Scabiosa atropurpurea, Black Night Skabiose

Sie ist anspruchslos, pflegeleicht – und bezaubernd: Die Skabiose (Scabiosa) verschönert Beet und Garten durch ihre filigranen Blüten, die in Weiß, Rosa, Rot, Blau oder auch Purpur und Violett erstrahlen. Neben dem menschlichen Auge erfreuen sich auch die Insekten an der Pflanze, die reichlich Nektar produziert und demnach beispielsweise Bienen, Hummeln und Schmetterlingen als Nahrung dient. Erfahren Sie, wie es Ihnen gelingt, Ihre Skabiosen lange Zeit hübsch und funktionstüchtig zu halten!

Steckbrief

  • Skabiose, Scabiosa, Krätzkraut oder Grundkraut
  • Verwechslungsgefahr mit der optisch ähnlichen Witwenblume
  • Breite, lang gestielte Köpfchen umgeben von Hüllblättern
  • Einjährige und ausdauernde Sorten erhalten
  • Wuchshöhe liegt bei 20 bis 60 cm
  • erblüht in Weiß, Rosa, Rot, Blau, Purpur oder Violett
  • Blütezeit je nach Sorte von Frühsommer bis Spätherbst
  • braucht einen nährstoffreichen Boden und volle Sonne
  • für Beete und Steingärten bestens geeignet

Pflege

Die Skabiosen, die man mitunter auch als Grindkraut oder Krätzkraut bezeichnet, gehören zur Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Sie sind einjährige oder ausdauernde(re) krautige Pflanzen. Insgesamt gibt es rund 100 Arten in Asien, Ostafrika und Europa. Der letztgenannte Kontinent beherbergt allerdings nur etwa 20 davon, unter anderem die Duft- und die Samt-Skabiose. In einigen Regionen Deutschlands ist die Scabiosa sogar geschützt. Möchten Sie Ihre Skabiosen den ganzen Sommer über prachtvoll blühen sehen? Dann beherzigen Sie einfach die nachfolgenden Pflegetipps!

Scabiosa atropurpurea, Black Night Skabiose
Scabiosa atropurpurea, Black Night Skabiose

Standort

Skabiosen fühlen sich an windgeschützten und vollsonnigen Standorten am wohlsten. Zwar gedeihen die Pflanzen auch im Halbschatten, tolerieren diesen jedoch nur vorübergehend und neigen zum Kümmern, wenn sie die Sonneneinstrahlung zu lange missen müssen. Im Idealfall stehen die Scabiosa mehr als die Hälfte des Tages im hellen Licht.

Der Boden sollte gut durchlässig, nährstoffreich und kalkhaltig sein. Lehmige und schwere Untergründe vertragen Skabiosen ganz und gar nicht. Bei zu fester Erde empfiehlt es sich, diese mit Kies oder grobem Sand anzureichern, um den Pflanzen bessere Lebensbedingungen zu bieten. Vermeiden Sie unter allen Umständen saure Böden.

Gießen

Die Skabiose liebt die volle Sonne und kommt mit Trockenheit an und für sich sehr gut klar. Wasser braucht sie nur während langer Trockenperioden. Gießen Sie die Pflanze dann möglichst in den Abendstunden, wenn die Sonneneinstrahlung nicht mehr allzu stark beziehungsweise schon komplett vorüber ist.

Ansonsten könnte die Scabiosa durch Wassertropfen auf den Blüten und Blättern einen Sonnenbrand entwickeln, der ihr selbstverständlich schaden würde. Des Weiteren hat sie in der Nacht genügend Zeit und damit ausreichend Gelegenheit, das Wasser aufzunehmen und zu verarbeiten.

Scabiosa georgica, Georgische Skabiose
Scabiosa georgica, Georgische Skabiose

Tipps zum Gießen:

  • in Ausnahmefällen spricht nichts dagegen, die Skabiose auch einmal in den frühen Morgenstunden zu gießen
  • zur Dauerlösung sollte diese Variante allerdings nicht werden, da bei der Methode immer die Gefahr besteht, dass das Wasser zu schnell verdunstet und die Pflanze keinerlei Nutzen daraus ziehen kann
  • leiden Ihre Skabiosen an Wassermangel, so erkennen Sie dies gemeinhin an schlaffen, hängenden Blättern
  • bemerken Sie den beschriebenen Zustand bei Ihren Pflanzen, sollten Sie zügig handeln und sie umgehend gießen
  • aber Staunässe gilt es bei den krautigen Stauden grundsätzlich zu vermeiden

Düngen

Hinsichtlich der Wasserzufuhr zeigen sich die Scabiosa also relativ anspruchslos. Kaum anders verhält es sich in Bezug auf den Dünger, auch wenn dieser zwingend erforderlich ist, damit die Pflanzen reichlich und ausdauernd blühen. Ob Sie ein organisches oder mineralisches Produkt verwenden, bleibt Ihnen überlassen.

Am besten eignet sich jedoch ein Langzeit-Blumendünger, der alle bedeutsamen Haupt- und Spurennährstoffe enthält und die Pflanzen die ganze Saison über versorgt. Sinnvoll sind etwa 20 bis 30 Gramm pro Quadratmeter. Sind Sie sich unsicher, so lassen Sie sich im Gartenfachmarkt entsprechend beraten.

Spezialtipp: Da die Skabiose äußerst filigran ist, kann sie als junge Pflanze relativ leicht von Unkraut verdrängt werden. Deshalb sollten Sie im Umkreis Ihrer Schönheit regelmäßig jäten, um sie zu schützen.

Pflanzen

Hier eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Pflanzen Ihrer Skabiose.

1. Schritt: Lockern Sie den Boden tiefgründig auf und arbeiten Kompost in ihn ein, bevor Sie Ihre Skabiose pflanzen.

Tipp: Haben Sie es mit einem hartnäckigen Lehmboden zu tun, können Sie ihn mit einer circa 5 cm dicken Sandschicht, die Sie in den Untergrund einharken, geschmeidiger gestalten.

2. Schritt: Daraufhin heben Sie ein Pflanzloch aus. Dieses sollte der doppelten Ballengröße Ihrer Pflanze entsprechen.

3. Schritt: Setzen Sie dann die Skabiose ein – und zwar genau so tief, wie sie zuvor im Topf gestanden hat.

4. Schritt: Drücken Sie anschließend die Erde ordentlich fest und wässern das Ganze ausreichend, um zu gewährleisten, dass sich der Wurzelballen der Scabiosa gut mit Wasser vollsaugen kann.

Schnitt

An und für sich besteht keine Notwendigkeit, eine Skabiose zu schneiden. Allerdings gibt es zwei Ausnahmen.

Vor der Überwinterung

Schneiden Sie die Staude vor dem Wintereinbruch bis in Bodennähe zurück. So schaffen Sie die nötigen Voraussetzungen, dass sich die Scabiosa in die Winterruhe begeben kann.

Bei verblühten Blüten und ohne den Wunsch einer Samenbildung

Sie wünschen keine Samenbildung und/oder Selbstaussaat? Dann sollten Sie die Blüten sofort nach der Blüte abschneiden. Die positiven Folgen dieser Maßnahme: Einerseits fördert sie die grundsätzliche Blühfreudigkeit und andererseits regt sie die Skabiose zu einer weiteren Blütenbildung an. Ansonsten brauchen Sie nur vertrocknete oder verwelkte Pflanzenteile zu entfernen.

Scabiosa georgica, Georgische Skabiose
Scabiosa georgica, Georgische Skabiose

Überwinterung

Was den Punkt der Überwinterung betrifft, muss man wiederum zwischen einjährigen und ausdauernden Sorten unterscheiden.

1. Schritt: Die einjährigen Sorten überleben den Winter nicht. Jedoch säen sie sich teilweise selbst aus, sodass sich im darauffolgenden Jahr wieder neue Pflänzchen entwickeln können.

2. Schritt: Mehrjährigen Arten kann die kühlste Jahreszeit normalerweise nichts anhaben. Sie überwintern in Form von sogenannten Überwinterungsknospen. Diese überdauern an der Erdoberfläche. Schützen Sie die Pflanzen vor starken Frösten, indem Sie sie mit einer Schicht Laub abdecken. Denselben Zweck erfüllt auch eine relativ dichte Schneedecke – falls (konstant beziehungsweise kontinuierlich) vorhanden. Im Frühjahr treiben die Skabiosen aus den Überwinterungsknospen wieder aus.

Tipp: Wer seine Skabiosen in Kübeln kultiviert, sollte sie während des gesamten Winters an einen geschützten Standort stellen und gegebenenfalls mit Laub oder Reisig abdecken. Eine komplett frostfreie Überwinterung ist gemeinhin aber nicht erforderlich.

Vermehrung

Skabiosen können – je nach Sorte – durch Aussaat oder Teilung vermehrt werden.

Bei folgenden Arten funktioniert ausschließlich die Teilung:

  • Blauer Atlas
  • Clive Greaves
  • Nachtfalter
  • Miss Willmott‘

Die meisten anderen Sorten vervielfältigt man via Aussaat, beispielsweise:

  • Perfecta Alba
  • Butterfly Blue
  • Fama
  • Pink Mist
  • Nana
  • Gelbe Skabiose

Einige Arten vermehren sich durch Selbstaussaat, nehmen das Ganze also quasi selbst in die Hand.

Scabiosa georgica, Georgische Skabiose
Scabiosa georgica, Georgische Skabiose

Vermehrung durch Aussaat

Einjährige Sorten sät man in der Regel im Frühjahr an Ort und Stelle in den Garten aus. Wollen Sie Samen von bereits vorhandenen Pflanzen verwenden, so können Sie diese nach der Blüte sammeln und daraufhin erst einmal in einem kühlen, dunklen und gut belüfteten Raum zur Überwinterung unterbringen. Im späten Frühjahr holen Sie die Samen aus der „Versenkung“ und säen sie direkt ins Freiland aus – und zwar so.

1. Schritt: Legen Sie die Samen etwa 3 mm tief in den Boden und bedecken sie leicht mit Erde.

2. Schritt: Halten Sie Ihr bisheriges Werk leicht feucht, bewässern es also regelmäßig – aber nicht übertreiben!

3. Schritt: Sobald die kleinen Sämlinge groß genug sind, pflanzen Sie sie an ihren endgültigen Standort.

Alternative:

Neben der direkten Aussaat ist auch eine häusliche Vorkultur unter Glas oder Folie im Januar oder Februar möglich. Diese Variante, also das Vorziehen der Vermehrung auf den Beginn des Jahres, bringt gemeinhin die meisten Keimlinge hervor. So geht’s im Detail.

1. Schritt: Verteilen Sie die Samen in geeignetem Substrat in einem passenden Anzuchtgefäß.

2. Schritt: Bedecken Sie die Samen wiederum mit Substrat, aber nur einer dünnen Schicht.

3. Schritt: Feuchten Sie das Ganze an und decken es mit Glas oder Folie ab. So schaffen Sie ein optimales Klima für die Keimung.

4. Schritt: Sobald sich die ersten Keimblätter zeigen, können Sie die Abdeckung entfernen. Auf diese Weise geben Sie dem Pflänzchen die Möglichkeit, sich an das Freiluftklima zu gewöhnen.

5. Schritt: Nach der Entwicklung von mindestens zwei Blattpaaren können Sie die jungen Pflanzen pikieren und ab Mitte Mai draußen pflanzen.

Vermehrung durch Teilung

Eine Teilung ist vor allem bei älteren Stauden sowie solchen, die nur noch sehr spärlich blühen, sinnvoll. Den besten Zeitpunkt dafür bildet der Frühjahrsbeginn. So handhaben Sie es.

1. Schritt: Graben Sie die Staude aus und achten dabei darauf, die Wurzeln nicht zu stark zu verletzen.

2. Schritt: Ziehen Sie die Pflanze vorsichtig in mehrere Einzelteile auseinander.

3. Schritt: Pflanzen Sie die neu gewonnenen Pflanzen(teile) an ihren künftigen Standort – natürlich in einen adäquat vorbereiteten Boden.

4. Schritt: Gießen Sie die Skabiosen gut an.

Scabiosa atropurpurea, Black Night Skabiose
Scabiosa atropurpurea, Black Night Skabiose

Vermehrung durch Stecklinge

Bestimmte Sorten lassen sich auch über die Anzucht von Stecklingen vermehren. Das funktioniert folgendermaßen.

1. Schritt: Schneiden Sie etwa 3 cm lange Stecklinge beziehungsweise Triebspitzen unterhalb einer Blattachse der Mutterpflanze ab. Dies ist vom Frühjahr bis zum Frühsommer möglich.

2. Schritt: Entfernen Sie die untersten Blätter.

3. Schritt: Stecken Sie den Steckling in entsprechende Anzuchterde und decken ihn mit Folie ab.

4. Schritt: Nun müssen Sie ungefähr vier bis sechs Wochen ausharren, denn so lange dauert es in der Regel bis zur Wurzelbildung.

5. Schritt: Sobald sich die ersten neuen Blätter zeigen, können Sie den Steckling auspflanzen. Dies signalisiert nämlich, dass er gut bewurzelt ist.

Krankheiten

Gegenüber Krankheiten und Schädlingen erweisen sich die Scabiosa als relativ unempfindlich. Die einzige Bedingung, die ihnen wirklich gefährlich werden kann, ist Staunässe. Sie führt zu Wurzelfäulnis, was im schlimmsten Fall das komplette Eingehen der Pflanze nach sich zieht.

Tipps: Achten Sie stets auf einen gut durchlässigen Boden und gießen die Pflanzen nur während anhaltender, intensiver Trockenperioden. Skabiosen, die aussehen, als würden sie verwelken, können eventuell von Fäulnis betroffen sein.

Haben Sie einen unguten Verdacht, sollten Sie die jeweilige Pflanze zunächst einmal behutsam ausgraben. Bemerken Sie im Zuge dessen, dass es sich tatsächlich um Fäulnis handelt und diese noch im Anfangsstadium ist, empfiehlt es sich, die Wurzeln radikal zurückzuschneiden. Des Weiteren müssen Sie den Boden an der Pflanzstelle – sofern nötig – erneuern, ehe Sie die Skabiose wieder einpflanzen.

Hinweis: Ist der Boden für die Pflanze dort insgesamt zu feucht, können Sie entweder versuchen, eine Drainage in das Pflanzloch einzubringen, oder einen geeigneteren Standort für die Scabiosa suchen und bestimmen, sofern Sie die Möglichkeit dazu haben.

Im Falle einer schon weit fortgeschrittenen Fäulnis ist die Pflanze in der Regel leider nicht mehr zu retten.

Scabiosa atropurpurea, Black Night Skabiose
Scabiosa atropurpurea, Black Night Skabiose

Sorten

Pink Mist

  • die etwa 30 bis 40 cm hoch wachsende Sorte begeistert durch ihre lieblichen, rosafarbenen Blüten, die nach milden Wintern schon im März und ansonsten von Juli bis Oktober faszinierte Blicke auf sich ziehen
  • Verblühtes muss regelmäßig entfernt werden, damit die Pflanze bis zum Wintereinbruch immer wieder neue Blüten hervorbringt
  • sie hält bis zu 23,4 Minusgraden stand

Samt-Skabiose oder Weinrote Skabiose

  • die ein- bis zweijährige Art, die etwa 40 cm hoch wächst, zaubert von Juni bis September tiefdunkle, weinrote Blüten mit weißen Staubgefäßen
  • besonders gut zur Geltung kommt sie in kleineren Gruppen, die aus drei bis maximal fünf Pflanzen bestehen

Perfecta Alba oder Garten-Skabiose

  • die anmutende Sorte mit einer maximalen Wuchshöhe von circa 70 bis 80 cm und den leuchtend weißen Blüten bereichert ausnahmslos jeden Garten
  • ihre ganze Pracht offenbart sie von Juli bis September
  • erstaunlich ist die bis zu minus 34,5 Grad reichende Winterhärte

Gelbe Skabiose

  • die Art, die ungefähr 40 cm hoch wächst, gehört zu den Dauerblühern und beschert von Juli bis September edle, hellgelbe Blüten
  • in Kombination mit Federgräsern oder der Garten-Skabiose setzt sie ganz besondere Akzente
  • die Gelbe Skabiose ist bis minus 23,4 Grad winterhart

Duft- oder Orchideen-Skabiose

  • die charmante, etwa 40 cm hoch wachsende Sorte weiß mit ihren hellblauen Blüten zu betören, die abgesehen von ihrer speziellen Farbe auch noch einen starken Duft versprühen, der an Orchideen erinnert
  • darin liegt der Grund, dass die Pflanze unter anderem als Orchideen-Skabiose bezeichnet wird
  • sie blüht von Juli bis September und ist bis minus 23,4 Grad winterhart