Welche Kräuter passen zusammen

Frische Kräuter aus eigenem Anbau zu ernten, ist für viele Menschen ein absoluter Traum. Um in den Genuss frischer Kräuter zu kommen, ist ein Garten keine zwingende Voraussetzung. Kräuter können an den unterschiedlichsten Orten kultiviert werden, das kann auch ein Blumenkasten auf dem Balkon oder ein Kräutertopf am Küchenfenster sein. Welche Kräuter zusammenpassen, erfahren Sie hier.

Steckbrief

  • Kräuter gehören den unterschiedlichsten Pflanzenfamilien an
  • viele kommen aus der Familie der Dolden- und Lippenblütler
  • ein- oder mehrjährige, meist krautige Pflanzen
  • Unterscheidung nach Küchen-, Gewürz- und Heilkräutern
  • von den meisten Kräutern werden die Blätter geerntet
  • bei einigen sind die Samen/Fruchtstände gewünscht

Selbst in einem Balkonkasten oder auf der Fensterbank können Kräuter kultiviert werden. Wer richtig viel Platz hat, kann sogar einen ganzen Kräutergarten oder auch eine Kräuterschnecke anlegen. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind nahezu unerschöpflich.

Pflege

Allerdings müssen ein paar grundlegende Regeln eingehalten werden, denn nicht alle Kräuter mögen die gleichen Standortbedingungen. Sowohl beim Lichtbedarf und bei den Bodenverhältnissen als auch beim Gießen gibt es große Unterschiede. Außerdem vertragen sich nicht alle Kräuter miteinander.

Kräuterbeet für den Garten

Standort

Wichtigstes Kriterium für das Zusammenpflanzen von Kräutern ist der Standort. Viele Kräuter – darunter nahezu alle mediterranen Kräuter – benötigen so viel Sonne und Wärme wie möglich. Andere vertragen die pralle Sonne nicht und sind daher an einem halbschattigen Platz mit ein paar Sonnenstunden am Vor- oder Nachmittag besser aufgehoben.

Mit der richtigen Standortwahl legen Sie die Weichen für ein optimales Wachstum, denn nur hier können sich Aroma und ätherische Öle bilden, die so typisch für die einzelnen Kräuterarten sind.

Geeignet

Gute und schlechte Nachbarn

Im Gegensatz zur kommerziellen Landwirtschaft wird im Hobbygarten glücklicherweise keine Monokultur betrieben. Zustände, die meist schon nach kurzer Zeit zur Auslaugung des Bodens und Krankheiten führen. Meist herrscht im eigenen Garten ein buntes Durcheinander, das auch in der Natur in ähnlicher Form anzutreffen ist. Im Fachjargon spricht man hier von Mischkultur.

Bei vielen Pflanzen ist es völlig egal, ob sie den einen oder anderen Nachbarn haben. Sie kommen gut miteinander aus, insofern ihnen der nötige Platz zur Verfügung steht. Im Gemüse- oder Kräuterbeet kann das etwas anders sein, da auf engstem Raum normalerweise ein hoher Ernteertrag gewünscht ist. Hier ist zu beachten, dass es Kräuter gibt, die sich gegenseitig fördern oder andere, die sich überhaupt nicht vertragen.

Vorteilhafte Nachbarn

  • die Pflanzen benötigen unterschiedliche Nährstoffe und Laugen damit den Boden nicht einseitig aus
  • die Ausscheidungen der einzelnen Pflanzen über die Wurzeln ergänzen einander
  • Ausscheidungen oder Ausgasungen der einen Pflanze schützen die andere vor Krankheiten
  • Nützlinge der einen Pflanze vernichten Schädlinge auf der anderen

Ungeeignet

Negative Nachbarpflanzen

Setzt der Gärtner Kräuter nebeneinander, die nicht besonders gut zusammenpassen, kann Folgendes passieren.

  • eine Pflanzenart unterdrückt die andere durch schnelles Wachstum
  • die Pflanzen hemmen durch Ausscheidungen das gegenseitige Wachstum
  • beide Kräuter entziehen dem Boden in hohem Maße dieselben Nährstoffe und laugen damit den Boden aus
  • es gibt auch Kräuter, die sich nicht mit sich selbst vertragen
  • diese müssen jedes Jahr an einem anderen Standort angebaut werden
  • hierzu gehören Dill, Fenchel und Kerbel

In erster Linie gilt es, Kräuter mit ähnlichen Ansprüchen an Standort, Boden und Wasser zu finden. Werden aber nur die Standortbedingungen einiger Kräuter erfüllt, entwickeln sich diese gut, während die übrigen verkümmern oder unterdrückt werden.

Weiterhin gilt es Kräuterarten auszuwählen, die sich gegenseitig unterstützen.  Was auf den ersten Blick recht kompliziert klingt, ist in der Praxis gar nicht so schwierig. Weiß man, woher die Kräuter ursprünglich stammen, ist damit schon viel gewonnen.

Ein- und mehrjährige Kräuter

Beim Pflanzen von Kräutern muss nicht nur auf die Verträglichkeit und Standortansprüche geachtet werden. Pflanzen Sie keine einjährigen mit mehrjährigen Kräutern zusammen. Die langlebigen Kräuter mögen es nicht, wenn jedes Jahr neben ihnen gepflanzt wird. Ständig neue Nachbarn sind hier genauso ungewünscht wie permanente Manipulationen an den Wurzeln.

1-jährige

Einjährige Kräuter

Einjährige Kräuter werden solche Kräuter genannt, die jedes Jahr frisch ausgesät werden müssen. Diese Pflanzen entwickeln gegen Ende der Vegetationsperiode Samen, über die sie sich vermehren. Spätestens zur Samenreife sterben diese Kräuter dann ab. Einige von ihnen säen sich gerne aus selbst aus. Hierzu gehört beispielsweise der Borretsch, der im Laufe der Zeit dann gerne überall im Garten auftaucht.

  • Basilikum (Ocimum basilicum)
  • Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum)
  • Boretsch (Borago officinalis)
  • Dill (Anethum graveolens)
  • Gartenkresse (Lepidium sativum)
  • Kamille (Matricaria chamomilla)
  • Kerbel (Anthriscus cerefolium)
  • Koriander (Coriandrum sativum)
  • Pimpinelle (Pimpinella)

Mehrjährige

Zwei- und mehrjährige Kräuter

Zweijährige Kräuter bilden im ersten Jahr lediglich Blattmasse. Im zweiten Jahr blühen sie und sterben danach ab. Als bedeutender Vertreter der zweijährigen Gewürzpflanzen ist hier die Petersilie zu nennen. An guten Standorten sät sich die Petersilie selbst aus, an allen anderen muss rechtzeitig an die Nachsaat gedacht werden. Mehrjährige Kräuter bilden den Grundstock eines jeden Kräuterbeetes.

Einmal eingepflanzt kann der Gärtner über viele Jahre ernten. In diese Gruppe von Kräutern gehören einige sehr starkwüchsige Pflanzen. Liebstöckel, Minze und Melisse wuchern stark, sodass man sie in einen separaten Topf pflanzen sollte. Im Beet benötigen sie deutlich mehr Platz als Salbei oder Kresse, deshalb ist unbedingt auf entsprechenden Abstand zur Nachbarbepflanzung zu achten.

Zu den zwei- und mehrjährigen Kräutern gehören:

  • Bärlauch (Allium ursinum)
  • Beifuß (Artemisia vulgaris)
  • Blutampfer (Rumex sanguineus)
  • Winter-Bohnenkraut (Satureja montana)
  • Brunnenkresse (Nasturtium officinale)
  • Currykraut (Helichrysum italicum)
  • Estragon (Artemisia dracunculus)
  • Fenchel (Foeniculum vulgare)
  • Kümmel (Carum carvi)
  • Liebstöckel/Maggikraut (Levisticum officinale)
  • Minze (Mentha)
  • Melisse/Zitronenmelisse (Melissa officinalis)
  • Majoran (Origanum majorana)
  • Oregano (Origanum vulgare)
  • Petersilie (Petroselinum crispum)
  • Pfefferminze (Mentha x piperita)
  • Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
  • Salbei (Salvia officinalis)
  • Sauerampfer (Rumex acetosa)
  • Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
  • Schnittsellerie (Apium graveolens)
  • Thymian (Thymus vulgaris)
  • Waldmeister (Galium odoratum)

Kräutertabelle

Hier klicken zum Download der Kräutertabelle – Welche Kräuter passen zusammen?

Zwiebelartige Kräuter

Einige der Kräuter gehören zu den Liliengewächsen und haben daher nicht nur einen zwiebel- oder knoblauchartigen Geschmack, sondern bilden auch Zwiebeln in der Erde für die Überwinterung. Bei diesen Kräutern ist Vorsicht geboten, wenn es darum geht, den Boden zu harken oder neue Nachbarpflanzen einzusetzen.

  • Bärlauch (Allium ursinum)
  • Knoblauch (Allium sativum)
  • Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)
  • Knoblauch-Schnittlauch (Allium tuberosum)
  • Schnittlauch (Allium schoenoprasum)

Küchenkräuter

Küchenkräuter im Topf

Auf dem Küchenfensterbrett gezogene Kräuter im Topf müssen zunächst einmal mit den verschiedensten Mangelsituationen zurechtkommen. Meist sind  hier die Licht- und Platzverhältnisse nicht optimal, sodass Sie in diesen Fällen lieber auf sehr genügsame Kräuter zurückgreifen sollten.

Kräuterhochbeet im Garten

Traditionell gehören zu den Küchenkräutern des täglichen Bedarfs folgende Kräuter:

  • Borretsch (Borago officinalis)
  • Dill (Anethum graveolens)
  • Petersilie (Petroselinum crispum)
  • Schnittlauch (Allium schoenoprasum)

Diese Pflanzen zählen zu den einheimischen Kräutern, die mit etwas schattigeren Standorten gut zurechtkommen. Außerdem werden sie – frisch geerntet – auch häufig zusammen verwendet. Sie alle können problemlos zusammen angebaut werden. Die Kräuter sollten so hell wie irgend möglich aufgestellt werden, also am besten direkt am Küchenfenster.

Für ihre Kultivierung benötigen Sie ganz normale Blumen- oder Grünpflanzenerde, die mit etwas Sand angereichert wurde. Auch spezielle Kräutererde eignet sich gut. Bei der Pflege gilt es lediglich, die Pflanzen regelmäßig zu wässern, wenn die Erde oben angetrocknet ist.

Kräuter für den Balkonkasten

Am besten werden die gewünschten Kräuter nach ihren Grundbedürfnissen sortiert und zusammen in einen Topf oder Balkonkasten gepflanzt. Sonnenhungrige Kräuter platziert man an einer sonnendurchfluteten Stelle auf dem Balkon (am Geländer). Solche Kräuter, die es lieber halbschattig mögen, können entweder auf einem Ost- oder Westbalkon kultiviert oder alternativ auf einem Südbalkon auf den Boden gestellt werden.

Bei den Pflanzgefäßen ist ein Drainageloch wichtig, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann.  Wer möchte, kann spezielle Kräutererde kaufen, aber auch eine Mischung aus 2/3 Gartenerde und 1/3 Sand sind optimal. Halten Sie unbedingt den Pflanzabstand ein, damit sich die Kräuter nicht gegenseitig im Wachstum behindern. Perfekte Kombinationen für ein Pflanzgefäß auf dem Balkon sind folgende.

Sonnige Standorte

  • Salbei, Lavendel und Minze
  • Dill, Majoran, Borretsch, Kerbel und Petersilie
  • Salbei, Bohnenkraut und Oregano

Halbschattige Plätze

  • Pimpernelle, Estragon und Zitronenmelisse
  • Salbei, Zitronenmelisse, Schnittlauch und Estragon
  • Petersilie, Basilikum, Schnittlauch

Kräuter für ein Sonnenbeet

In der Regel stammen die Kräuter für ein Sonnenbeet ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und werden daher auch mediterrane Kräuter genannt. Zu ihnen gehören beispielsweise der Rosmarin, Oregano, Salbei, Thymian und das beliebte Basilikum. Sie gedeihen am besten an sehr sonnigen und warmen Orten.

Sobald die Pflanzen erst einmal richtig eingewachsen sind, kommen sie ohne große Pflege aus. Andererseits muss bei den mediterranen Kräutern darauf geachtet werden, dass viele von ihnen keine ausreichende Frosthärte in unseren Breitengraden aufweisen. Es gibt aber Sorten, die unempfindlicher sind als andere.

  • Lichtbedarf: vollsonnig
  • Boden: gut durchlässig, sandig-lehmig
  • Wasserbedarf: eher gering
  • Nährstoffbedarf: karge bis mittelnährstoffreiche Böden

Folgende Kräuter sind perfekt für den sonnigsten Standort im Garten oder auf dem Balkon:

  • Anis (Pimpinella anisum)
  • Basilikum (Ocimum basilicum)
  • Bergbohnenkraut (Satureja montana)
  • Borretsch (Borago officinalis)
  • Fenchel (Foeniculum vulgare)
  • Kamille (Chamaemelum nobile)
  • Koriander (Coriandrum sativum)
  • Kreuzkümmel ( Cuminum cyminum)
  • Kümmel (Carum carvi)
  • Lavendel (Lavandula angustifolia)
  • Liebstöckel (Levisticum officinale)
  • Majoran (Origanum majorana)
  • Oregano (Origanum vulgare)
  • Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
  • Salbei (Salvia officinalis)
  • Thymian (Thymus vulgaris)
  • Weinraute (Ruta graveolens)
  • Ysop (Hyssopus officinalis)

Während Basilikum von einem humosen Substrat profitiert, bevorzugen alle anderen Mittelmeerkräuter sandhaltige, magere Erde. Das Substrat muss das Wasser gut ableiten können. Die Kräuter benötigen nahezu keine Nährstoffe und kommen mit Trockenheit gut zurecht.

Kräuter für absonnige bis halbschattige Standorte

In der Regel gehen halbschattige Standorte mit humosem Boden und mehr Feuchtigkeit einher als vollsonnige Plätze, an denen die Erde meist trocken und mager ist. Für diese Plätze im Garten oder auf dem Balkon eignet sich eine ganze Reihe an Kräutern. Hier wachsen viele der heimischen oder schon seit langem eingebürgerten Kräuterarten.

  • Lichtbedarf: halbschattig oder absonnig
  • keine direkte Mittagssonne
  • Boden: feucht-frisch
  • Nährstoffgehalt: mittel

Diese Pflanzen haben einen mittelhohen Nährstoffbedarf und brauchen auch mehr Wasser. Optimal sind humose, leichte Substrate, die Luft und Wasser gut durchlassen. Vor dem Pflanzen sollte der Gartenboden deshalb immer mit etwas Kompost angereichert werden.

Neben den Kräutern, die halbschattige Standorte bevorzugen, gibt es auch diejenigen, die zwar eigentlich die Sonne lieben, aber auch noch mit etwas weniger Licht gut zurechtkommen. So ist es durchaus möglich, das eine oder andere Kraut, wie beispielsweise die Pfefferminze und das Basilikum, auf mehreren Listen zu finden.

  • Dill (Anethum graveolens), tolerant
  • Beinwell (Symphytum officinale)
  • Blut- und Sauerampfer (Rumex sanguineus und R. acetosa)
  • Brunnenkresse (Nasturtium officinale)
  • Estragon (Artemisia),  tolerant
  • Kerbel (Anthriscus cerefolium)
  • Koriander (Coriandrum sativum)
  • Kümmel (Carum carvi), toleranat
  • Maggikraut/Liebstöckel (Levisticum officinale)
  • Petersilie (Petroselinum crispum)
  • Pfefferminze (Mentha)
  • Pimpinelle (Pimpinella)
  • Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Pfefferminze liebt die Sonne, benötigt aber einen humosen, feuchten Boden. Sie kann also alternativ sonnig oder halbschattig angebaut werden, insofern die Boden- und Wasserverhältnisse stimmen.

Schattige Standorte

Für solche Orte, an denen kaum noch Sonnenlicht auf den Boden dringt, ist die Auswahl an Kräutern sehr begrenzt. Alle hier vorkommenden Kräuterarten haben sich an die schattigen Verhältnisse bestens angepasst.

  • Bärlauch (Allium ursinum)
  • Brunnenkresse (Nasturtium officinale), tolerant
  • Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)
  • Sauerklee (Oxalis)

Schattentolerante Kräuter benötigen sehr humose, meist immerfeuchte Erde, die allerdings nicht zu Staunässe neigen darf.

Kräuterspirale

Gute Nachbarn für die Kräuterspirale

In einer Kräuterspirale können auf engstem Raum alle Standortbedingungen der verschiedenen Kräuter bedient werden. Von schattig bis vollsonnig und feuchten bis trockenen Bodenverhältnissen ist alles vorhanden.

Folgende Kräuter passen in der Kräuterspirale besonders gut zusammen:

Hier klicken zum Download der Kräuterspirale

Besondere Kräuterarten

Manche Hobbygärtner haben sich zu wahren Kräuterprofis entwickelt. Einige Sammler spezialisieren sich auf Kräuter, die es in vielen Geschmacks- oder Farbvarianten gibt. Andere entwickeln eine Vorliebe für ein bestimmtes Aroma, zu dem sie dann die entsprechenden Sorten kultivieren.

Wer beispielsweise besonders das Zitronenaroma liebt, kann beispielsweise auf Zitronenmelisse (Melissa officinalis), Zitronenverbene (Lippia citriodora), Zitronenbasilikum (Ocimum basilicum citrodorum) und den Zitronenthymian (Thymus citrodorus) zurückgreifen. In vielen Gärtnereien und im Samenfachhandel gibt es von unzähligen Kräutern Züchtungen, die im Geschmack und Farbe von der ursprünglichen Art abweichen. Das Aroma oder die Farbe findet sich dann meist im Namen des Krautes wieder.