Viburnum opulus, Gemeiner Schneeball

Gemeiner Schneeball nennt sich unter anderem dieser Strauch, der jeden Garten und Balkon mit einer wunderschönen Blütenpracht füllt und im Herbst mit Beeren einen frischen Farbakzent in die zunehmend farblose Umgebung setzt. Die mehrjährige Pflanze ist winterfest und gedeiht für viele Jahre, wenn Sie einige Bedingungen erfüllen, welche Sie in der ausführlichen Pflege-Anleitung für den Viburnum opulus erfahren.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Moschuskrautgewächse (Adoxaceae)
  • Gattung: Schneeball (Viburnum)
  • Art: Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus)
  • Trivialnamen: Gemeiner Schneeball, Herzbeer, Blutbeer, Dampfbeere, Drosselbeerstrauch, Geißenball, Glasbeere, Schlangenbeere, Wasserholder, Wasser-Schneeball
  • Herkunft: Eurasien und Nordafrika
  • ausdauernde, mehrjährige Pflanze
  • Wuchshöhe: zwischen 1,5 Meter bis 6 Meter
  • Blütezeit: von Mai bis Juni
  • Blütenfarbe: creme- bis rosa-weiß
  • rote Fruchtbeeren im Herbst
  • rot- orangefarbene Blätter im Herbst

Nur selten werden Sie auf einen so robusten, blühenden Strauch treffen, wie bei der Viburnum-Art „Gewöhnlicher Schneeball“. Er eignet sich perfekt für Gartenfreunde und Pflanzenliebhaber, die gerade erst ihre Leidenschaft entdeckt haben oder nur wenig Arbeit mit ihren Pflanzen haben möchten.

Das winterfeste Gewächs macht es Ihnen in jeder Situation einfach. Lesen Sie hier in der Pflege-Anleitung, was Sie beim Pflanzen, Pflegen, Vermehren und Überwintern beachten sollten.

Gemeiner Schneeball mit prächtigen, kugelförmigen Blüten

Pflege

Der Dampfbeeren-Strauch beziehungsweise der „Gemeiner Schneeball“ zeigt sich als ein pflegeleichtes Exemplar, dessen Ansprüche auch Pflanzen-Laien einfach gerecht werden können. Orientieren Sie sich an der folgenden Anleitung und Sie werden viele Jahre Freude an Ihrer Gartenpflanze haben.

Standort

Der Gemeine Schneeball fühlt sich am wohlsten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Allerdings verträgt er die direkte Sonneneinstrahlung ebenso wenig, wie die pralle Mittagssonne. Optimal bietet sich ein Platz an, an dem die Morgen- und Abendsonne auf ihn scheint.

Er zeigt sich in der Regel recht robust gegenüber Wind. Allerdings kann aber vor allem bei Jungpflanzen, kalte Zugluft in den Wintermonaten zu schaffen machen. Dementsprechend sollte er ein wenig windgeschützt stehen. Wählen Sie zudem einen Platz, an dem keine Dauerfeuchte vorhanden ist, wie zum Beispiel an Ufer-, Teich- oder Bachrändern. Auch Standorte neben Pflanzen, die einen extrem hohen Wasserbedarf haben, sind nicht optimal. Hier könnte es zu einer Übernässung kommen und der Gewöhnliche Schneeball mit einer Wurzelfäule reagieren.

Bodenbeschaffenheit

Für optimale Lebensbedingungen sorgt vor allem die Bodenbeschaffenheit. Aus diesem Grund sollte der Boden einige Voraussetzungen erfüllen, damit sich der Gewöhnliche Schneeball wohl fühlt und prächtig gedeiht.

  • locker und durchlässig
  • lehm- und tonhaltig
  • alternativ lehm- und sandhaltig
  • nährstoffreich
  • frisch feucht bis gut nass, aber ohne Staunässe
  • gern kalkhaltig
  • pH-Wert: neutral bis alkalisch

Viburnum opulus ist eine winterfeste Pflanze

Substrat

Wenn Sie den Wasserholder-Strauch in einen Kübel pflanzen, sollten Sie sich eines hochwertigen Substrats bedienen. Herkömmliche Blumenerde verklumpt mit der Zeit, die Durchlässigkeit ist nicht mehr gegeben und schnell kann sich Schimmel auf der Erdoberfläche bilden. Gleiches gilt auch für Torf.

Bei einem Substrat sollten Sie darauf achten, dass es über einen neutralen bis alkalischen pH-Wert verfügt sowie Anteile an Sand und/oder Lehm besitzt. Optimal ist zudem ein Substrat mit zusätzlichem Perlite, das die Durchlässigkeit des Substrats nochmals verbessert. Sie können auch eine hochwertige Blumenerde verwenden und diese selbst anreichern. Mischen Sie dieser mit je einem Anteil Sand und Lehm. Anstatt Perlite können Sie Tongranulat untermischen.

Pflanzen

Pflanzzeit

Die optimale Pflanzzeit ist im Herbst oder im Frühjahr. Im Herbst sollten Sie die Einpflanzung frühzeitig vornehmen, so dass die Gemeiner-Schneeball-Art ausreichend Zeit erhält, sich einzugewöhnen, bevor der erste Frost kommt.

Pflanzen im Beet

Haben Sie den optimalen Standort für Ihren Gemeinen Schneeball gefunden, steht einer Einpflanzung ins Beet nichts mehr im Wege.

Gehen Sie wie folgt dabei vor:

  • graben Sie ein Pflanzloch, das mindestens doppelt so groß und tief ist, wie der Pflanzenballen
  • legen Sie auf den Pflanzboden eine Drainage aus Quarzsand oder Kies aus
  • verteilen Sie darauf eine Schicht aus Erde
  • setzen Sie den die Pflanze ein und füllen Sie die Erde auf
  • gegebenenfalls reichern Sie zuvor die Erde mit Sand und Lehm an
  • ein wenig Kompost sorgt für mehr Nährstoffe im Boden
  • drücken Sie den Boden am Pflanzenballen für mehr Stabilität gut an
  • die seitliche Erde wird nur leicht angedrückt, damit Sie locker und durchlässig bleibt.
  • gießen Sie mäßig
  • Pflanzabstand: mindestens einen Meter

Da der Viburnum opulus meist im Winter anfällig für Blattläuse ist, die im Sommer gern den Bauernjasmin befallen, sollten diese beiden Pflanzen nie in unmittelbarer Nähe eingepflanzt werden.

Viburnum opulus setzt frische Farbakzente im Garten

Pflanzen im Topf

Beim Eintopfen in einen Kübel gehen Sie in etwa so vor, wie unter „Pflanzen ins Beet“ beschrieben. Beachten sollten Sie hier nur, dass Sie ein hochwertiges Substrat verwenden und vor allem auch hier eine Drainage am Topfboden nicht vergessen.

Topfen Sie den Gewöhnlichen Schneeball so tief ein, dass zwischen Erdoberfläche und Kübelrand mindestens zwei Zentimeter Abstand besteht. Dadurch verhindern Sie, dass eine eventuelle Schlammbildung nach dem Gießen über den Kübelrand fließt. Verwenden Sie eine Kübelgröße, die mindestens doppelt so groß ist, wie der Pflanzballen. Da der Gemeine Schneeball schnell an Umfang und Gewicht zunehmen kann, droht der Kübel ansonsten schnell bei einem Windstoß umzukippen.

Umtopfen sollten Sie die Schlangenbeere, wie der gemeine Schneeball ebenfalls benannt wird, circa alle drei Jahre oder spätestens, wenn der Kübel zu klein wird, was der Fall ist, wenn die Stabilität nicht mehr gegeben ist oder sich Wurzeln durch die Erdoberfläche oder das Abflussloch am Boden drängen.

Gießen

Der Gießrhythmus sowie die Gießmenge hängen in erster Linie von dem Standort ab. Grundsätzlich gilt, je sonniger und wärmer der Standort, desto mehr Wasser benötigt der Drosselbeerstrauch.

Hier sollten Sie stets den Boden sowie das Kübel-Substrat auf den aktuellen Feuchtigkeitsgehalt überprüfen. Drücken Sie dazu mit dem Daumen fest auf die Erdoberfläche. Der optimale Zeitpunkt zum Gießen ist, wenn die Erdoberfläche leicht angetrocknet ist, sie sich aber dennoch bis circa zwei Zentimeter eindrücken lässt. Sie grundsätzlich ein vollständiges Austrocknen der Erde. Beachten Sie, dass Kübelpflanzen aufgrund der geringeren Erdmasse schneller austrocknen und dementsprechend öfter gegossen werden müssen.

Während heißer Sommertage können Sie den Gewöhnlichen Schnellball großzügig mit dem Gartenschlauch bewässern, sofern Sie eine Drainage in den Boden eingelegt haben, damit keine Staunässe entsteht. Auf diese Weise sorgen Sie für eine Speicherkapazität im Boden und müssen nicht täglich nachgießen.

In Kübel gehaltene Blutbeer-Sträucher sollten nicht auf einem Unterteller platziert werden, wenn Sie nicht dafür sorgen können, dass aus diesem überschüssiges Wasser abgegossen werden kann, weil beispielsweise der Pflanzenkübel zu schwer zum Anheben ist. Gegossen sollte im Sommer stets am frühen Morgen oder idealerweise am Abend, wenn keine Sonne auf den Strauch scheint.

Gemeiner Schneeball blüht von Mai bis Juni

Düngen

Nur wenn der Wasser-Schneeball in nährstoffarmem Boden platziert ist, empfiehlt es sich, einen organischen Volldünger alle sechs bis acht Wochen zu verabreichen. Die erste Düngegabe sollte Anfang Mai erfolgen, damit der Viburnum opulus eine optimale Versorgung zum Blütenbeginn erhält. Die letzte Düngung wird spätestens im Anfang September gegeben.

Steht  der Herzbeer-Strauch in einem recht feuchten Boden, ist es ratsam mit Kompost alle paar Wochen zu düngen, da dieser für ein leicht saures Bodenmilieu sorgt. Möchten Sie das Blühwachstum sowie die Blühdauer optimieren, geben Sie ab April alle zwei Wochen einen phosphorhaltigen Blühdünger. Achten Sie darauf, dass Sie zu keinem Dünger mit Stickstoffanteilen greifen, da dieser das Blühen negativ beeinflusst. Frisch eingepflanzte sowie umgetopfte Pflanzen werden in den ersten vier bis sechs Wochen nicht gedüngt.

Schneiden

Da der Gemeine Schneeball nur an Hölzern blüht, die mindestens zwei Jahre alt sind, sollten Sie sparsam mit einem Radikalschnitt sein. Dieser sollte nur unternommen werden, wenn der Geißenball seitlich extrem auseinander fällt. Mit einem Radikalschnitt können Sie den Strauch wieder zum dichten Wuchs anregen. Eine Blüte ist in dem Fall erst nach einem blütenlosen Jahr zu erwarten. Sie sollten sich auf ein Auslichten nach der Blütezeit beschränken. Kürzen Sie dazu neue Triebe sowie alte Holzstiele maximal um ein Drittel.

Gleich ob Radikalschnitt oder ein Auslichten, ein Schnitt sollte grundsätzlich im Frühjahr bis Mai oder im Herbst zwischen September und Oktober erfolgen. Bei einem Schnitt im Herbst, empfiehlt es sich, die Schnittstellen an den hölzernen Teilen mit Schwefelpulver oder mit Wachs zu verschließen. Auf diese Weise kann die Schnittstelle schneller abtrocknen und bei frühzeitigem Frost keine Erfrierungsschäden davon tragen.

Gemeiner Schneeball wird auch Glasbeere genannt

Überwintern

Die Dampfbeere ist winterhart und kann unkompliziert die Wintermonate im Freien auch bei Minustemperaturen verbringen. Lediglich Jungpflanzen im ersten Lebensjahr sollten vor Frost geschützt werden. Wickeln Sie einen Schutz aus Bast, Reisig oder Jute um den Gewöhnlichen Schneeball herum. Wenn die Jungpflanze in einem Kübel den Winter draußen verbringen soll, stellen Sie Styropor oder Ähnliches mit isolierenden Eigenschaften darunter, damit die Bodenkälte nicht zu den Wurzeln hoch ziehen kann.

Vermehren

Um Ihren Garten, die Terrasse oder den Balkon mit einer Blütenpracht zu dekorieren, lohnt es sich, den nicht ganz günstigen Viburnum opulus selbst zu vermehren. Mit der richtigen Anleitung gelingt dies auch jedem Nicht-Garten-Profi.

Stecklinge

Wenn der Gemeine Schneeball im Sommer kräftig austreibt, ist die perfekte Zeit, um eine Vermehrung über einen Steckling vorzunehmen.

Gehen Sie dafür wie folgt vor:

  • trennen Sie einen neuen Trieb von mindestens 10 Zentimetern von der Mutterpflanze ab
  • knicken Sie die unteren Blätter bis zu Triebmitte ab
  • stellen Sie diesen in ein durchsichtiges und mit Wasser gefülltes Glas
  • positionieren Sie dieses an einen hellen, windgeschützten Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung
  • optimale Temperatur: 21 Grad Celsius bis 25 Grad Celsius
  • wechseln Sie spätestens alle zwei Tage das Wasser
  • haben sich Wurzeln gebildet, können Sie den Steckling in die Erde einpflanzen
  • reichern Sie die Erde mit spezieller Anzuchterde an
  • halten Sie die Erde gut feucht, verhindern Sie aber Staunässe
  • bei Frost ist die Jungpflanze ins Warme zu stellen oder mit einem Jutesack beziehungsweise einer Bastmatte zu schützen
  • ab dem darauffolgenden Frühjahr, können Sie die Jungpflanze wie einen erwachsenen Viburnum behandeln

Krankheiten

Der Gewöhnliche Schneeball ist recht unanfällig gegen Krankheiten. Lediglich zu wenig oder zu viel Feuchtigkeit könnte die Blätter braun werden lassen. Passen Sie in dem Fall einfach die Wassermenge dem Bedarf an, wie in der Rubrik „Gießen“ beschrieben.

Schädlinge

Zeigen sich Blattverfärbungen sowie Blattverkrüppelungen und die Blüten reifen nicht aus, dann wird der Wasser-Schneeball vermutlich Blattläuse haben.

Schnelle Abhilfe schafft ein altbewährtes Hausmittelrezept, das aus einer hoch-konzentrierten Seifenlauge mit einigen Tropfen Spiritus besteht. Spitzen Sie die Pflanze kräftig mit dem Gartenschlauch ab. Auf diese Weise entfernen Sie die meisten Blattläuse bereits. Im Anschluss sprühen Sie den Strauch gleichmäßig mit der Seifenlauge ein. Dadurch werden auch die letzten Blattläuse verschwinden und ein Neubefall haben Sie vorerst nicht zu befürchten.

Sorten

Es gibt ungefähr bis zu 200 Arten inklusive Unterarten des Gemeinen Schneeballs, wovon dieser am bekanntesten und weit verbreitetsten zählt.

Ebenfalls sehr beliebt ist der Echte Schneeball „Roseum“. Seine Blätter färben sich im Herbst weinrot bis dunkelrot. Die bis zu acht Zentimeter großen Blüten stechen von Mai bis Juni besonders hervor. Er eignet sich optimal als Vogelschutzhecke, da er keine Früchte im Herbst trägt, die Vögel anziehen.

Bei dem Wolligen Schneeball handelt es sich um einen sommergrünen Strauch mit Blüten in Schirmform. Ab August werden die Blüten gegen Beerenschmuck abgelöst. Er gilt als einer der anspruchslosesten Exemplare und eignet sich perfekt für Pflanzen-Anfänger.

Zudem zählen zahlreiche weitere Zierhölzer-Arten zur Viburnum-Gattung, wie unter anderem:

  • Amerikanischer Schneeball (ltrilobum)
  • Duft-Schneeball (farreri)
  • Japanischer Schneeball (plicatum)
  • Duft-Schneeball aus Korea (carlesii)
  • Mittelmeer-Schneeball (tinus)
  • Osterschneeball (burkwoodii)
  • Immergrüner Zungenschneeball (rhytidophyllum)
  • Bodnant-Schneeball (bodnantense)
  • Schneeball „Eskimo“