Strelitzia reginae, Paradiesvogelblume, Königs-Strelitzie, Papageienblume

Die Paradiesvogelblume verbreitet mit ihren prächtigen Blüten und großen grünen Blättern ein tropisches Flair. Wie ein exotischer Fächer strecken sich die orange-gelb und blau leuchtenden Blütenblätter in Richtung Himmel. Man sieht es ihr nicht an, aber die Strelitzia reginae ist vergleichsweise anspruchslos. Gute Pflege dankt sie mit intensivem Wuchs und großer Blütenpracht. Die Pflege-Anleitung erklärt, wie das am besten gelingt.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Strelitziengewächse (Strelitziaceae)
  • Pflanzengattung: Strelitzien (Strelitzia)
  • Pflanzenordnung: Ingwerartige (Zingiberales)
  • Trivialnamen: Paradiesvogelblume, Papageienblume, Strelitzie , Königs-Strelitzie, Königin-Strelitzie
  • Herkunft: Südafrika
  • Wuchshöhe: 80 cm bis zwei Meter
  • Haltung: im Topf oder im Kübel
  • Blütezeit: Frühling bis Sommer, bei entsprechender Pflege bereits ab Februar
  • erste Blüte: frühestens bei dreijährigen, spätestens bei zehnjährigen Pflanzen
  • fleischige, empfindliche Wurzeln
  • große, immergrüne Laubblätter
  • krautige und ausdauernde Pflanze

Besonders die Blüten der Paradiesvogelblume ziehen alle Blicke auf sich: Ihre intensiven Farben strahlen zwischen den großen, robusten und immergrünen Blättern hervor. Wegen ihrer strahlenden bunten Blüten, die mindestens vier Wochen lang halten, gilt die Strelitzia reginae auch als beliebte Schnittblume. Wer jahrelange Freude an ihr haben möchte, zieht sich die Pflanze jedoch im Topf oder Kübel heran. Bei optimaler Pflege kann sie im Kübel stolze zwei Meter hoch werden. In dieser Pflege-Anleitung erfahren Pflanzenfreunde alle wichtigen Details zur Paradiesvogelblume.

In ihrer Heimat Südafrika ist die Paradiesvogelblume weit verbreitet. Auch auf den Kanarischen Inseln ist sie heute häufig in der freien Natur zu finden. Im 18. Jahrhundert kam die Strelitzia reginae zum ersten Mal als Zierpflanze nach Europa und Anfang des 19. Jahrhunderts gelangte sie schließlich nach Deutschland.

Strelitzia reginae, Paradiesvogelblume versprüht tropisches Flair

Seitdem wird das exotische Gewächs hier kultiviert. Benannt wurde die Strelitzia reginae nach der deutschen Prinzessin Charlotte von Mecklenburg-Strelitz. Die Gattin des englischen Königs Georg III, die von 1744 bis 1818 lebte, war Königin von Großbritannien und Irland. 1773 wurde die Strelitzia reginae von einem Briten entdeckt und nach der Königin benannt.

Pflege

Die Strelitzia reginae ist relativ anspruchslos und kann auch im mitteleuropäischen Klima leicht gehalten werden. Sie erwiedert bereits ein Minimum an Pflege mit einer üppigen Blütenpracht. Beachtet man einige grundlegende Pflege-Prinzipien, gedeiht die exotische, nicht winterfeste Pflanze auch hierzulande prächtig.

Standort

Die Paradiesvogelblume liebt die Sonne. Von Mai bis September sollte sie deswegen draußen im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon stehen. Optimal ist ein warmer, sonniger und luftiger Standort. Da zu starker Wind die Blätter einreißen kann, ist ein geschützter Standort zu empfehlen.

Auch im Halbschatten wächst die Strelitzia reginae noch gut, jedoch hemmt dieser Standort das Blütenwachstum. Ein zu dunkler Ort kann sogar zum vollständigen Ausbleiben der Blüte führen. Wer die Paradiesvogelblume nicht ins Freie stellen will oder kann, muss im Sommer geeignete Bedingungen im Raum schaffen.

Folgendes ist dabei wichtig:

  • warmer und heller Standort
  • frische Luft mit ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit
  • mehrmals täglich in regelmäßigen Abständen kurz und gründlich lüften

Da die Strelitzia reginae keine Staunässe verträgt und die Wurzeln schnell faulen, sollte sie in einem Topf oder Kübel stehen, bei dem überschüssiges Wasser leicht abfließen kann.

Substrat

Kübelpflanzenerde oder reguläre Blumenerde eignen sich sehr gut für die Strelitzia reginae. Wichtig ist, dass es sich um ein nährstoffreiches, aufnahmefähiges Substrat handelt, das gleichzeitig locker und feucht sowie luft- und wasserdurchlässig ist. Eine etwas lehmige Konsistenz ist ebenfalls begrüßenswert. Während der Anzucht profitiert die Zierpflanze hingegen von einem nährstoffarmen Substrat wie Torf oder Anzuchterde.

Königs-Strelitzie, Papageienblume stammt aus Südafrika

Umtopfen

Die Strelitzia reginae wird umgetopft, wenn das Gefäß zu klein wird. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass die Wurzeln unten herauswachsen oder die Pflanze zu verkümmern beginnt. Die beste Zeit zum Umtopfen ist vor oder nach der Blütephase. Die Paradiesvogelblume besitzt empfindliche Wurzeln, die nicht beschädigt werden dürfen.

Daher sollte man vorsichtig vorgehen und das Gewächs, wenn möglich, maximal alle drei Jahre umtopfen. Zwischendurch kann in regelmäßigen Abständen die oberste Erdschicht entfernt und durch frisches Substrat ersetzt werden. Beim Umtopfen sollte ein Topf oder Kübel gewählt werden, der nicht allzu viel größer als sein Vorgänger ist.

Gießen

Die Paradiesvogelblume benötigt vor allem im Frühling und Sommer viel Wasser, da die Blätter viel Feuchtigkeit abgeben. Je mehr Blätter die Pflanze besitzt und je größer sie ist, desto höher ist ihr Flüssigkeitsbedarf. Sie sollte daher regelmäßig großzügig gegossen werden – meist reicht einmal pro Tag.

Folgendes sollte beim Geißen beachtet werden:

  • das Substrat sollte immer etwas feucht sein, aber nicht nass
  • die Pflanze verträgt keine Staunässe
  • das Substrat sollte nie ganz austrocknen
  • wenn die Erdoberfläche wieder trocken ist, wird es Zeit, die Zierpflanze erneut zu gießen (Daumenprobe!)
  • am besten eignet sich lauwarmes und weiches Wasser zum Gießen

Im Winter benötigt die Strelitzia reginae einen kühlen Standort und muss daher seltener gegossen werden. Das Substrat muss nicht dauerhaft feucht gehalten werden, sollte aber auch nie komplett austrocknen.

Paradiesvogelblume kann im Topf oder Kübel gehalten werden

Düngen

Im Frühling und Sommer sollte die Strelitzia reginae einmal wöchentlich gedüngt werden. Dazu kann etwas Flüssigdünger in das Gießwasser gemischt werden. Auch Düngestäbchen eignen sich. Eine kleine Menge Dünger reicht dabei aus. Wachsen die Blätter besser, während sich die Blüten nur langsam herausbilden, ist das ein Zeichen dafür, dass zu viel gedüngt wird.

Sämlinge sollen nicht gedüngt werden, da die Samen bereits alle wichtigen Nährstoffe gespeichert haben. Erst zwei Monate, nachdem die ersten Triebe einer neuen Pflanze sichtbar sind, sollte sie unabhängig von der Jahreszeit einmal wöchentlich mit einer sehr kleinen Menge Dünger versorgt werden.

Blattpflege

Bereits kleine Pflegemaßnahmen können eine große Wirkung entfalten. Daher sollten bei älteren Pflanzen beispielsweise alte Blätter ab und zu entfernt werden, damit das Wachstum angeregt wird. Da bei der Papageienblume viel Wasser über die großflächigen Blätter verdunstet, lässt sich durch diese Maßnahme zudem verhindern, dass sie unnötig viel Wasser verliert. Trockene Blätter und Blüten sollten ebenfalls zeitnah abgenommen werden. Jedoch sollte man ein Zurechtstutzen der Pflanze vermeiden. Wird das Gewächs zu groß, sollte es stattdessen lieber in mehrere Pflanzen getrennt werden.

Königs-Strelitzie hat große und immergrüne Laubblätter

Überwintern

Während die Strelitzia reginae den Sommer am liebsten draußen verbringt, sollte sie im Winter auf jeden Fall in die Wohnung oder in einen anderen geschützten Innenraum wie ein Treppenhaus geholt werden. Sobald die Temperaturen unter 10°C fallen, sollte die Pflanze in ihr Winterquartier umziehen. Das bewohnt sie meist mindestens von Oktober bis April.

Folgende Bedingungen sind optimal für die Überwinterung:

  • heller, nicht zu stark beheizter Raum
  • Temperaturen zwischen 10°C und 15°C
  • wenig gießen – das Substrat sollte nicht komplett austrocknen, aber muss auch nicht dauerhaft feucht sein
  • kein Dünger

Temperaturen unter 10°C und Frost verträgt die Pflanze nicht. Ist sie dem ausgesetzt, können Wachstum und Blütenbildung gehemmt werden. Wenn sie in einem kühlen, hellen Zimmer überwintert, beginnt die Strelitzia reginae in den meisten Fällen bereits am Ende des Winters zu blühen und nicht erst im Frühling. Auch eine beschränkte Wasserzufuhr führt dazu, dass die Pflanze früher Blüten herausbildet.

Vermehren

Zwei Arten der Vermehrung empfehlen sich für die Strelitzia reginae.

Teilen

Eine Paradiesvogelblume lässt sich am einfachsten durch Teilung vermehren. Beim Umtopfen kann eine große Pflanze ganz einfach geteilt werden. Der abgetrennte Spross sollte mindestens drei Blätter besitzen – je größer die neue Pflanze ist, desto schneller wird sie blühen.

Ein vorsichtiges Vorgehen ist wichtig, um die sensiblen Wurzeln so wenig wie möglich zu beschädigen. Bricht dennoch eine Wurzel ab, sollte vor dem Eintopfen Holzkohlepulver auf die Stelle gegeben werden. Auch abgeknickte Wurzeln sollten vorsichtig abgeschnitten und mit dem Pulver behandelt werden.

Strelitzia reginae, Papageienblume mit orange-gelb und blau leuchtenden Blütenblättern

Samen

Die Strelitzia reginae bildet erbsengroße Kapselfrüchte heraus, die holzig und dreifächerig sind. Die Samen können gekauft oder nach dem Heranreifen aus einer Paradiesvogelblume entnommen werden. Da die Keimfähigkeit mit zunehmendem Alter sehr schnell abnimmt, sollten die Samen möglichst bald zum Keimen gebracht werden.

Bei dieser Methode der Vermehrung braucht der Gärtner allerdings viel Geduld:

  • es kann mehrere Monate dauern, bis die Samen keimen
  • die ersten Blüten der neuen Pflanze sind frühestens nach einem Wachstum von drei Jahren zu erwarten
  • je länger die Samen ungenutzt herumliegen, desto mehr verzögert sich die Blüte
  • im Extremfall kann es bis zu zehn Jahre dauern, ehe eine aus Samen gezogene Papageienblume zum ersten Mal blüht

Aussaat

Eine schützende Wachsschicht hüllt die Samen ein. Um die Keimzeit etwas zu verkürzen, können die Samen entweder gründlich mit Seifenwasser gewaschen oder mit Sandpapier vorsichtig angeraut werden. Anschließend legt man sie zwölf Stunden bis zwei Tage lang in ein Gefäß mit warmem Wasser und lässt sie aufquellen.

Anzucht

Auch bei der Anzucht profitiert die Strelitzia reginae von einem warmen Standort mit einer Temperatur von rund 25°C. Temperatur und Feuchtigkeit sollten während der Anzucht möglichst konstant gehalten werden.

Damit die junge Paradiesvogelblume ordentlich wachsen kann, sollte sie wie folgt eingepflanzt werden:

  • einen kleinen Topf mit einer Drainageschicht füllen
  • Substrat darüber geben und leicht eindrücken
  • den zuvor eingeweichten Samen zwei bis drei cm tief in das Substrat drücken
  • Erde über dem Samen andrücken
  • großzügig gießen, so dass das Substrat feucht ist
  • Topf mit durchsichtiger Tüte abdecken, um Temperatur zu erhöhen und Verdunstung zu verringern
  • Tüte regelmäßig zum Lüften abnehmen

Strelitzia reginae mit Blüten, die vier Wochen lang halten

Sobald sich ein Trieb durch die Erde schiebt, wird die Abdeckung dauerhaft entfernt. Die Pflanze benötigt ab jetzt viel Licht. Bevor der erste Trieb zu sehen ist, reicht auch ein dunkler oder schattiger Standort, solange dieser warm genug ist.

Schädlinge

Ein zu warmer Platz zum Überwintern schwächt die Strelitzia reginae und macht sie anfällig für Schädlinge. Der Pflanze kann auch ein zu abrupter Temperaturwechsel schaden, beispielsweise ein zu schneller Übergang vom kühlen Winterquartier zum warmen Außenstandort. Diese Schädlinge treten als Folge dessen am häufigsten auf:

Schildlaus

Schildläuse sitzen vor allem auf der Unterseite der Blätter. Sie machen sich durch Honigtau und klebrige Blattoberflächen bemerkbar. Zudem bilden sich runde Schilde auf der Pflanze aus, die hellgrün bis dunkelbraun gefärbt sind. Diese müssen mit einer Bürste gründlich, aber vorsichtig entfernt werden. Der Honigtau kann mit einem feuchten Tuch abgewischt werden.

Königs-Strelitzie, Papageienblume ein exotisches Gewächs

Bei fortgeschrittenem Befall sollte die Pflanze zudem mit Öl abgespritzt und/oder eingepinselt werden. Dadurch ersticken die Blattläuse. Um dem Befall vorzubeugen, sollte auf einen artgerechten Standort sowie eine ausreichende Luftfeuchtigkeit geachtet werden. Diese wird bereits durch regelmäßiges Stoßlüften erreicht.

Botrytis Cinerea

Der Botrytis cinerea ist ein Schadpilz, der auch als Grauschimmel bezeichnet wird. Der Name leitet sich von den Symptomen ab: Die befallenen Blüten und Blätter entwickeln zunächst dunkle Flecken und werden später von einer pelzigen, grauen Schimmelschicht überzogen. Infizierte Pflanzenteile dürfen nicht mit gesunden in Berührung kommen. Sie müssen so schnell wie möglich entfernt werden, um die Ausbreitung des Pilzes zu verhindern. Auch hier beugt regelmäßiges Lüften dem Befall vor.

Sorten

Zur Gattung der Strelitzien gehören fünf verschiedene Pflanzenarten. Nur die Strelitzia reginae wird als Zimmer- und Kübelpflanze kultiviert.