Kleines Immergrün, Vinca minor

Vinca minor, das Kleine Immergrün, zählt zu den Bodendeckern. Im Allgemeinen wird die Pflanze jedoch auch als „kleines Jungfernkraut“ oder „Immergrün“ bezeichnet. Mit ihren langen Ausläufern  bedeckt sie selbst große Flächen und bildet wunderschöne, blau-violette Blüten. Vom Frühling bis hin zum Ende des Sommers können Sie sich an diesem herrlichen Blütenmeer erfreuen.

Steckbrief

  • Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
  • Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
  • Unterfamilie: Rauvolfioideae
  • Gattung: Immergrün (Vinca)
  • Art: Kleines Immergrün
  • Wuchsform: mehrjähriger Zwergstrauch
  • Blüte: Blütenkrone blau mit gelben Staubbeuteln
  • Blütezeit: Anfang März bis Juni (Nachblüte bis in den Herbst)
  • Herkunft: Europa

Ob im Garten oder in Parks, das Kleine Immergrün ist ein regelrechter Eyecatcher. Die Pflanze ist aber nicht nur in blau-violett, sondern ebenfalls in vielen weiteren Farben erhältlich. Die anspruchslose Bodenpflanze erreicht eine Höhe von etwa zehn Zentimeter. Sie gedeiht an den unterschiedlichsten Standorten, wie etwa unter Bäumen oder an Hängen. Mit Vinca minor decken Sie Ihren Gartenboden auf eine effiziente und wunderschöne Weise ab.

Im Allgemeinen geht man davon aus, dass das Kleine Immergrün ursprünglich wahrscheinlich aus dem Mittelmeergebiet sowie dem südlichen Mitteleuropa stammt. Später brachten die Römer diese wunderschöne Pflanze mit, wodurch sie innerhalb von ganz Europa verteilt wurde.

Kleines Immergrün mit blau-violetter Blüte

Im späteren Verlauf wurde Vinca minor in Nordeuropa und auf den Britischen Inseln unter der Bezeichnung „Gartenflüchtling“ eingebürgert. In Nordamerika ist die Pflanze sogar verwildert. Mittlerweile erfreut sich das Kleine Immergrün hierzulande an einer sehr großen Beliebtheit, sodass es nicht verwunderlich ist, dass man die Pflanze recht oft zu sehen bekommt.

Pflege

Das Kleine Immergrün ist nicht nur ein absoluter Blickfang, sondern ebenfalls recht anspruchslos in der Pflege. Somit kann die Pflanze beispielsweise auch von Anfängern ohne weiteres eingesetzt werden. Die immergrünen Blätter sowie die lang anhaltende Blütenpracht machen aus dem Kleinen Immergrün etwas ganz Besonderes. Zudem ist die Pflanze sehr robust und nicht sonderlich anfällig für Schädlinge oder Krankheiten.

Standort

Standort und Boden

Vinca minor bevorzugt einen halbschattigen bis schattigen Standort. An vollständig dunklen Stellen tut sich die schöne Pflanze mit ihrem Wachstum jedoch schwer. Bezüglich des Bodens stellt das Kleine Immergrün keine großen Ansprüche. Sie gedeiht in sämtlichen Lagen, in durchlässigen, frischen, warmen sowie humosen Böden. Die Erde darf auch leicht sauer oder kalkhaltig sein. Nur schwere sowie verdichtete Böden sind für das Kleine Immergrün komplett ungeeignet.

Aussaat

Die Aussaat des Kleinen Immergrün ist für Anfänger jedoch recht schwierig. Dazu kommt, dass im Handel nur selten Saatgut von der Pflanze angeboten wird.

Vinca minor mit satt-grünen Blättern

Zur Aussaat geht man in der Regel so vor:

  • halten Sie Torfquelltöpfe sowie durchsichtige Druckverschlussbeutel bereit
  • legen Sie die Torfquelltöpfe in einen Behälter mit etwas Wasser, sodass sie aufquellen
  • anschließend können Sie das aufgequollene Torf in Töpfe mit einer Größe von etwa sechs Zentimeter umsetzen
  • verteilen Sie dann die Samen auf dem Torf und decken Sie diese etwa zwei Millimeter dick mit dem Substrat ab
  • danach geben Sie jeden Topf mit etwas Wasser in einen Druckverschlussbeutel
  • verschließen Sie den Beutel und stellen Sie ihn auf die Fensterbank
  • sollten Sie keine Druckverschlussbeutel zur Hand haben, ist ebenfalls eine Aussaat unter Glas möglich

Anzucht

Optimale Keimbedingungen herrschen, wenn die Temperaturen am Tag zwischen 24 und 28 Grad und in der Nacht zwischen 20 und 24 Grad liegen. Pikiert werden die jungen Pflänzchen dann nach etwa drei bis sechs Wochen. Beim Pikieren sollten Sie zwischen den einzelnen Pflanzen einen Abstand von circa zwei bis drei Zentimeter wahren.

Bereits gegen Ende des Monats Mai können Sie die Pflanzen in ein Beet setzen. Um das Kleine Immergrün erfolgreich aus Samen zu ziehen, müssen hierfür jedoch sämtliche Bedingungen optimal miteinander harmonisieren. Aufgrund dessen wird bei dem Kleinen Immergrün oftmals von einer Anzucht aus Samen abgesehen.

Pflanzen

Für die Pflanzung von Vinca minor ist das Frühjahr der beste Zeitpunkt:

  • entfernen Sie an dem gewünschten Standort vorhandenes Unkraut
  • danach wird die Erde gut aufgelockert, sodass die noch kleinen Wurzeln sicher und schnell anwachsen können
  • wenn vorhanden, dürfen Sie hierbei ebenfalls etwas Laubmulch oder gut verrotteten Gartenkompost unter die Erde mischen
  • jetzt entfernen Sie den Topf vom Wurzelballen und graben ein Pflanzloch aus
  • anschließend stellen Sie Vinca minor in die Mitte des Lochs und füllen dieses jetzt bis zu seiner Hälfte mit Erde auf
  • danach schlämmen Sie das Loch gründlich mit Wasser ein und geben die restliche Erde hinzu

Optimaler Pflanzabstand

Beim endgültigen Einpflanzen der Vinca minor in den Garten ist es ratsam, dass Sie einen gewissen Pflanzabstand wahren, damit das Kleine Immergrün Sie mit einem herrlichen Wuchs und einer wunderschönen Blüte erfreut. So sollten Sie hier auf einen Quadratmeter Fläche lediglich zehn bis zwölf Pflanzen einsetzen, wenn die Fläche recht schnell begrünt werden soll. Wenn Ihnen eine schnelle Begrünung nicht so wichtig ist, dann können Sie auch getrost weniger Pflanzen einsetzen.

Umsetzen

Vinca minor lässt sich ohne Probleme komplett oder teilweise umsetzen.

Gehen Sie hierfür wie folgt vor:

  • entnehmen Sie den gewünschten Teil der Pflanze vorsichtig aus der Erde
  • hierfür verwenden Sie am besten eine kleine Gartenschaufel oder ein ähnliches Werkzeug
  • schütteln Sie die alte Erde ab
  • entfernen Sie gegebenenfalls verfaulte oder beschädigte Wurzeln
  • setzen Sie die Vinca minor an den von Ihnen gewünschten Standort, wie unter „Pflanzen“ beschrieben und gießen Sie sie gut an
  • es wird nicht lange dauern, bis die Pflanze gut anwächst und Sie mit Ihrer Wuchs- und Blühfreudigkeit begeistert

Schneiden

Eine Beschneidung des Kleinen Immergrün ist nicht notwendig. Lediglich bei einer ungewollten, zu starken Ausbreitung können Sie hier einen Rückschnitt vornehmen. Dabei verträgt die Pflanze ohne weiteres auch einen sehr starken Rückschnitt.

Vorgehensweise zur Beschneidung:

  • Rückschnitt sollte am besten im März vorgenommen werden
  • schneiden Sie das Kleine Immergrün bis kurz über dem Erdreich ab
  • beim Abschneiden sollten Sie darauf achten, dass möglichst viele Verzweigungen mit geschlossenen Knospen erhalten bleiben, damit diese erneut austreiben
  • umso mehr Verzweigungen Sie zurücklassen, umso buschiger wächst die Pflanze
  • auf Wunsch können Sie aus den abgeschnittenen Teilen Stecklinge schneiden, um die schöne Pflanze zu vermehren
  • ist keine Vermehrung gewünscht, entsorgen Sie die abgeschnittenen Stücke über den Biomüll

Vinca minor gehört zu den giftigen Pflanzen

Gießen

Gießen und Düngen

Das Gießen des Kleinen Immergrün ist abhängig vom Standort. Wurde die Pflanze zum Beispiel an eine sehr sonnige Stelle gesetzt, dann kann es während der heißen Jahreszeit notwendig sein, sie täglich zu wässern. Im Winter sollten Sie die Pflanze dagegen nur wenig gießen. Düngergaben sind dagegen nicht notwendig.

Überwintern

Vinca minor ist eine sehr robuste Pflanze und hierzulande auch gut winterhart. Je nachdem, um welche Art des Kleinen Immergrün es sich handelt, verträgt die Pflanze sogar Temperatur von immerhin bis zu -20 Grad.  So können Sie das Kleine Immergrün auch im Winter getrost im Garten lassen. Bei sehr strengen Frösten ist es jedoch empfehlenswert, die Pflanze mit Reisig oder Gartenvlies abzudecken.

Von Rindenmulch ist dagegen abzuraten, da dieser Gerbsäure abgibt. Dadurch wird das Wachstum der Pflanze negativ beeinträchtigt. Außerdem fördert Rindenmulch die Entstehung von Schachtelhalmkraut. Des Weiteren sollten Sie darauf achten, dass das Kleine Immergrün auch bei Frost ausreichend Wasser bekommt. Generell wird im Winter jedoch wenig gegossen.

Vermehren

Die Vermehrung der Vinca minor ist nicht nur durch Aussaat, sondern ebenfalls mithilfe von Teilung sowie Stecklingen möglich.

Stecklinge

Stecklinge können Sie generell vom Mai bis in den Herbst abschneiden. Allerdings sollte die Erde nicht gefroren sein. Achten Sie darauf, dass jeder Steckling ein bis zwei Blattpaare besitzt. Direkt nach dem Abschneiden der Stecklinge setzen Sie diese entweder in einen Topf mit herkömmlicher, feuchter Blumenerde oder in feuchten Torf. Innerhalb recht kurzer Zeit werden die Stecklinge bereits Wurzeln bilden, sodass Sie sie dann in den Garten oder auch in einen größeren Topf umsetzen können.

Teilung

Teilen sollten Sie die Pflanze im Idealfall im Frühjahr. Dabei gehen Sie wie folgt vor.

  • graben Sie zunächst die gewünschte Pflanze aus
  • teilen Sie dann den Wurzelballen in verschiedene Stücke
  • allerdings sollten Sie hier darauf achten, dass jedes Teil ein ausreichend großes Stück Wurzelwerk besitzt
  • danach können Sie die einzelnen Stücke gleich an deren endgültige Standorte einsetzen und gut angießen
  • es wird nicht allzu lange dauern, bis die eingesetzten Teilstücke Sie mit Ihrem wunderschönen Wuchs erfreuen

Kleines Immergrün mit kleinen blau-violetten Blüten

Schädlinge

Da das Kleine Immergrün recht robust ist, sind bei dieser schönen Pflanze kaum Schädlinge und Krankheiten bekannt. Selbst Nacktschnecken machen in der Regel einen Bogen um die Pflanze. Lediglich der Rostpilz, die Blattfleckenkrankheit und die Phoma-Stängelfäule können der Vinca minor unter Umständen zu schaffen machen.

Rostpilz

Rostpilz ist erkennbar an den charakteristischen runden, schwarz-braunen Flecken. Ein Befall kommt hier hauptsächlich dann zustanden, wenn eine zu hohe Luftfeuchtigkeit vorherrscht. Rostpilz kann normalerweise nur mithilfe von chemischen Mitteln bekämpft werden. Allerdings ist es oftmals wesentlich besser, die jeweilige Pflanze sofort zu entfernen und zu entsorgen, damit eine Ausbreitung vermieden wird.

Blattfleckenkrankheit

Die Blattfleckenkrankheit ist erkennbar an ihren deutlich sichtbar abgegrenzten, braunen Flecken. Im späteren Verlauf der Krankheit verschmelzen dann die einzelnen Flecken auf den Blättern miteinander. Wird der Befall frühzeitig bemerkt, sollten die betroffenen Teile der Pflanze sofort entfernt werden.

Bei einem bereits fortgeschrittenerem Befall bleibt Ihnen nichts anderes mehr übrig, als die komplette Pflanze zu entsorgen, da die Blattfleckenkrankheit normalerweise nicht bekämpft werden kann. Zur Vorbeugung bietet es sich an, die Pflanzabstände so zu wählen, dass zwischen den einzelnen Pflanzen ausreichend viel Luft zirkulieren kann.

Sorten

Zu der Gattung Vinca gehören insgesamt fünf bis sieben Arten. Allerdings ist neben dem Kleinen Immergrün vor allem das Große Immergrün, die Vinca major, in Gärten sowie ebenfalls in Parks zu sehen. Beide Arten differenzieren sich jedoch nicht nur in ihrer Größe voneinander. Im Handel trifft man auf die verschiedensten Sorten, wie etwa auf die Vinca minor Elisa und die Vinca minor Marie, die mit ihren unterschiedlichen Farben begeistern.

Verwendung

Die Vinca minor wird als immergrüne Pflanze mit ihren herrlichen, lange blühenden Blüten, sehr gerne in Gärten und Parks eingesetzt. Ebenso ist es beispielsweise aber auch machbar, die schöne Pflanze zur Grabbepflanzung zu nutzen. Hierfür werden in der Regel recht flach wachsende Sorten ausgesucht, wie etwa die Vinca minor Anna und die Vinca minor Marie. Diese besitzen zudem ein recht feines Laub, sodass sie nicht allzu wuchtig wirken.

Giftig

Das Kleine Immergrün gehört zu der Familie der Hundsgiftgewächse und ist somit giftig. Aufgrund dessen sollten Sie Ihre Haustiere, wie etwa Kaninchen, Hunde und Katzen, sowie Ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt in die Nähe der Pflanze lassen. Die Vinca minor ist in allen Teilen giftig. Sollte es versehentlich doch einmal geschehen, dass Ihre Kinder oder Haustiere Stücke der Pflanze in den Mund nehmen, sollten Sie unbedingt schnellst möglichst einen Arzt aufsuchen.