältlich sind, kann man nur bestehende Pflanzen entsprechend umstellen. Am besten verwendet man dazu eine junge Pflanze, die noch nicht geblüht hat. Außerdem benötigt man Kulturtöpfe mit einer Mindesthöhe von 12 cm und Blähton der Körnung 8/16 für eine bessere Belüftung.

Zunächst nimmt man die Orchidee aus dem alten Substrat, entfernt alte Substratreste restlos, am besten mit lauwarmem Wasser. Danach die Pflanzen gut abtrocknen lassen. Nun werden abgestorbene und beschädigte Wurzelteile entfernt, ohne dabei die Wurzelspitzen bzw. Triebaugen zu verletzen.

Den Kulturtopf befüllt man 2-3 cm dick mit Blähton, platziert die Orchidee darauf und füllt mit Blähton auf. Die Orchidee darf nur so tief im Topf sitzen, dass ihre Wurzeln nicht ins Wasser reichen. Der dazugehörige Übertopf wird maximal 0,5 cm hoch mit Wasser gefüllt und der Kulturtopf hineingestellt. Bei der Verwendung eines sogenannten Hydro-Tank ‚S‘, die für Orchideen optimal sein sollen, wird kein Wasserstandsanzeiger benötigt. Gedüngt wird über das Wasser.

Schädlinge

Schmier- und Wollläuse

Weiße, watteähnliche Wachsfäden sind ein Indiz für einen Befall. Meist ist zu trockene Luft die Ursache. Zur Bekämpfung, die Pflanze isolieren und mehrmals mit einer Lösung aus Brennspiritus und Schmierseife oder einer Emulsion aus Öl, Spülmittel und Wasser abwischen.

Schildläuse

Ein Schildlausbefall zeigt sich an kleinen braunen Höckern auf Blättern und Stielen. Dieser Schildpanzer schützt die Tiere so gut, dass man hier um den Einsatz systemisch wirkender Mittel kaum herumkommt.

Pflegefehler

Gelbe, schlaffe oder durchsichtige Blätter

Ein zu kalter Standort bzw. übermäßiges Lüften im Winter kann einen Kälteschock verursachen, worauf die Orchidee mit weichen, schlaffen und teilweise durchscheinenden Blättern reagiert.

Knospenabwurf

Knospen reagieren auf Pflegefehler am empfindlichsten. Fallen sie ab, kann es an Lichtmangel, einem zu nassen Substrat oder zu kühlem Standort liegen. Steht die Orchidee in der Nähe eines Obstkorbes, kann auch ausströmendes Reifegas zu Knospenabwurf führen.

Zu viel Nässe

Besonders im Winter besteht die Gefahr, die Orchidee zu übergießen. Die Folge sind runzelige und schlaffe Blätter. Sofortiges Umtopfen in trockenes Substrat kann die Orchidee evtl. retten. Zur Vorbeugung lässt man das Substrat vor jedem Gießen komplett austrocknen.

Zu kalt oder zu warm

Auf zu kalte oder zu warme Umgebung und Zugluft kann die Orchidee mit Vertrocknen und Abwurf der Knospen noch vor dem Aufblühen reagieren. Auch aufsteigende Heizungsluft z. B. im Fensterbrett nimmt sie übel.