Süßkartoffeln selbst anbauen

Ob im Ofen gebacken, als Pommes frittiert oder zur Suppe püriert: Die liebliche Süßkartoffel lässt sich auf verschiedenste Weise zubereiten und schmeckt angenehm süß. Daher erfreuen sich die vitaminreichen Knollen auch hierzulande immer größerer Beliebtheit. Im Garten oder im Kübel lässt sich die robuste Nutzpflanze selbst züchten. Die Anleitung zeigt, wie Sie die Süßkartoffel richtig pflanzen, pflegen und ernten.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Windengewächse (Convolvulaceae)
  • Gattung: Prunkwinden (Ipomoea)
  • Art: Süßkartoffel (Ipomoea batatas)
  • Trivialnamen: Weiße Kartoffel, Batate
  • Herkunft: Mittel- und Südamerika
  • bildet knollenförmige, essbare Speicherwurzeln
  • sommergrüne, krautige Kletterpflanze
  • Triebe werden zwischen einem und zwei Metern lang
  • große herzförmige Blätter
  • trichterförmige, weiße bis rosafarbene Blüten mit kurzer Blütezeit

Die Süßkartoffel ist ein wahres Multitalent: Über der Erde ranken die langen Triebe mit den großen Blättern und den zarten Blüten, während unter der Erde die nährstoffreichen, appetitlichen Knollen heranwachsen. Obwohl die Batate aus den Tropen und Subtropen stammt, lässt sie sich mit der richtigen Pflege auch in Mitteleuropa gut kultivieren. Die Knollen lassen sich leicht vermehren und gedeihen bei guten Wachstumsbedingungen üppig. Befolgen Sie die Empfehlungen zum Pflanzen und zur Ernte, um das vielseitige Gewächs optimal nutzen zu können.

Süßkartoffeln in der Erde

Die Süßkartoffel, ein Windengewächs, ist mit der Kartoffel, einem Nachtschattengewächs, nur entfernt verwandt. Die Knollen, die meist orange, weiß, gelb oder lila gefärbt sind, erinnern geschmacklich mehr an die Möhre. Die Batate stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika, wo Christoph Kolumbus die exotischen Knollen angeblich im 16. Jahrhundert entdeckte und nach Europa brachte.

Heute wird die Ipomoea batatas in großen Mengen in China, aber auch in Afrika sowie Mittel- und Südamerika angebaut. In einigen südeuropäischen Ländern wie Portugal und Spanien ist sie ebenfalls zu finden.

Pflege

Die schnell und üppig wachsende Ipomoea batatas vereint Zier- und Nutzpflanze in einem Gewächs, weshalb sie sich sehr gut für den Garten eignet. Im Kübel kann sie zudem auf dem Balkon oder der Terrasse kultiviert werden.

Süßkartoffelpflanze im Gartenbeet

Damit die Pflanze ausreichend Platz zum Wachsen hat und sich die Ernte lohnt, sollte der Topf oder Kübel ein Fassungsvermögen von mindestens 30 Litern aufweisen. Sobald sie angewachsen sind, gestaltet sich die Pflege der Bataten vergleichsweise leicht. Daher kann das Gewächs auch von unerfahreneren Hobbygärtnern gut kultiviert werden.

Standort

An einem warmen, hellen und geschützten Standort gedeihen Süßkartoffeln am besten. Ideal sind ein sonniger bis halbschattiger Platz sowie Temperaturen um die 24 Grad Celsius. Bei niedrigeren Temperaturen und an schattigen Standorten wächst sie langsamer. Fallen die Temperaturen auf zehn Grad Celsius oder weniger, hört die Süßkartoffel ganz auf zu wachsen und bei Frost stirbt sie ab.

der richtige Platz im Gartenbeet für den Süßkartoffelanbau

Einige Sorten vertragen direkte Sonneneinstrahlung nur in Grenzen. Wenn die Blätter anfangen zu verbrennen, muss die Ipomoea batatas an einen schattigeren Ort umgesetzt werden. Da die Ipomoea batatas lange, rankende Triebe ausbildet, benötigt sie zudem Platz zum Ausbreiten.

  • sie kann entweder als Bodendecker oder Rankepflanze kultiviert werden
  • zum Ranken benötigt die Ipomoea batatas eine Kletterhilfe, beispielsweise ein Gerüst oder Gestell
  • alternativ kann die Batate an einer (Haus-)Wand oder einem Zaun in die Erde gesetzt werden, woran sie sich hinaufhangeln kann
  • auf dem Balkon oder der Terrasse können die Triebe über die Brüstung oder einen Zaun gelegt werden, so dass sie auf der anderen Seite dekorativ herunterhängen
  • im Beet sollte die Süßkartoffel ähnlich wie die reguläre Kartoffel in Dämmen angebaut werden, diese sollten etwa 20 Zentimeter hoch sein
  • zwischen den einzelnen Pflanzen ist ein Abstand von 50 bis 60 Zentimetern zu empfehlen

Der Standort sollte zudem frei von Unkraut gehalten werden. Um den Wuchs einzudämmen, kann das Substrat beispielsweise mit Rasenschnitt oder Kompost bemulcht werden. Zusätzlich sollte regelmäßig das Unkraut, das trotzdem wächst, gejätet werden. Die Süßkartoffel hat einen sehr hohen Nährstoffbedarf und Unkraut entzieht dem Substrat wichtige Stoffe.

Substrat

Die Süßkartoffel bevorzugt ein sandiges, durchlässiges und nährstoffreiches Substrat. Wird die Nutzpflanze im Garten in ein Beet gesetzt, sollte die Gartenerde zuvor mit Kompost oder Hornspänen gemischt werden. Beachten Sie dabei, dass die Ipomoea batatas bis zu 30 Zentimeter tief in die Erde hineinwächst. Die nährstoffreiche Substratschicht sollte entsprechend dick genug sein. Im Kübel können Sie handelsübliche Blumenerde oder ein Gemisch aus Sand und Kompost verwenden.

Pflanzen

Die Ipomoea batatas ist frostempfindlich und sollte daher erst nach den Eisheiligen ab Mitte oder Ende Mai draußen eingepflanzt werden. Im Gewächshaus kann sie bereits eher in die Erde gesetzt werden. Beste Startbedingungen im Freien hat das Gewächs, wenn Sie es ab Ende des Winters im Haus anziehen.

So gehen Sie dabei vor:

  • füllen Sie einen Topf oder eine Kiste mit lockerem Substrat, beispielsweise Gartenerde oder einer Mischung aus Kompost und Sand
  • legen Sie die Saatknolle auf die Erde
  • stellen Sie das Gefäß in einen hellen und warmen Raum oder ein Zimmergewächshaus, es müssen mindestens 18 Grad Celsius herrschen
  • sorgen Sie für eine gleichmäßige Feuchtigkeit des Bodens

Substrat für die Pflanzung von Süßkartoffeln

So treibt die Saatknolle innerhalb einiger Wochen aus. Alternativ können Sie die Knolle zunächst im Wasser keimen lassen.

  • füllen Sie ein Glas mit Wasser
  • halbieren Sie die Süßkartoffel
  • hängen Sie eine halbe Knolle hinein, so dass sie etwa zur Hälfte mit Wasser bedeckt ist
  • damit sie nicht hineinfällt, können Sie zum Beispiel im oberen Drittel mehrere Zahnstocher in die Knolle hineinstecken, so dass diese auf dem Glasrand liegen und die Süßkartoffel festhalten
  • die Schnittstelle soll dabei nach unten zeigen
  • jedes Stück der Süßkartoffel benötigt für die Anzucht ein eigenes Glas
  • stellen Sie das Glas auf ein helles, warmes Fensterbrett

Wenn die Knolle mehrere Triebe gebildet hat, die mindestens 20 Zentimeter groß sind, kann die Jungpflanze ab Mai draußen ins Beet oder in den Kübel gepflanzt werden. Dafür sollte die aufgelockerte Gartenerde im Beet zuvor mit Kompost und Hornspänen vermischt werden.

Die Knolle wird anschließend in ein Erdloch gesetzt, das so tief wie die Wurzeln ist. Füllen Sie das Loch mit Substrat auf und drücken Sie es rund um die Pflanze vorsichtig an. Abschließend wird die Jungpflanze kräftig gegossen. Die Triebe können wahlweise auch als Stecklinge gepflanzt werden.

  • schneiden Sie die Triebe mit einem scharfen Messer von der Knolle ab
  • füllen Sie eine flache Schale mit Wasser, in die Sie die Triebe hineinsetzen
  • nach einigen Tagen bilden sich erste Wurzeln
  • nun können Sie draußen eingepflanzt werden

Süßkartoffeln selbst pflanzen

Am leichtesten lassen sich vorgezogene Pflanzen oder Saatknollen aus dem Fachhandel kultivieren. Die Saatknollen sollten dabei nicht lange gelagert, sondern so schnell wie möglich in die Erde gesetzt werden. In den handelsüblichen Plastikverpackungen sind sie anfällig für Schimmel.

Gießen

Die Ipomoea batatas benötigt vor allem in warmen Sommern viel Wasser und muss regelmäßig gegossen werden. Achten Sie darauf, dass das Substrat immer gleichmäßig feucht bleibt. Um Verdunstungen zu minimieren, können Sie im Beet eine Schicht Mulch auf die Erde geben. Dazu eignen sich beispielsweise Kompost, Blätter oder Rasenschnitt. Die Pflanze verträgt allerdings keine Staunässe, worauf besonders im Kübel zu achten ist. Überschüssiges Wasser sollte unten ablaufen können.

Düngen

In der Wachstumsphase zwischen März und September wird die Ipomoea batatas aller drei Wochen gedüngt. Für Pflanzen im Gartenbeet eignen sich Volldüngemittel oder Hornspäne. Steht die Süßkartoffel im Kübel, geben Sie ihr am besten regelmäßig eine Portion Flüssigdünger.

Süßkartoffelpflanze mit ihren grünen Blättern

Überwintern

Da die Ipomoea batatas nicht winterhart ist und keinen Frost verträgt, wird sie meist als einjähriges Gewächs kultiviert. Im nächsten Jahr werden neue Pflanzen angebaut.

Ernte

Gegen Ende der Wachstumszeit speichert die Ipomoea batatas Nährstoffe in ihren Wurzeln, die sich knollenartig verdicken. Wenn die oberirdischen Pflanzenteile welken und sich gelblich verfärben, können die Tochterknollen der Süßkartoffel geerntet werden. Das sollte im September oder Oktober vor dem ersten Frost geschehen.

Die Ernte ist mit geringem Aufwand verbunden:

  • am Erntetag sollte es möglichst nicht regnen
  • heben Sie die Pflanzen beispielsweise mit einer Grabgabel oder per Hand aus dem Boden
  • gehen Sie dabei vorsichtig vor, da sich die meisten Knollen nah unter der Erdoberfläche befinden
  • schneiden Sie die verwelkten Blätter und Äste ab und entsorgen Sie diese auf dem Kompost oder im Biomüll
  • übrig bleiben die nährstoffreichen Knollen der Süßkartoffel
  • schütteln Sie die Erde vorsichtig ab, aber waschen Sie die Knollen nicht
  • erst kurz vor der Verarbeitung wird die Süßkartoffel gründlich gewaschen
  • direkt nach der Ernte sollen die Knollen etwa zwei bis drei Tage lang an der Luft trocknen, am besten in einem warmen Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit
  • in dieser Zeit reifen sie nach und entwickeln ihren typischen Geschmack

Süßkartoffeln ernten und lagern

Anschließend können die Bataten verarbeitet und gegessen oder für einen begrenzten Zeitraum gelagert werden.

Lagern

Die Knollen der Ipomoea batatas sind wegen ihres hohen Flüssigkeitsgehalts nur begrenzt haltbar, da sie faulen können. In einem dunklen, trockenen Raum lassen sie sich einige Monate lagern, wenn die Temperaturen 14 Grad Celsius nicht überschreiten. Eine Kartoffelkiste im Keller eignet sich am besten.

Vermeiden Sie bei der Lagerung Folgendes:

  • legen Sie die Süßkartoffeln nicht in einer Tüte oder einem verschlossenen Gefäß, da sie sonst schnell schimmeln
  • wenn sie herunterfallen, bilden die Bataten große Flecken, das sollte vermieden werden
  • lagern Sie die Süßkartoffeln nicht in die Nähe von Obst, dieses gibt Ethylen ab, wodurch die Knollen faulen können
  • die kälteempfindlichen Knollen dürfen auf keinen Fall in den Kühlschrank gelegt werden

Wenn Sie im nächsten Jahr erneut Ipomoea batatas pflanzen möchten, können Sie einige Knollen der aktuellen Ernte aufheben und im späten Frühjahr erneut in die Erde setzen.

Vermehren

Süßkartoffeln lassen sich über Samen nur schwer vermehren. Sie bilden manchmal gar keine oder nur wenige heraus, die schlecht keimen. Eine Zucht über Saatknollen ist daher am vielversprechendsten. Diese können entweder im Fachhandel oder online gekauft werden. Wer im Vorjahr selbst Süßkartoffeln geerntet hat, kann einige Knollen aus der eigenen Ernte aufbewahren und diese im nächsten Jahr kultivieren, wie im Abschnitt „Pflanzen“ beschrieben. Wahlweise können Sie eine bestehende Pflanze auch über Ableger vermehren.

Süßkartoffeln im eigenen Garten züchten

Ableger

Einen Ableger gewinnen Sie im Spätsommer, bevor die Ipomoea batatas verwelkt. Schneiden Sie dazu einen Trieb ab, der etwa 15 bis 20 Zentimeter lang ist, und stellen Sie diesen in ein Glas Wasser. Nach mehreren Tagen bilden sich erste Wurzeln. Nun kann der Trieb in einen Topf mit lockerem Substrat, beispielsweise Blumenerde, gesteckt werden.

Der Ableger überwintert drinnen an einem warmen, hellen Standort. Das Substrat darf nicht austrocknen, weshalb die Jungpflanze regelmäßig gegossen werden muss. Im Frühling ist sie dann kräftig genug und kann draußen ins Beet oder in den Kübel gepflanzt werden.

Krankheiten

Schädlinge und Krankheiten

Süßkartoffeln sind robust und sind nur selten von Krankheiten oder Schädlingsbefall betroffen. Ab und zu ziehen die schmackhaften Knollen Wühlmäuse an. Das Gewächs lässt sich mit Hilfe eines Wühlmauskorbs am besten schützen. Er wird vor dem Einpflanzen in das Pflanzloch gesetzt und umgibt den Wurzelballen mit einem Drahtgeflecht, das die Schädlinge fernhält.

Sorten

Zur Art Ipomoea batatas gehören verschiedene Sorten, die sich in Details unterscheiden. „Blacky“ besitzt eher dunkles, gelapptes Laub, während „Marguerite“ hellgrüne, herzförmige Blätter entwickelt. Die Sorte „Black Tone“ wächst besonders gut bei intensiver Sonneneinstrahlung und besitzt schwarz-rotes Laub. Zu den beliebtesten Sorten zählen zudem „Centennial“ und „Beauregard„. Wer Süßkartoffeln ernten möchte, muss darauf achten, dass er keine Ziersorte wie „Sweet Caroline Purple„, „Autumn“ oder „Indica“ erwischt. Diese bilden nur sehr kleine Knollen aus. Im Gegensatz zu den Nutzsorten blühen sie jedoch länger und bilden größere Blüten aus.