Üppige Blüten in den unterschiedlichsten leuchtenden Farben überziehen den großen, immergrünen Strauch – kein Wunder, dass sich der Rhododendron hierzulande so großer Beliebtheit erfreut. Die prächtige Pflanze bildet glockenförmige Blüten, die auf doldentraubigen Blütenständen angeordnet sind. Allerdings ist der Rhododendron ein anspruchsvolles Gewächs, das einige Anforderungen an den Hobbygärtner stellt. In der Pflege-Anleitung erfahren Sie, wie der Rhododendron am besten gedeiht.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
  • Gattung: Rhododendren
  • Trivialnamen: Rosenbaum, Alpenrose
  • Herkunft: Ostasien
  • Wuchshöhe: 1,5 bis 4 Meter
  • große radial angeordnete, meist immergrüne Blätter
  • Blütezeit von April oder Mai bis Juni
  • viele Blütefarben, abhängig von der Art, beispielsweise Rot, Blau, Weiß, Rosé, Lila
  • giftig

Der Rhododendron ist eines der beliebtesten Gewächse in heimischen Gärten und Parks. Sein Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt Rosenbaum. Er leitet sich von der Blütenfülle des dekorativen Buschs ab.

Da der Rhododendron eine vergleichsweise empfindliche Pflanze ist, benötigt er viel Aufmerksamkeit und eine korrekte Pflege, um seine imposante Größe und den beeindruckenden Blütenreichtum zu entwickeln, für die er bekannt ist. Befolgen Sie die Pflege-Anleitung, um das attraktive Gewächs fachgerecht zu kultivieren.

Rhododendron

Der artenreiche Rhododendron ist beinahe auf der ganzen Welt zu Hause: Er wächst sowohl in der Tundra und im Hochgebirge, als auch im gemäßigten und tropischen Klima. Selbst in den Alpen kommen verschiedene wildwachsende Rhododendren-Arten vor.

Daher reicht das Erscheinungsbild der Gattung von flachen Zwergsträuchern bis hin zu mehreren Metern hohen Bäumen. Die typischen großen, buschigen Gehölze, die in mitteleuropäischen Gärten und Parks bevorzugt angepflanzt werden, stammen meist aus Ostasien. Ihr natürlicher Lebensraum sind Laub- und Mischwälder.

Pflege

Der Aufwand bei der Pflege des Rhododendrons lohnt sich: Die anspruchsvolle Pflanze dankt eine artgerechte Behandlung mit einem üppigen Wuchs und vielen Blüten.

Substrat

Der Rhododendron benötigt ein lockeres, durchlässiges Substrat, das sauer ist. Der pH-Wert sollte zwischen 4,5 und 6 liegen. Der Boden sollte zudem nährstoffreich, aber kalkfrei sein. Um all diese Bedingungen zu erfüllen, können Sie reguläre Gartenerde mit verrottetem Laub oder kalkfreiem Weißtorf mischen. Dabei sollten Sie mindestens ein Verhältnis von 1:1 wählen, können aber gerne etwas mehr Torf als Gartenerde verwenden.

Standort

Der Rhododendron benötigt Licht, aber nicht zu viel. Besonders die intensive Mittagssonne verträgt der Busch nicht und vertrocknet schnell. Bei zu wenig Licht entwickelt er jedoch nur wenige Blüten. Daher ist ein Standort mit Halbschatten oder lichtem Schatten optimal, beispielsweise in Nachbarschaft von Bäumen. Da die Wurzeln flach zur Seite wachsen und zum Teil sehr fein sind, vertragen sie keine dominant wurzelnden Nachbarn. Sie sollten daher mit ausreichend Abstand zu anderen Pflanzen in den Boden gesetzt werden.

Kompatibel ist der Rhododendron zum Beispiel mit:

  • anderen Rhododendren-Arten
  • Bodendeckern
  • Gehölzen wie Zaubernuss und Blumen-Hartriegel

Die Blätter sowie Nektar und Pollen sind giftig für Mensch und Tier. Daher sollte der Rhododendron nicht an einem Standort gepflanzt werden, wo Kinder unbeaufsichtigt spielen. Haus- und Nutztiere sollten von der Pflanze ebenfalls ferngehalten werden.

Pflanzen

Die beste Pflanzzeit für Rhododendren liegt im Frühling zwischen Mitte März und Mitte Mai. Alternativ können die Pflanzen auch zwischen September und Mitte November in den Boden gesetzt werden. Dies empfiehlt sich jedoch nur in wärmeren Regionen. Tritt Frost auf, bevor der Rhododendron richtig angewurzelt ist, steigt die Wahrscheinlichkeit für Winterschäden.

Um den Rhododendron zu pflanzen, heben Sie zunächst ein Loch aus, das groß genug für den Wurzelballen ist. Falls der vorhandene Boden nicht den Ansprüchen der Pflanze genügt (siehe Abschnitt „Substrat“).

Gehen Sie wie folgt vor:

  • graben Sie ein breiteres und nur etwas tieferes Loch aus, da die Wurzeln flach unter der Oberfläche und nur wenig in die Tiefe wachsen
  • füllen Sie es mit einer Mischung aus kalkfreiem Torf und Gartenerde
  • bei lehmigen Böden sollten Sie zwischen aufgefülltem Substrat und Boden eine Drainageschicht anlegen. Dafür eignet sich beispielsweise Kies
  • eine mit diesem Gemisch gefüllte Grube, die etwa viermal so breit wie der Wurzelballen ist, bietet dem Rhododendron viele Jahre lang optimale Wachstumsbedingungen

Tauchen Sie den Wurzelballen komplett unter Wasser, beispielsweise in einem Eimer. Dadurch entweicht alle enthaltene Luft. Wenn nach etwa zwei bis fünf Minuten keine Luftbläschen mehr aufsteigen, können Sie den Rhododendron entnehmen.

So pflanzen Sie den Busch ein:

  • setzen Sie den Wurzelballen in die Pflanzgrube, so dass er mit dem Erdreich abschließt. Er darf nicht tiefer liegen
  • füllen Sie das Loch mit Substrat auf
  • treten Sie den Übergangsbereich zwischen Wurzelballen und Erdreich vorsichtig fest
  • gießen Sie den Rhododendron an, ohne dass das Erdreich überflutet wird
  • düngen Sie im Frühling gepflanzte Rhododendren zwei bis drei Wochen später
  • Herbstpflanzungen werden erst im nächsten Frühling zum ersten Mal gedüngt

Um den Boden feucht zu halten, können Sie ihn nach dem Pflanzen mit Rindenmulch aus Kiefern oder Fichten bedecken. Die Schicht sollte ein bis drei Zentimeter dick sein. Der Mulch sorgt nicht nur für ein angenehmes Bodenklima, sondern verhindert auch, dass Unkraut wächst. Dieses wäre unter einem großen Rhododendron-Busch nur sehr schwer zu entfernen.

Rhododendron

Schneiden

Ein regelmäßiger Rückschnitt ist beim Rhododendron nicht nötig.

Eine Pflanze sollte beschnitten werden:

  • um einen groß gewachsenen Busch zu verkleinern
  • um eine Rhododendron-Hecke in Form zu bringen
  • bei Krankheit oder Schädlingsbefall
  • bei kahl werdenden Gewächsen

Der Rhododendron sollte direkt nach der Blüte geschnitten werden, da er seine Knospen für das nächste Jahr bereits kurz nach dem Absterben der Blüte ausbildet. Ein rechtzeitiger Schnitt verhindert daher ein blütenloses Folgejahr.

Hier ist jedoch unbedingt zu beachten, dass Hecken, Gebüsche und Gehölze zwischen März und September nicht radikal beschnitten werden dürfen. Das Bundesnaturschutzgesetz will mit dieser Regelung die Brutstätten heimischer Vögel schützen.

Für den Hobbygärtner bedeutet das:

  • schonende Form- und Pflegeschnitte sind laut § 39 Abs. 5 S. 1 Nr. 2 BNatSchG erlaubt, wenn dabei keine brütenden Vögel gestört werden
  • ein Radikalschnitt ist bis Ende Februar und ab 1. Oktober möglich. Wer seine Pflanze verjüngen will, so dass sie neue Kraft gewinnt und im nächsten Jahr dichter austreibt, muss mindestens ein Jahr ohne Blüte in Kauf nehmen

Stark zurück geschnittene Rhododendren benötigen manchmal bis zu fünf Jahre, bevor sie erneut Knospen bilden können. Zudem sollten Sie vor einem starken Schnitt prüfen, ob das Gewächs gut im Boden verwurzelt ist. Ansonsten kann es passieren, dass der Rhododendron nicht wieder treibt.

Für den Schnitt eines Rhododendrons eignet sich eine Rosenschere, mit der die gewünschten Äste schräg am Ansatz abgeschnitten werden. Um die Knospenbildung anzuregen, können Sie zudem die verwelkten Blütenstände regelmäßig abschneiden.

Rhododendron

Gießen

Rhododendren müssen vor allem im Frühling und Sommer regelmäßig mit Wasser versorgt werden, da sie einen großen Bedarf haben und einen gleichmäßig feuchten Boden bevorzugen. Weiches Regenwasser eignet sich am besten zum Gießen. Wenn Sie Leitungswasser verwenden möchten, sollten Sie zunächst sichergehen, dass es einen niedrigen Kalkgehalt aufweist.

Folgendes müssen Sie beim Gießen beachten:

  • gießen Sie die Pflanze möglichst von unten und nah am Boden, um die zarten Blüten nicht zu beschädigen
  • Staunässe schadet dem Rhododendron. Gießen Sie erst wieder, wenn das Substrat an der Oberfläche leicht angetrocknet ist.
  • bei lehmigen Böden sollte vor dem Pflanzen eine Drainageschicht angelegt werden
  • längere Trockenperioden müssen ebenfalls vermieden werden
  • Trockenheit macht sich zuerst an den Blättern bemerkbar: Sie rollen sich ein und vertrocknen anschließend, ist das der Fall, benötigt der Rhododendron dringend Wasser
  • um Frostschäden zu vermeiden, werden die Gewächse ab dem Spätherbst nicht mehr gegossen

Düngen

Der richtige Dünger fördert die intensive Blüte des Rhododendrons. Jedoch verträgt die empfindliche Pflanze keinen Kalk, weshalb Düngemittel mit diesem Inhaltsstoff nicht verwendet werden dürfen. Rhododendren werden vor der Blüte im März oder April gedüngt und haben je nach Alter verschiedene Bedürfnisse. Falls der Wurzelbereich mit Rindenmulch geschützt ist, muss dieser vor dem Düngen abgetragen werden, da sonst nur ein kleiner Teil der Nährstoffe die Pflanze erreichen würde.

  • jungen Pflanzen geben Sie einen Langzeit- oder Spezialdünger für Rhododendren. Verteilen Sie rund 50 Gramm pro Quadratmeter auf der Erde
  • ältere Pflanzen, die bereits gut angewachsen und mindestens 70 cm hoch sind, werden mit Vorratsdünger optimal mit Nährstoffen versorgt. Streuen Sie rund 90 Gramm Dünger im äußeren Drittel der Krone
  • mehrjährige Rhododendren, die über 120 cm groß sind, benötigen 120 Gramm Vorratsdünger

Rhododendron

Ergänzend zum handelsüblichen Dünger sollten Sie einmal jährlich im Frühling Hornspäne verwenden. Die Späne werden aus den Hufen und Hörnern von Schlachttieren gewonnen und versorgen die Pflanze als natürlicher Dünger mit Stickstoff. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie Mulch verwenden, da dieser oft zu Stickstoffmangel führt.

Gelbe Blätter weisen meist darauf hin, dass die Pflanze zu wenig Stickstoff erhält. Verteilen Sie die Hornspäne auf der Erde unter dem Mulch und arbeiten Sie sie beispielsweise mit einer Harke sanft in den Boden ein.

Verwenden Sie folgende Mengen:

  • bei Jungpflanzen: 30 Gramm Hornspäne pro Quadratmeter
  • bei allen älteren Pflanzen: 50 bis 60 Gramm Hornspäne pro Quadratmeter

All diese Angaben gelten für die am weitesten verbreiteten Arten mit großem Laub. Wer Zwergrhododendren beziehungsweise Arten mit kleinen Blättern pflanzt, halbiert die Düngemengen. Ob Sie ausreichend gedüngt haben, erkennen Sie am Wuchs: Die Blätter sollten dicht wachsen und eine kräftige dunkelgrüne Farbe aufweisen.

Zudem sollte der Rhododendron eine große Menge Blüten ausbilden. Ist das nicht der Fall, können Sie bis Ende Juni einmal nachdüngen. Unabhängig vom Alter der Pflanze geben Sie dabei 30 Gramm eines organischen Düngemittels oder eines speziellen Rhododendron-Düngers auf die Erde.

Überwintern

Um die Blätter der immergrünen, winterharten Pflanze vor starken Winden und der Wintersonne zu schützen, können Sie den Rhododendron mit einem Vlies oder Netz abdecken.

Krankheiten

Schlecht gepflegte Pflanzen sind anfällig gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Eine korrekte Pflege beugt einem Befall daher am wirkungsvollsten vor.

Knospenfäule und Rhododendron-Zikade

Die Knospenfäule ist eine Krankheit, die durch die Rhododendron-Zikade ausgelöst wird. Dieser Schädling befällt die Pflanzen im Spätsommer. Er legt seine Eier in den Knospen ab, indem er sie aufschlitzt. Dabei überträgt die Zikade oft einen Pilz auf die Pflanze. Die daraus resultierenden Schäden werden als Knospenfäule bezeichnet. Die Eier der Rhododendron-Zikade überwintern in den Knospen und im April schlüpfen die Larven. Sie siedeln sich an den Unterseiten der Blätter an und saugen dort den Pflanzensaft heraus.

An diesen Symptomen erkennen Sie, ob Ihr Rhododendron betroffen ist:

  • die bunt gemusterten Insekten sind etwa acht Millimeter groß und lassen sich mit bloßem Auge erkennen, sie sitzen auf den Blättern
  • die Knospen werden braun und später schwarz

Um die Knospenfäule zu verhindern, müssen die Zikaden rechtzeitig beseitigt werden. Das gelingt am besten mit Hilfe einer Gelbtafel, die eine klebrige Oberfläche besitzt. Diese wird an einen Ast der Pflanze gehängt, wo sie die Insekten anlockt. Sie bleiben darauf kleben und sterben ab. Befallene Knospen müssen umgehend abgeschnitten werden, da sich der Pilz sonst ausbreitet. Entsorgen Sie die Knospen im Biomüll und keinesfalls auf dem Kompost, da sich der Pilz dort einnisten würde.

Rhododendron

Gemeine Dickmaulrüssler

Sind die Blätter des Rhododendrons am Rand auffällig angefressen, ist die Pflanze vom Gemeinen Dickmaulrüssler befallen. Die Larven des Schädlings fressen zudem die Wurzeln an, wodurch der Rhododendron absterben kann. Sie lassen sich mit Fadenwürmern, die Sie im Fachhandel kaufen können, wirkungsvoll abtöten.

Die ausgewachsenen Käfer lassen sich mit Hilfe von Tontöpfen entfernen, die umgekehrt auf die Erde gestellt werden. Da die Insekten nachtaktiv sind, ziehen sie sich tagsüber an einen dunklen Ort zurück. Der Gärtner kann den Topf am Tag einfach aufheben und die Dickmaulrüssler entfernen.

Sorten

Rund 1000 Arten der Gattung Rhododendron sind bekannt, zu denen etwa 30.000 Sorten gehören, die zum Teil rein und zum Teil Hybriden sind. Die Arten, die zur Gruppe „Großblumige Rhododendren“ gehören, werden hierzulande am meisten als Gartenpflanze verwendet. Hierbei handelt es sich meist um großblättrige Hybriden, die aus mehreren Wildarten gezüchtet wurden.

Sie unterscheiden sich vor allem in der Blütenfarbe. Der Rhododendron impeditum blüht beispielsweise blau, der Rhododendron „Cunninghams White“ weiß und die Sorte „Vorwerk Abendsonne“ rot.