Den ganzen Sommer über strahlen die farbintensiven Blüten der Tagetes mit der Sonne um die Wette. Bereits im 16. Jahrhundert gelangte die Pflanze von Mittelamerika nach Europa und ist seitdem ein Dauerrenner in unseren Gärten. Dank ihrer Anspruchslosigkeit benötigt sie keine tägliche Aufmerksamkeit vom Gärtner. Wie Sie alles richtig bei der Pflege der Studentenblume machen, erfahren Sie in dieser Anleitung.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Unterfamilie: Asteroideae
  • Gattung: Tagetes
  • Trivialnamen: Studentenblume, Sammetblume, türkische Nelke, Totenblume
  • Herkunft: Mexiko, Mittel- und Südamerika
  • buschig wachsende, ein- oder mehrjährige Pflanzen
  • Wuchshöhe: 15 bis 80 cm, selten bis 200 cm
  • Blütezeit: Mai bis Oktober
  • Blütenkörbchen mit Zungen- und Röhrenblüten
  • Farbe: Zitronengelb bis Braunrot
  • Blätter: teils einfach, teils gefiedert

Aus dem sommerlichen Garten sind Studentenblumen gar nicht mehr wegzudenken. Mit ihren strahlend zitronengelben bis braunroten Blütenständen zieren sie nicht nur so manches Beet, sondern auch Balkonkästen oder Gräber. Viele Hybriden der Tagetes haben auch zweifarbige Blütenkörbchen.

Einige Zeit waren die Studentenblumen etwas aus der Mode, das lag wahrscheinlich an ihrem streng aromatischen Geruch, der von vielen Menschen als sehr unangenehm empfunden wird. Den neuen Sorten ist dieser Geruch deshalb weggezüchtet worden. Allerdings hatte der strenge Duft auch seine Vorteile, denn er vertreibt Schädlinge wie die Weiße Fliege auf ganz natürliche Weise.

Tagetes, Studentenblume mit leuchtend gelber Blumenfarbe

Die etwa 50 wild wachsenden Arten der Tagetes gehören zu der großen Familie der Korbblüter. Am stärksten verbreitet sind bei uns die Hybriden der Tagetes patula und der großblütigen Tagetes erecta. Im Frühsommer bilden sich an der buschigen Pflanze einfache oder gefüllte Blüten in zahlreichen Farbvarianten.

Von einem hellen Gelb über Orangetöne und Braunrot sind alle Schattierungen, teils auch mehrfarbige, im Angebot. Die älteren Sorten verbreiten einen intensiven Duft über Drüsen an den Blatträndern und Wurzeln, den nicht jeder als angenehm empfindet. Deshalb hat sich neben dem Namen Studentenblume oder Sammetblume auch die unschöne Bezeichnung Totenblume oder „Studentenfurz“ eingebürgert.

Pflege

Die Tagetes gehört zu den beliebtesten Dauerblühern in unseren Gärten. Die Blumen sind nahezu unverwüstlich, deshalb eignen sie sich nicht nur für Beete und Steingärten, sondern gelten auch als besonders pflegeleichte Grabbepflanzung. Allerdings sind die farbenfrohen Dauerblüher nicht winterhart. Deshalb müssen sie jedes Jahr auf ein Neues gepflanzt oder ausgesät werden.

Standort

Um ihre volle Schönheit zu entfalten, benötigt die Tagetes einen vollsonnigen Standort. An der südlichen Hauswand, einem sonnigen Beet und auch auf Südbalkonen gedeiht die pflegeleichte Studentenblume ausgesprochen gut. Sie gilt als nahezu unverwüstlich und passt sich gut an nahezu alle Bedingungen im Garten problemlos an. Nur einige wenige Dinge mag die Blume nicht: Staunässe und Schatten.

  • Lichtbedarf: vollsonnig
  • verträgt auch die Mittagssonne gut
  • mindestens 6 Stunden Sonne am Tag
  • windgeschützt

An einem sonnigen und warmen Standort bildet die Studentenblume eine üppige Blütenfülle bis zu den ersten Frösten im Oktober. Auch ein halbschattiger Ort wird toleriert, führt aber zu einem weniger beeindruckenden Erscheinungsbild. Gute Kombinationspartner sind neben Ringel- und Kornblumen auch kleinere Arten des Sonnenhutes und Männertreu.

Tagetes im Gartenbeet

Bodenbeschaffenheit/Substrat

Bezüglich der Bodenqualität ist die Studentenblume nicht besonders wählerisch. Solange der Gartenboden nicht sehr schwer oder von Staunässe bedroht ist, kommt sie mit allen Verhältnissen gut zurecht.

  • mäßig nährstoffreich
  • humos
  • gut durchlässig für Wasser und Luft
  • im Kübel genügt herkömmliche Blumenerde

Pflanzzeit

Im Frühjahr sind überall die unterschiedlichsten Tagetessorten im Handel erhältlich. Diese Pflanzen können ab Mitte Mai, wenn keine Spätfröste mehr zu erwarten sind, ins Freiland oder in einen Blumenkasten gepflanzt werden.

Pflanzen im Beet

Mit einer fachgerechten Bodenvorbereitung können beste Voraussetzungen für eine lange Blühsaison der Tagetes geschaffen werden. Harken Sie deshalb das Beet gut durch und befreien Sie die gewünschte Pflanzstelle von alten Wurzeln, Steinen und Unkraut. Schwere Böden können mit etwas Sand oder Splitt durchlässiger für Wasser und Luft gemacht werden. Bei sehr sandigen Untergründen hilft das Untermengen von reifem Kompost oder humoser Blumenerde, Nährstoffe zur Verfügung zu stellen und das Wasser besser im Erdreich zu halten.

  • Pflanztiefe: wie vorher im Topf
  • Pflanzabstand: halbe Wuchshöhe (je nach Sorte 15 bis 50 cm)
  • bei mageren Böden Hornspäne untermengen
  • Pflanzen vor dem Einpflanzen gut wässern

Setzen Sie die Pflanzen in das Pflanzloch und füllen Sie Lücken mit Substrat auf. Die Erde anschließend mit den Händen leicht andrücken und noch einmal gut angießen.

Pflanzen im Topf

Die Tagetes lässt sich auch in Pflanzkübeln und in Balkonkästen kultivieren. Hier eignen sich besonders die kleinwüchsigen Arten. Verwenden Sie in diesen Fällen immer Pflanzgefäße mit Drainagelöchern, damit es nicht versehentlich zu Staunässe kommt. Über den Abzugslöchern wird zunächst eine Schicht aus Kies oder Blähton eingefüllt, damit das Wasser besser abfließen kann.

Geben Sie am besten gleich ein paar Hornspäne als Langzeitdünger zum Substrat, um der Studentenblume beste Startbedingungen zu bieten. Nach dem Einpflanzen wird die Tagetes gut angegossen. Überschüssiges Wasser muss nach spätestens 10 Minuten aus dem Untersetzer entfernt werden.

Tagetes wird auch Sammetblume, türkische Nelke oder Totenblume genannt

Aussaat

Zwar ist die Studentenblume für wenige Cent im Gartenmarkt erhältlich, sie kann aber auch aus Samen selbst kultiviert werden. Bereits ab Februar werden die Samen für die Vorkultur im Haus gesät, ab Mai können die Samen aber auch direkt ins Freiland gestreut werden. Bei der Vorzucht im Haus verschafft man der Blume einen deutlichen Vorsprung, sodass sie gut und gerne vier Wochen vor der Freilandaussaat blüht.

  • Vorkultur im Haus: Ende Februar bis April
  • Aussaat ins Frühbeet: ab März
  • Direktaussaat: ab Mitte Mai
  • Substrat bei Vorkultur: Anzuchterde, Kokohum, Kakteenerde
  • Temperatur: um 18 Grad
  • Keimdauer: 10 bis 14 Tage
  • Standort: hell (ohne Mittagssonne)
  • Samen auf feuchtes Substrat streuen
  • nur leicht andrücken (Lichtkeimer)
  • Pflanzgefäß in durchsichtigen Beutel stellen
  • regelmäßig Lüften

Studentenblumen sind recht keimwillig, größere Ausfälle kommen nur sehr selten vor. Meist gibt es Probleme beim Keimen, wenn die Samen bei der Ernte noch nicht reif oder trocken waren. Auch Fröste überstehen die empfindlichen Samen nicht. Haben sich Keimlinge gebildet, wird die Plastiktüte oder Abdeckung entfernt.

Die Jungpflanzen können ab einer Größe von etwa 8 cm in einzelne Töpfe mit humosem Substrat gepflanzt werden. Ins Freiland dürfen die Pflanzen erst, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind.

Tagetes, Studentenblume ist eine anspruchslose Pflanze

Gießen

In ihrer Heimat, den USA über Mexiko bis nach Argentinien, wächst die Tagetes auf heißen, trockenen Hängen. So kommt sie auch mit etwas weniger Wasser in unseren Beeten oder Blumenkästen zurecht. Im Freiland muss die Studentenblume lediglich in langen Trockenperioden gewässert werden. Verschönert die Tagetes den Balkon, benötigt sie an heißen Tagen meist täglich etwas Wasser.

Düngen

Die farbenprächtige Blume kommt auch mit kargen Böden, die wenige Nährstoffe enthalten, gut zurecht. Auf nährstoffreichen Substraten bildet die Pflanze vermehrt Blattmasse und nur wenige Blüten. Deshalb ist ein Düngen lediglich in der Anzuchtphase zu empfehlen, und das auch nur sehr verhalten. Bei Balkonpflanzen, die in wenig Erde wachsen, empfiehlt sich ein stickstoffarmer Flüssigdünger bei Bedarf (maximal alle vier Wochen).

Schneiden

Tagetes werden bei uns als einjährige Pflanzen kultiviert und müssen deshalb nicht geschnitten werden. Lediglich abgestorbenes oder krankes Laub sollte zeitnah entfernt werden. Wenn Verblühtes regelmäßig ausgebrochen wird, sieht die Pflanze nicht nur schöner aus, sondern bildet auch vermehrt Blüten bis in den Herbst. Wer beabsichtigt, die Studentenblume selbst aus Samen zu vermehren, sollte einige Blüten stehen lassen, damit die Samenstände ausreifen können.

Überwintern

Leider ist keine der zahlreichen Sorten der Tagetes in unseren Breitengraden winterhart. Deshalb müssen die Pflanzen jedes Jahr wieder neu gekauft oder selbst aus Samen gezogen werden. Wer die Studentenblume im Kübel oder im Balkonkasten kultiviert und einen Wintergarten oder ein beheiztes Gewächshaus hat, kann die Blume auch hell bei etwa 16 bis 18 Grad überwintern.

Wichtig hierbei ist, die Pflanzen rechtzeitig ins Haus zu holen. Im Winterquartier sollte die Tagetes sparsam gegossen und nicht gedüngt werden. Meist lohnt sich aber der Aufwand nicht und es ist einfacher, die Pflanze im kommenden Frühjahr wieder neu aus Samen zu ziehen.

Vermehren

Da die Studentenblume nur bedingt kühle Temperaturen verträgt, wird sie bei uns in der Regel als einjährige Pflanze kultiviert. Lässt man die Wildformen Samen ansetzen, säen sie sich auch von selbst aus. Bestimmte Zuchtformen sind jedoch leider steril, sodass sie nicht generativ vermehrt werden können.

Bei selbst geernteten Samenständen ist es meist nicht vorhersehbar, welche Eigenschaften die neue Pflanze hat. Oft entstehen Kreuzungen oder besonders attraktive Eigenschaften verschwinden. Wer eine ganz bestimmte Sorte der Tagetes kultivieren möchte, sollte daher auf Samen aus dem Fachhandel zurückgreifen.

Tagetes, Studentenblume für Beete oder auch für Balkonkästen geeignet

Samen

Wer die Studentenblume selbst vermehren möchte, kann dazu im Herbst die reifen Samen an der Pflanze ernten. Die Samen müssen bereits gut abgetrocknet sein, dann können sie frostfrei für einige Zeit gelagert werden. Schneiden Sie dazu die Samenstände von der Pflanze und trocknen diese über eine Woche auf Zeitungspapier an einem warmen Ort.

Anschließend werden die Samenstände in eine Plastiktüte gegeben und diese leicht aufgeblasen. Beim Schütteln der Tüte lösen sich die Samen aus den Kapseln und können leicht von diesen getrennt werden. Ab Februar beginnt dann die neue Anzuchtphase auf der Fensterbank im Haus oder ab Mai im Freiland.

Sorten

Neben den bewährten Sorten sind heute auch geruchlose Züchtungen in Handel erhältlich. Außerdem gibt es Studentenblumen mit angenehmem Duft wie die cremefarbene Lakritztagetes (Tagetes filifolia). In Kultur sind meist einjährige Hybriden anzutreffen.

Tagetes erecta (Aufrechte Studentenblume)

  • hohe Form
  • Wuchshöhe: zwischen 70 und 100 cm
  • auch Zwergformen erhältlich
  • stark gefüllte, kugelige und große Blüten (bis 12 cm)
  • in der Regel einfarbig
  • ‚Riesen Perfekta‘: mit hellgelber, orangefarbener oder goldgelber Blüte
  • ‚Vanilla F1‘: dichtgefüllte, weiße Blüten

Tagetes patula

  • meist als Hybriden erhältlich
  • niedrige, kompakte Form (20-30 cm Höhe)
  • gefüllte Blüten (oft zweifarbig)
  • ‚Bonita Carmen‘: rote Blüte mit gelbem Rand
  • ‚Yellow Boy‘: kräftig gelbe Blüten
  • ‚Starfish‘: gelb und braunrot gestreifte Blüten, ungefüllt
  • ‚Safari Bolero‘: exotisch gefleckte Blüten in Rot/Gelb
  • ‚Alumia Vanilla Cream‘: vanillegelbe, halb gefüllte Blüten

Tagetes tenuifolia (Schmalblättrige Studentenblume)

  • niedrige Wuchsform (um 25 cm)
  • sehr viele, kleinere Blüten
  • meist ungefüllt
  • ‚Paprika‘: rote Blüte mit feinen gelben Streifen
  • ‚Sol‘: sonnengelber Massenblüher mit feinfiedrigem Laub

Duft-Tagetes

  • Tagetes lucida ‚Anisata‘: duftet nach Estragon und Anis
  • Tagetes filifolia (Lakritztagetes): essbare Blüten mit Lakritzaroma
  • Tagetes tenuifolia ‚Luna Orange‘: fruchtiger Duft
  • Tagetes tenuifolia ‚Orange Gem‘: Gewürztagetes mit Orangengeschmack

Besonderheiten

Die geruchsintensiven Sorten der Tagetes wehren – zumindest für einige Zeit – wirksam Fliegen und andere Insekten ab. Die Duftstoffe, die die Pflanzen absondern, behagen auch vielen Insekten nicht. Wer ein Gemüsebeet schädlingsfrei halten möchte, kann den sympathischen „Stinker“ als Randbepflanzung oder zwischen die Nutzpflanzen setzen. Dort wehrt die Studentenblume nicht nur viele Fliegenarten ab, sondern tötet auch Nematoden im Boden.

Die Wurzeln der Tagetes scheiden Terthiophene aus und locken damit zunächst die Nematoden an. Sobald diese dann in die Wurzeln eindringen, ändert die Pflanze die Wirkstoffzusammensetzung und tötet die Nematoden ab. Besonders wirksam sind die Studentenblumen bei Mischbepflanzungen mit Rosen und Wurzelgemüse.

Tagetes, Studentenblume gibt es in unterschiedlichen Sorten

Krankheiten

Am richtigen Standort wird die Tagetes nur selten von Krankheiten befallen.

Trotzdem können gelegentlich folgende Erkrankungen auftreten:

  • Echter und Falscher Mehltau
  • Rost
  • Schimmel
  • Pilze

Schädlinge

Schnecken

Die Studentenblume ist nicht nur bei Gärtnern, sondern auch bei Schnecken ausgesprochen beliebt. Dagegen ist (außer einem wirksamen Schneckenschutz) nicht viel auszurichten. Andererseits lässt sich diese Vorliebe auch im Garten nutzen, indem man die Blume als Ablenkpflanze (Futterersatzpflanze) einsetzt und damit beispielsweise Erdbeeren oder Salat vor Schneckenfraß schützt.

Tagetes wird auch von Schädlingen heimgesucht

Blattläuse

Deformierte, gekräuselte oder eingerollte Blätter deuten auf einen Blattlausbefall hin. Auf der Unterseite der Blätter sowie an den Triebspitzen sind gelbe, grüne oder schwarze Tierchen erkennbar. Die befallenen Pflanzenteile erscheinen klebrig und werden oft von schwarzem Rußtau besiedelt. Schneiden Sie die befallenen Triebe heraus und behandeln Sie die Pflanze mit einem Gemisch aus Alkohol, Wasser und Spülmittel und vermeiden Sie stickstoffbetonte Dünger.

Spinnmilben

Auf der Blattoberseite zeigen sich weißlich-gelbe Aufhellungen in Punktform. Auf der Unterseite finden sich stecknadelkopfgroße Tierchen. Bei einem stärkeren Befall entstehen die typischen weißen Gespinste. Schneiden Sie die Triebe großzügig aus und behandeln Sie die Pflanze mit einem Gemisch aus Wasser, Alkohol und Spülmittel.