Rosen schneiden im Frühjahr/Herbst

Rosen gehören zu den schönsten Blumen im Garten. Nicht zuletzt aufgrund ihrer großen Vielfalt sind sie für jeden Gartenfreund interessant. Damit sich in der Saison eine wundervolle Blütenpracht entwickelt, sollten Sie Rosen regelmäßig schneiden. Doch der richtige Zeitpunkt und das wie ist ausschlaggebend für die Schönheit der Rosen. Wir zeigen, wie der Rosenschnitt gelingt.

Pflege

Das Schneiden der Rosen gehört zu den Pflegemaßnahmen dieser faszinierenden Gewächse. Sinn und Zweck ist ein kräftiger, gesunder Wuchs. Ohne das Schneiden der Rosentriebe würden die Triebe im Laufe der Zeit immer dünner und schwächer werden, und am Ende auch weitaus weniger Blüten entwickeln.

Auch die Anfälligkeit für Krankheiten wird durch den Rosenschnitt reduziert. Nicht zuletzt wirkt eine Rose weitaus attraktiver, wenn abgestorbene Zweige und vertrocknete Triebe entfernt werden. Folgen Sie hier unserer Anleitung zum Rosen schneiden.

Rosen schneiden zum richtigen Zeitpunkt

Warum Schneiden?

Warum werden Rosen geschnitten?

Nahezu alle Rosenarten blühen am einjährigen Holz. Verbleiben die alten Triebe nun an der Pflanze, werden sich hier auf keinen Fall Blüten entwickeln. Die Pflanze wächst zwar im Ganzen, doch die farbige Blütenpracht erscheint nur an den diesjährigen Trieben. Wichtig zu wissen ist außerdem: Gesunde, neue Triebe bilden sich immer nach einem wirklich kräftigen Rückschnitt.

Dieser kräftige Rückschnitt gilt den Strauchrosen, Edelrosen, Wildrosen und Wildrosenhecken, Hochstammrosen, Zwergrosen, Beetrosen sowie Bodendeckerrosen. In erster Linie geht es beim Schneiden von Rosen um die Neubildung von Blüten und der Gesunderhaltung der Pflanze. So erhalten Sie eine prachtvolle Blüte im Sommer.

Als Faustregel kann deshalb gesagt werden:

Rosen benötigen einen radikalen Schnitt auf drei bis fünf verteilte Triebe. Dabei sollten keine sogenannten „Kleiderhaken“ stehenbleiben.

Zeitpunkt des Schneidens

Das Frühjahr: Der richtige Termin, um Rosen zu schneiden

Der ideale Zeitpunkt für den Rückschnitt der Rosen ist das Frühjahr. Aufgrund der unterschiedlichen Klimaverhältnisse können sich Gartenbesitzer an einer anderen Pflanze orientieren: Die Forsythie. Wenn sie in gelber Pracht blüht, sollte spätestens jetzt die Gartenrose geschnitten werden. Andererseits zeigt die Rose selbst auch den passenden Zeitpunkt an. Wenn sich langsam erste Triebe entwickeln, ist der Zeitpunkt für den Rückschnitt gekommen. Warten Sie hier nicht zu lange!

Rosen zurückzuschneiden ist sehr wichtig

Schnitt

So werden Rosen geschnitten

Nach der Winterpause zeigt der Frühling ganz klar gesunde und kranke Triebe. Hier präsentiert sich der Vorteil am Rückschnitt im Frühling gegenüber dem Herbst. Als erstes werden also kranke oder abgestorbene Triebe entfernt. Auch alle nach innen wachsenden Triebteile werden entfernt. Dann erst erfolgt der eigentliche Rückschnitt der Rose.

Eine einfache Regel besagt:

  • auf nach außen zeigende Augen werden beschnitten
  • der Ansatz erfolgt ca. einen halben Zentimeter über den Augen
  • die Schnittstelle wird schräg angesetzt
  • mit dem schrägen Schnitt wird versucht, die entstehende Schnittwunde klein zu halten

Rosen schneiden trägt zur Pflanzengesundheit bei

Schnittführung

Wie schräg soll der Schnitt gestaltet werden?

Gerade so schräg, dass ein Regentropfen ablaufen kann. Damit wird verhindert, dass zu viel Nässe in die Schnittfläche gerät, was bei ungünstigen Wetterbedingungen zur Faule führen könnte. Schon deshalb sollten Sie immer mit geschärften Gartengeräten arbeiten. Auch spezielle Rosenscheren sind für einen ordentlichen Schnitt sehr gut geeignet.

Rosen als Solitärpflanze

Rosen als Solitärpflanze heranziehen und schneiden

Einzeln stehende Rosen sollten immer ein Blickfang im Garten sein. Strauchrosen werden deshalb im Frühjahr zu Beginn des Austriebs auf Handhöhe geschnitten. In Verbindung mit weiteren Rosen lässt sich die einzelne Rose in ihrem Wuchs fördern. Ein weiterer Schnitt kann erfolgen, sobald die erste Hauptblüte vorbei ist. Dies fördert eine weitere Blüte im Spätsommer.

Rosen schneiden als Pflege für Rosenpflanzen

Wuchsform beeinflussen

Die Wuchsform durch den Rosenschnitt beeinflussen

So kann also auch ein gezielter Formschnitt entwickelt werden. Bei einem Rückschnitt, der nur drei oder vier Augen am Haupttrieb zurücklässt, werden wenige aber stärkere Triebe neu gebildet. Ist ein buschiger Wuchs gewünscht, verbleiben sechs bis acht Augen, dann bilden sich mehrere Triebe, die dünner sind, bei der sich aber eine wunderschöne runde Wuchsform entwickelt.

Für einen Formschnitt braucht es eine erfahrene Hand. Doch wer frühzeitig mit dem gezielten Formschnitt beginnt, wird schnell Erfahrungen machen und kann diese dann im nächsten Jahr einsetzen.

Tipp: Machen Sie „Vorher-Nachher-Fotos“. So profitieren Sie am besten von Ihrem Rückschnitt.

Nicht jede Rose ist gesund. Hin und wieder werden die Pflanzen durch die Luft fliegende Erreger angegriffen und erkranken. Auch dann wird ein Schnitt notwendig. Auch schwache Triebe werden entfernt. Sie behindern die Kraft der Pflanze.

Rosen schneiden und umso mehr Blüten werden sich entwickeln

Daher sollte solche dünnen und schwachen Triebe vollständig ohne einen verbleibenden Stumpf abgeschnitten werden. Solche schwachen Triebe bilden auch zukünftig keine kräftigen Knospen. Insofern ist es besser, einige kräftige Triebe mit kräftigen Blüten zu stärken als schwache Äste, die das Erscheinungsbild der Rose kaum verbessern.

Den Aufbau einer Rose fördern

Häufig wird gefragt, warum die nach innen wachsenden Triebe herausgeschnitten werden sollen, auch wenn sie kräftig und gesund sind. Mit dem Rückschnitt dieser Triebe wird der Aufbau der Rose gefördert, der als Basis der Wuchsform dient. Eine wunderschöne Rose benötigt einen guten Aufbau, dabei dürfen auch einzelne Äste nicht zu eng stehen.

Doch nach innen wachsende Triebe nehmen sich gegenseitig den Platz und behindern sich im Wachstum. Schlimmer noch, der fehlende Abstand kann Pilzerkrankungen fördern. Am Ende erscheint die Rose mit einem gezielten Aufbau weitaus attraktiver.

Tipp für schwache Rosen

Tipp für schwach wachsende Rosen

Rosen, die in der Vergangenheit durch Schädlinge oder Krankheiten geschwächt wurden, präsentieren sich durch spärlichen Wuchs. Um diesen zu fördern, wird nicht etwa mehr gedüngt. Hier ist ebenso ein starker Rückschnitt notwendig, der die Rose in ihrer Entwicklung wieder stärkt. Rosen, die stark zurückgeschnitten werden, bilden im Frühjahr und Sommer kräftige Neuaustriebe.

Die Ausnahme:

  • einmal blühende Rambler

Wildrosen und einmal blühende Rosen blühen nicht am neuen Trieb. Im Gegenteil, hier bilden sich die Blüten am Holz des Vorjahres. Deshalb dürfen diese Triebe natürlich nicht geschnitten werden. Geschnitten wird dezent im Frühjahr. Die Rambler werden allenfalls also nur ausgelichtet, die jährlichen Triebe bleiben bestehen.

Rosen schneiden als Pflegeschnitt

Alternativ eignet sich auch der Zeitpunkt direkt nach der Blüte. Auch Kletterrosen benötigen oft nur einen kurzen Schnitt zum Auslichten. Nach einigen Jahren können auch sie einen Verjüngungsschnitt erhalten, bei dem sie radikal zurückgeschnitten werden. Das Mindestalter der Kletterrose sollte hier vier Jahre betragen.

Schnitt im Herbst

Der Rosenschnitt im Herbst

Der Rückschnitt der Rosen im Herbst sollte nicht zu früh erfolgen. Denn oft präsentiert sich die Königin aller Blumen noch bis tief in den Dezember hinein als dekorative Pflanze im Garten. Und gerade bei den ersten Minusgraden erscheinen Blätter und Knospen wunderschön. Sofern es die Temperaturen zulassen, lohnt es sich also, mit dem Rückschnitt zu warten.

Wer jedoch die winterliche Pracht seiner Rosen nicht genießen kann, der kann diese natürlich schon in den Herbstmonaten schneiden. Zuweilen vermiesen regenreiche Herbsttage auch den Genuss an den Rosen. Bevor die Pflanzenteile wegen zu hoher Feuchtigkeit faulen, ist es besser, diese dann zu beschneiden.

Warum Rosen im Herbst beschneiden?

Der Rückschnitt kann sehr gut dazu dienen, diverse Krankheiten schon im Vorfeld zu verhindern oder einer erkrankten Rose zur Heilung zu verhelfen. Wichtig zu wissen ist: Auch abgestorbene Pflanzenteile bieten die Grundlage für Infektionen, Pilze oder auch Fäulnis. Damit auch dünne Triebe im Winter nicht erfrieren und totes Holz bilden, werden sie im Herbst beschnitten.

Rosen regelmäßig schneiden und vertrocknete Triebe entfernen

Schnitt im Frühjahr

Warum Rosen im Frühjahr beschneiden?

Anders als beim Frühjahresschnitt bleiben im Herbst mindestens fünf Augen stehen. So bleibt immer noch die Möglichkeit, Triebe, die während des Winters absterben, im Frühjahr herunterzuschneiden. Auch hier wird wieder über dem Auge geschnitten.

Wichtiger Hinweise: Der Herbstschnitt von Rosen dient vornehmlich der Heilung bzw. Vorbeugung von Krankheiten. Mit dem Frühjahresschnitt wiederum wird das Wachstum der Rosen angeregt.

Keine Angst vor dem Rückschnitt!

Nicht nur das tote Holz oder nach innen führende Triebe werden geschnitten. Betrachten Sie Ihre Rose im Ganzen und achten Sie darauf, dass der Schnitt ein symmetrisches Erscheinungsbild hinterlässt. Übrig bleibt also ein luftiger Krank aus vollständig robusten Trieben, die sich weder berühren noch sich gegenseitig im Wachstum behindern. Bei einer normalen Gartenrose bleibt am Ende ca. ein Drittel der ehemaligen Größe bestehen.

Rosen brauchen einen Verjüngungsschnitt

Das sind in der Regel nicht mehr als 30 Zentimeter. Bedenken Sie, dass der Frühjahresschnitt eine nochmalige Kürzung verlangt! Als Beginner mag dieser radikale Schnitt verwirren, doch die prächtige Blüte im Sommer wird Sie letztendlich überzeugen. Viele Rosenfreunde haben Angst, zu viel von der Rose abzuschneiden und sie zu verderben. Doch diese Angst ist unbegründet.

Denn mit einem Frühjahresschnitt kann eine Rose kaum geschädigt werden. Sofern noch wenigstens ein Auge an der Rose verbleibt, wird sie im Frühling in jedem Falle wieder austreiben.

  • Vorsicht bei Ramblerrosen!

Die stark wachsenden Kletterrosen haben es in sich. Spätestens beim Schneiden Ihrer Ramblerrosen werden Sie nicht nur eine gute Gartenschere, sondern insbesondere robuste Gartenhandschuhe benötigen. Schützen Sie sich in jedem Falle vor den zahlreichen Dornen, denn so mancher Gartenbesitzer musste hier unangenehme Infektionen und Schmerzen nach dem Schnitt ertragen.

Rosen schneiden zum richtigen Zeitpunkt ist wichtig

Viele der Kletterrosen gehören ebenfalls zu den mehrfach blühenden Rosen. Die Blütenpracht entwickelt sich aus einer Mischung von alten aber auch neuen Trieben. Demzufolge ergibt sich auch ein gemischter Schnitt, der zuerst abgestorbene und kranke Triebe betrifft. Danach kann auch die Form bzw. der Wuchs der Kletterrose gezielt geschnitten werden. Auch hier gilt das Frühjahr als idealer Zeitpunkt für den Schnitt. Gerade zu dieser Zeit ist die Struktur der Pflanze sehr gut zu erkennen. Auch hier gilt es, das Wachstum der Rose anzuregen und die Pflanze gesund zu erhalten.

Der Kletterrose eine Form geben

Sie scheint unübersichtlich zu wachsen und dennoch soll sie mit einem Formschnitt am ungebremsten Wachstum in alle Richtungen gebremst werden. Deshalb gilt hier vor allem ein Grundsatz: Entfernen Sie alle Triebe, die in unerwünschte Richtungen wachsen. Auch die Seitentriebe werden gekürzt, lassen Sie ca. zwei bis fünf Knospen stehen. Ansonsten kann die Kletterrose die Form bekommen, die gewünscht ist. Es bietet sich vor allem eine Korrektur der Wuchsrichtung an, damit austreibende Äste vorbeilaufende Personen nicht verletzen.

Rosen sollten im Frühjahr zurückgeschnitten werden

Bodendeckerrosen schneiden

Als die tapfersten unter den Rosen werden die Bodendeckerrosen bezeichnet. Sie sind genügsam und haben wenige Ansprüche. Gleichzeitig erhaschen sie sich ihre Aufmerksamkeit durch ihren Blütenreichtum. Glücklicherweise ist der Schnitt der sogenannten Flächenrosen oder Kleinstrauchrosen nicht sehr schwierig. Wie bei anderen Rosen auch, liegt der Zeitpunkt des Schnitts im Frühling.

Zuerst wird totes Holz entfernt und alle nach innen wachsenden Triebe entfernt. Darüber hinaus finden Sie bei der Bodendeckerrose vielleicht auch Wildtriebe, auch sie werden gestutzt. Besonders wichtig ist das Schneiden der Rosengallen, die ein Brutort für Gallwespen sind.

Auch die Bodendecker lieben einen Verjüngungsschnitt, der ca. alle fünf Jahre vorgenommen wird. Dann werden auch diese Flächenrosen radikal geschnitten. Jeder einzelne Stock wird angeregt, dann wieder neue Triebe zu bilden. Der Schnitt verläuft ein das nach außen zeigende Auge, das den Austriebspunkt darstellt.