Taxus baccata, Europäische Eibe

Großer Beliebtheit erfreut sich die Eibe, die als Eibenhecke oder Solitär in zahlreichen Gärten zu finden ist. Aber auch im Kübel macht sich diese Pflanze wunderschön und setzt durch ihre roten Fruchtbeeren farbliche Akzente. Sie ist leicht zu pflegen, benötigt aber einen regelmäßigen Schnitt. Die Pflanz-, Pflege- und Schnitt-Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie den Bedürfnissen einer Eibe gerecht werden können.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Eibengewächse (Taxaceae)
  • Gattung: Eiben
  • Herkunft:  gemäßigte Regionen der Nordhalbkugel
  • Wuchshöhe: bis zu 15 Meter, manche Sorten auch höher
  • Blütezeit: von März bis Mai
  • Blüte: leuchtend rote Beeren
  • Nadelgewächs
  • immergrüne Sträucher oder kleine bis mittelgroße Bäume
  • gut geeignet als Hecke
  • Vorsicht: giftig!

Die Eiben zählen zu den genügsamen und anspruchslosen Pflanzen. Sie mögen die Sonne ebenso wie sie auch im Schatten gedeihen, wenn der Boden bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Um ein dicht bewachsenes Nadelkleid zu erreichen, Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen sowie die Form Ihren Wünschen entsprechend zu gestalten, muss die Eibe regelmäßig geschnitten werden.

Ansonsten stellt sie keine großen Ansprüche an ihre Pflege, sodass sie sich auch leicht von jedem Laien einpflanzen lässt und lange Freude als Hecke oder Topfpflanze bereitet.

Taxus baccata, Europäische Eibe im Garten
Taxus baccata, Europäische Eibe

Pflege

Diese dekorative Hecken- und Topfpflanze besticht nicht nur durch ihre Optik, sondern auch ihre Pflegeleichtigkeit. Einmal an einen optimalen Standort gestellt und richtig eingepflanzt, benötigt sie nur wenig Pflege. Mit dieser Anleitung zum Pflanzen, Pflegen und Schneiden erfahren Sie, wie Sie eine perfekte Basis für ein kraftvolles und gesundes Gedeihen schaffen.

Standort

Die Eibe ist in der Wahl des Standortes recht flexibel. Es eignen sich sowohl schattige Plätze als auch sonnige Orte. Optimal ist allerdings ein halbschattiger Standort. Steht sie zu dunkel, verringert sie ihre Wachstumsgeschwindigkeit. Bei zu sonnigen Standorten können vor allem bei abwechselndem Regen/Schnee und starker Sonneneinstrahlung zu Vertrocknungen kommen.

Insbesondere junge Eiben reagieren überempfindlich auf starke, direkte Sonneneinstrahlung. Eiben mit einem hohen Wachstum sollten windgeschützt stehen. Starker Wind könnte eine ausgewachsene Spitzenform auseinander biegen.

Taxus baccata, Europäische Eibe - ein immergrünes Nadelgewächs
Taxus baccata, Europäische Eibe

Bodenbeschaffenheit

Eine besondere Basis für ein gesundes Gedeihen, bildet in der Regel die Bodenbeschaffenheit. Auch hier stellt die Eibe keine besonderen Ansprüche und wächst nahezu in jedem Boden.

Vorteilhaft macht sich allerdings ein Boden, der:

  • humos und nährstoffreich ist
  • wasserdurchlässig ist
  • von lehmiger oder sandig-lehmiger Konsistenz ist
  • kalkhaltig ist
  • einen leicht sauren pH-Wert besitzt

Ist der Boden zu sandhaltig, kann Kompost eingearbeitet werden, um einen leicht sauren pH-Wert zu erzielen. Stark saurer Boden, wie er zum Beispiel bei Moorböden zu finden ist, ist nicht für Eiben geeignet.

Taxus baccata, Europäische Eibe
Taxus baccata, Europäische Eibe

Substrat

Ebenso kalkhaltig, leicht lehmig und vor allem wasserdurchlässig sollte das Substrat sein. Optimal eignet sich zum Beispiel Bonsai-Erde oder spezielle Blumen- und Kübelpflanzenerde, die Anteile an Sand und Tongranulat besitzen. Das Substrat kann zusätzlich mit  Bimskies gemischt sein, um die Wasserdurchlässigkeit zu verbessern und Staunässe zu vermeiden.

Pflanzzeit

Für das Pflanzen von Eiben eignen sich sowohl der Frühling als auch der Herbst. Grundsätzlich darf im Frühjahr zur Pflanzzeit kein Bodenfrost mehr bestehen und je größer der Abstand bis zur Frostzeit im herbst ist, desto besser kann sich die Eibe unbeschadet im neuen Boden verwurzeln.

Eiben, die in einen Topf gepflanzt werden sollen, können bereits im April vor den Eisheiligen eingesetzt werden. Allerdings sollte der Kübel dann auf Styropor oder ein Holzbrett gestellt werden, sodass ein eventueller Bodenfrost keine Kälte zu den Wurzeln aufsteigen lässt.

Pflanzen im Garten

So anspruchslos Eiben sind, so benötigen Sie dennoch eine fachgerechte Einpflanzung, um dort viele Jahre verbringen zu können.

Beachten Sie folgende Details und gehen Sie folgendermaßen beim Pflanzen vor:

  • breitwachsende Eiben sollten mindestens in zwei Meter Abständen eingepflanzt werden
  • schmal wachsende Eiben sind mit circa 40 Zentimeter Abstand zueinander einzupflanzen
  • stellen Sie vor dem Einpflanzen den Pflanzenballen für 24 Stunden in einen Eimer mit Wasser
  • beste Einpflanzzeit ist an einem sonnenfreien Tag
  • graben Sie das Pflanzloch
  • das Pflanzloch muss doppelt so tief und dreifach breiter als der Wurzelballen sein
  • minimieren Sie das Staunässe-Risiko, indem Sie den Erdboden mit circa drei Zentimeter Quarzsand oder Kies bedecken
  • reichern Sie den ausgehobenen Boden gegebenenfalls an, wie unter der Rubrik „Bodenbeschaffenheit“ beschrieben
  • arbeiten Sie als Erstdüngung Hornspäne oder Urgesteinsmehl mit in den Boden ein
  • setzen Sie den Wurzelballen in das Pflanzloch
  • füllen Sie die restliche Erde ins Pflanzloch und treten Sie diese gut fest
  • gießen Sie großzügig
  • halten Sie den Boden in den nächsten Wochen gut feucht

Pflanzen im Topf

Das Pflanzen in einen Topf oder einen Kübel ähnelt dem Pflanzen ins Beet. Achten Sie hier nur darauf, dass die Substrat-Oberschicht circa zwei Zentimeter tiefer als der Topfrand ist. Auf diese Weise wird ein Überlaufen nach dem Gießen verhindert. Ideal bietet sich auch die Verwendung eines Untertellers an. Hier kann überschüssiges Wasser aufgesammelt und abgeschüttet werden. So entsteht keine Staunässe.

Taxus baccata, Eibe, Beereneibe
Taxus baccata, Eibe, Beereneibe

Gießen

Vor allem Jung- und Topfpflanzen benötigen viel Wasser. Der Boden sollte nie austrocknen und stets gut feucht gehalten werden. Achten Sie darauf, dass keine Staunässe entsteht, die eine Eibe nicht verträgt.

Hilfreich ist es vor allem an warmen Sommertagen, eine Schicht Kies oder Rindenmulch auf die Erd- oder Substratoberfläche auszubreiten. Dies verhindert ein Verdunsten von Feuchtigkeit und hält die Feuchtigkeit länger im Bodeninneren.

Düngen

Auch in Puncto Düngung zeigt sich die Eibe pflegeleicht. Während beim Einpflanzen ein Vorratsdünger aus Hornspäne oder Urgesteinsmehl die ersten Monate ausreichend Nährstoffe und Mineralien abgibt, reicht danach eine Düngung mit Kompost oder speziellem Koniferen- und Tannendünger. Dieser sollte einmal im Jahr eingearbeitet werden.

Gießen Sie nach dem Düngen stets großzügig.  Auf diese Weise verteilt sich der Dünger besser und kann einfacher von den Wurzeln aufgenommen werden. Zusätzlich zum Düngen können Sie mit kalkhaltigem Wasser gießen, da die Eibenhecke viel Kalk zum Gedeihen benötigt. Die optimale Zeit zum Düngen ist im Frühjahr.

Taxus baccata fastigiata robusta, Säuleneibe
Taxus baccata fastigiata robusta, Säuleneibe

Alternativ zu kalkhaltigem Wasser kann Kalidünger alle sechs bis acht Wochen vom Frühjahr bis zum Herbst verabreicht werden.

Schneiden

Um nicht Jahre auf ein voll-wüchsiges Gesamtbild warten zu müssen, sollte ein regelmäßiger Schnitt einmal im Jahr einem Radikal-Schnitt alle paar Jahre vorgezogen werden.

Folgendes sollten Sie über einen richtigen Schnitt wissen:

  • vor allem Eiben, die langsam wachsen, sollten einmal im Jahr geschnitten werden
  • optimale Schnittzeit ist der Frühling, da darauf der Austrieb folgt und die Eibe im Sommer wieder dicht bewachsen ist
  • geschnitten werden sollte nicht über Ende Juni hinaus
  • Heckenschnitte werden bequem mit einer elektrischen Heckenschere erledigt
  • für gleichmäßig gerade Schnitte empfiehlt sich das Spannen eines Seils
  • tragen Sie stets Handschuhe, da bis auf das Fruchtfleisch, alles an einer Eibe giftig ist
  • schneiden Sie im Frühjahr eventuelle erfrorene Triebe ab
  • ist eine Eibe stark verkahlt, ist ein radikaler Rückschnitt erforderlich
  • bei einem radikalen Rückschnitt kürzen Sie alle Zweige mindestens um die Hälfte oder maximal bis auf 10 Zentimeter
Taxus baccata fastigiata robusta, Säuleneibe
Taxus baccata fastigiata robusta, Säuleneibe

Überwintern

Die Eibenhecke beziehungsweise die Eibe ist winterhart. Sie benötigt also keine besonderen Maßnahmen zum Schutz vor Kälte. Hier müssen Sie lediglich darauf achten, dass auch im Winter der Boden gut feucht gehalten wird, da durch die Wintersonne die Wasserverdunstung hoch ist.

Vor allem in einen Topf gepflanzte Eiben an sonnigen Standorten haben ein erhöhtes Austrocknungsrisiko. Kontrollieren Sie dementsprechend oft die Boden- beziehungsweise Substratfeuchte.

Während der Wintermonate erhält die Eibe keinen Dünger und sollte auf keinen Fall geschnitten werden. Jungpflanzen im ersten und zweiten Jahr sollten allerdings vor extremer Kälte zumindest durch einen windarmen Standort geschützt werden. Kübel mit Jungpflanzen sind auf eine Unterlage zu stellen, wie zum Beispiel Styropor. So gelangt die Bodenkälte nicht zu den Wurzeln.

Taxus baccata fastigiata robusta, Säuleneibe
Taxus baccata fastigiata robusta, Säuleneibe

Aussaat

Etwas kompliziert zeigt sich die Vermehrung durch eine Aussaat, wenn nicht fertige Samen im Tütchen in Gartenfachhandel benutzt werden. Die Eibe zählt zu den sogenannten Frostkeimern und entsprechend müssen die Samen behandelt werden.

Den Samen können Sie circa Ende Mai nach der Blütezeit den roten Früchten entnehmen, wenn sie braun gefärbt sind. Im Anschluss müssen Sie die Keime stratifizieren. Das bedeutet einer Kältebehandlung aussetzen.

Dazu gehen Sie wie folgt vor:

  • entfernen Sie das Fleisch
  • stratifizieren Sie die Kerne
  • dazu vermischen Sie die Samen mit feuchtem Substrat
  • stellen Sie die Samen bei circa zwei Grad Celsius und acht Grad Celsius kalt (Kühlschrank oder im Freiland)
  • die Samen sollten dunkel stehen
  • kontrollieren Sie die Samen regelmäßig und untersuchen Sie sie auf eine Wurzelbildung
  • sind erste Wurzeln erkennbar, kann der Samen ausgesät werden
  • das Stratifizieren kann sich bis zu 18 Monaten erstrecken
  • stecken Sie die Neupflanze nicht zu tief ins Pflanzloch
  • verwenden Sie spezielles Anzuchtsubstrat
  • halten Sie die Neupflanze mäßig feucht

Stecklinge

Einfacher gestaltet sich eine Vermehrung durch Stecklinge. Diese können Sie nach dem Schnitt im Frühjahr beziehungsweise bis Juni einfach gewinnen.

Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • schneiden Sie circa zwei- oder dreijährige Triebabschnitte mit mindestens 20 Zentimeter Länge ab
  • kürzen Sie die Seitentriebe sowie die Triebspitzen um rund die Hälfte
  • entfernen Sie im unteren Bereich alle Nadeln und Triebe
  • schaben Sie die Rinde im unteren Bereich circa fünf Zentimeter hoch ab
  • wählen Sie einen windgeschützten Schattenplatz – vermieden Sie aber trockene Luftverhältnisse
  • stecken Sie den Steckling nur wenige Zentimeter in die Erde
  • die Erde sollte humusreich, locker und durchlässig sein
  • als Substrat eignet sich ein Sand-Torf-Gemisch
  • halten Sie die Erde gut feucht – verhindern Sie aber Staunässe
  • empfohlene Temperatur: 20 Grad Celsius
  • es kann einige Wochen dauern, bis sich Wurzeln bilden
  • die Wurzelbildung ist spätestens an dem Wachstum neuer Blätter zu erkennen
  • im Anschluss kann der Steckling in normale Erde umgepflanzt oder -getopft werden
Cephalotaxus harringtonia, Kopfeiben, Pflaumeneiben
Cephalotaxus harringtonia, Kopfeiben, Pflaumeneiben

Vermehren

Nicht selten sät sich die Eibe selbst aus beziehungsweise ihr Samen wird durch Vögel ausgetragen. Eine kontrollierte Vermehrung können Sie entweder über die Aussaat oder über Stecklinge vornehmen.

Krankheiten

Die Eibenhecke zählt zu den robusten und unempfindlichen Pflanzen. Artenspezifische Krankheiten gibt es nicht. Überwiegend führt eine zu nasse Haltung zu Erkrankungen.

Wurzelfäule

Hat sich Staunässe durch zu viel Feuchtigkeit gebildet, reagiert die Eibe meist zügig mit einer Wurzelfäule. Kleine Eiben können Sie auspflanzen und den Wurzelballen für circa zwei Tage trocken legen. Schneiden Sie faule Wurzelteile ab und pflanzen Sie die Eibe anschließend in frische und trockene Erde ein. In der Regel erholt sich die Eibe wieder.

Cephalotaxus harringtonia, Kopfeiben, Pflaumeneiben
Cephalotaxus harringtonia, Kopfeiben, Pflaumeneiben

Schädlinge

Auch Schädlinge, die speziell Eiben befallen, gibt es nicht. Allerdings verirren sich hin und wieder Läuse auf die Eibenhecken, vor allem, wenn in der unmittelbaren Umgebung Läuse Pflanzen befallen haben und sich dann auf die Eibe ausbreiten. Meist handelt es sich hier um die Napfschildlaus., die auch über starken Wind auf eine Eibe gelangen kann.

Napfschildlaus

Die Napfschildlaus ist überwiegend in Großstädten zu Hause und ist nach ihrem Schutzschild benannt worden, der einem Napf ähnelt. Dieser sorgt dafür, dass sogar chemische Insektizide ihr meist nichts anhaben können. Mit Alkohol können Sie den Panzer aufweichen, sodass Insektizide effektiv wirken können.

Zu erkennen ist die Napfschildlaus an ihrer gerundeten, braunen Oberfläche, die mit weißen Punkten bestückt ist. Vornehmlich setzt sich die Napfschildlaus in Kolonien an den Pflanzenstielen und Blättern fest.

Sie scheidet Honigtau aus, der wiederum für ein Verkleben der Blätter sorgt und diese keinen Sauerstoff oder Licht aufnehmen können. Ein Absterben ist die nach einer Braunfärbung der Blätter die Folge.

Cephalotaxus harringtonia, Kopfeiben, Pflaumeneiben
Cephalotaxus harringtonia, Kopfeiben, Pflaumeneiben

Sorten

Taxus Baccara

In Europa ist meist nur die Sorte Taxus Baccara zu finden. Sie wird sehr alt und erreicht eine Höhe bis zu 15 Meter.

Bechereibe (Media Hicksii)

Kleiner bis zu einer maximalen Höhe von vier Meter, zeigt sich die Bechereibe (Media Hicksii), die im Gegensatz zur Europäischen Eibe überwiegend als Solitär Verwendung findet.

Säuleneibe (Taxus fastigiata)

Sehr schlank wachsen die Säuleneiben (Taxus fastigiata), die bis zu fünf Meter hoch und zwei Meter breit werden. Eine Abwandlung der Säuleneiben präsentieren die Gelben Säuleneiben (Taxus Fastigiata Aurea), die eine auffällige gelb-grün Färbung der Nadeln aufweisen und maximal drei Meter hoch werden.

Japanischen Eibe (Taxus cuspidata)

Die Japanischen Eiben (Taxus cuspidata) bieten zahlreiche Größen und Nadelfarben, während die Kisseneiben (Taxus repandens) als Bodendecker maximal bis zu 50 Zentimeter hoch werden.

Gold-Eibe (Elegantisima)

Ein Farbenspiel bieten die Gold-Eiben „Elegantisima“, die gelb gestreifte Nadel besitzen, welche sich im Laufe der Zeit in weiß-bunt ändern und je nach Sonnenlicht grün schimmern.