Blauregen, Wisteria, Wisterie

Kaum eine andere Garten- und Kübelpflanze beeindruckt mit einem derartig üppigen Blütenkleid, mit intensivem, angenehmem Blütenduft, wie der Blauregen. Mit einer entsprechenden Pflege wächst die frostharte Wisteria schnell einige Meter hoch und verzaubert farblose Pergolen, Carports oder Hauswände in ein Blütenmeer. Allerdings ist diese Pflanze pflegeintensiv, doch mit der richtigen Anleitung wird auch der Hobbygärtner lange Freude an ihr haben.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
  • Gattung: Blauregen (Wisteria)
  • Trivialnamen: Blauregen, Glyzinie, Wisterie
  • Herkunft: Ost-Asien
  • Wuchshöhe: bis über 30 Meter
  • Blütezeit: zweimalig im Frühjahr und Juli/August
  • Blütenfarbe: Blau oder Weiß
  • Große, hängende traubenähnliche Blütenstände
  • Bis zu 80 Zentimeter lange Blütentrauben
  • Kletter-/Rankpflanze

Die Kletterpflanze sorgt bereits im Frühjahr für eine sommerliche Atmosphäre und füllt Außenbereiche mit großen blauen oder weißen Blütenständen, die bis zu 30 Zentimeter lang werden. Als Kletterpflanze zeichnet sie sich durch ein rasches Wachstum aus. Wenngleich die erste Blüte lange auf sich warten lässt, so werden Blumenfreunde anschließend mit einem großflächigen Blütenkleid belohnt, das zweimal im Jahr gedeiht.

In der Pflege ist sie anspruchsvoll. Die detaillierte sowie einfach verständliche Pflege-Anleitung macht es spürbar leichter, den Ansprüchen der Wisteria gerecht zu werden.

Blauregen, Wisteria - als Garten- oder Kübelpflanze einsetzbar

Pflege

Diese blütenreiche Kletter- und Rankpflanze verlangt Aufmerksamkeit und eine optimale Pflege, um Sie mit einem gesunden Wachstum sowie wunderschönen Blüten begeistern zu können. Mit dieser Anleitung ist den Anforderungen des Blauregens recht einfach nachzukommen.

Standort

Während der erwachsene Blauregen einen sonnigen bis lichten Halbschatten als optimalen Standort empfindet, sollten Jungpflanzen zu Beginn ihrer Wachstumsphase vermehrt im Schatten stehen. Um in die Höhe zu wachsen, benötigen sie eine senkrechte Haltehilfe, wie beispielsweise eine Hauswand, wo sie dann auch ihren Standort finden sollte.

Bei kleineren Exemplaren empfiehlt sich ein Rankgerüst, bis die Stiele so weit verholzt sind, dass sie für mehr Stabilität sorgen und eigenständig Halt an Wänden sowie Pfeilern finden. Bei der Standortwahl sollten Sie berücksichtigen, dass der Blauregen mit seinem raschen Hochwuchs schnell an beispielsweise Regenrinnen gelangen und dort durch die rankenden Eigenschaften Schäden anrichten kann.

An derartigen Standorten sollten Sie regelmäßig die Wuchshöhe im Auge behalten, sodass Sie rechtzeitig durch eine eventuelle Umleitung der Ranken oder einen Rückschnitt Schäden vermeiden.

Bodenbeschaffenheit

Die Bodenbeschaffenheit ist ein wesentliches Detail, um optimale Bedingungen für einen kräftiges sowie gesundes Wachstum der Kletterpflanze zu schaffen.

In folgendem Boden fühlt sich der Blauregen am wohlsten:

  • humose, nährstoffreiche Erde
  • gut wasser- und luftdurchlässig
  • mäßig feucht
  • pH-Wert: zwischen 6.0 und 7.0

Zur Vermeidung von Staunässe, sollten Sie einen Bodenbereich auswählen, der nicht durch stehendes Wasser aus der Umgebung zu nass ist, wie das zum Beispiel an Bach- oder Teichrändern der Fall ist. Auch in der Nähe von Dachrinnen-Wasserableitungen, die in das Erdreich führen, sollten die Glyzinie nicht eingepflanzt werden. In regenreichen Wochen würde auch hier der Boden konstant nass gehalten und den Pflanzenwurzeln schaden.

Substrat

Weniger Ansprüche stellt der Blauregen an das Substrat. Optimal eignet sich hier ein Produkt, das humusreich und mit Sand oder Lehm angereichert ist. Sand und Lehm saugen überschüssiges Wasser auf, speichern es und halten den Boden insgesamt feuchter, ohne Staunässe zu provozieren sowie durchlässiger. Zudem sollte es sich um ein kalkfreies Substrat handeln, das einen neutralen bis leicht sauren ph-Wert aufweist.

Blauregen, Wisterie - das Substrat sollte mit Humus und Lehm angereichert sein

Pflanzen

Pflanzzeit

Der perfekte Zeitpunkt zum Einpflanzen der Wisteria ist das Frühjahr nach den Eisheiligen im Mai, wenn der Bodenfrost vorüber ist. Aber grundsätzlich kann sie bis in den Juli hinein eingepflanzt werden.

Pflanzen im Beet

In einem Pflanzenbeet beziehungsweise im Gartenboden fühlt sich die Wisterie am wohlsten, sofern sie dort ausreichend Platz für ihr rasches Wachstum findet und ausreichend Rankstabilität beziehungsweise Kletterhilfe erhält.

Beim Pflanzen in den Gartenboden sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

  • montieren Sie anfangs ein Rankgerüst an eine Wand, um die Wuchsstabilität zu verbessern (Unterpunkt „Rankgerüst“)
  • graben Sie ein Pflanzloch, das mindestens 2.5 Mal so groß ist, wie der Pflanzenballen
  • das Pflanzloch sollte mindestens 50 Zentimeter von der Rankfläche entfernt liegen
  • lockern Sie zusätzlich die Erde bis zu einer Tiefe von circa 60 Zentimeter auf
  • legen Sie eine circa zwei Zentimeter hohe Drainage aus Quarzsand, Kies oder Tonscherben auf den Pflanzboden
  • reichern Sie stark sandhaltige Erde mit Kompost oder alternativ mit Humus an
  • schwerer Erde mischen Sie Sand unter, damit mehr Durchlässigkeit entsteht
  • umzäunen Sie das Pflanzloch mit einem Drahtgitter zum Schutz gegen Wühlmäuse
  • setzen Sie den Pflanzenballen ein und häufeln Sie die Erde nur leicht auf, um den Wachstumstrieb zu erleichtern

Rankgerüst:

  • bei der Befestigung des Rankgerüst muss einen Abstand von mindestens 25 Zentimeter zur Wand vorhanden sein
  • optimale Kletterhilfe: zweistrebig und vertikal ausgerichtete Strukturen
  • die Pflanze nach dem Einpflanzen an den äußeren Spalieren durchleiten
  • Triebe sind nicht durch die Spaliere zu führen
  • weil der Blauregen schnell wächst und an Gewicht zunimmt, müssen die Befestigungen regelmäßig überprüft werden
  • schnüren Befestigungshaken Pflanzenteile ein, müssen diese gelockert werden
  • im dritten Jahr nach Einpflanzung hat die Wisteria ausreichend Eigenstabilität und die Rankhilfe beziehungsweise Befestigungen können entfernt werden

Wisterie ist eine blütenreiche Kletter- und Rankpflanze

Pflanzen im Topf

In einem Kübel eingepflanzt, macht sich der Blauregen ebenso schön, wie im Gartenboden. Hier sollten Sie nur darauf achten, dass der Kübel groß ist, so dass die Wurzeln ausreichend Platz zum Auslegen erhalten. Verwenden Sie beim Einpflanzen in den Topf ein hochwertiges Substrat, wie in der entsprechenden Rubrik bereits beschrieben.

Gehen Sie dann beim Eintopfen ebenso vor, wie beim Einpflanzen in das Beet. Vergessen Sie auch hier nicht die Kletterhilfe anzubringen. Diese müssen Sie aber nicht nach drei Jahren entfernen, denn Sie können die Wisteria auch freistehend ohne Wandhintergrund aufstellen. Hier dient dann das Rankgerüst als Klettergrundlage, die Sie in den Blumenkübel fest einstellen.

Allerdings hält das freistehende Rankgerüst nur bedingt das Gewicht der schnell wachsenden Pflanze, weshalb hier diese nur geringfügig hoch und breit gehalten werden sollte. Einsprechend oft muss ein Rückschnitt erfolgen.

Gießen

Der Wasserbedarf einer Wisterie ist sehr hoch. Vor allem während der Blütezeit fordert sie viel Wasser, weshalb der Wurzelballen gleichmäßig gut feucht gehalten werden sollte, ohne dass Staunässe entsteht.

Den perfekten Zeitpunkt zum Gießen können Sie leicht ermitteln, indem Sie mit dem Daumen in den Boden drücken. Gibt dieser mehr als zwei Zentimeter nach, ist das Bodeninnere feucht genug. Gibt der Boden weniger als zwei Zentimeter nach, muss gegossen werden. Einen Wassermangel erkennen Sie an dem Abfall von Blättern und Blüten.

Düngen

Anspruchslos zeigt sich der Blauregen in Puncto Düngen. Im Frühjahr sollte dem Boden Kompost eingemengt werden, um für einen nährstoffreichen Start in die Blütensaison zu sorgen. Während der Blütesaison kann zusätzlich ein flüssiger Blühdünger verabreicht werden.

Blauregen wächst sehr rasch und ist pflegeintensiv

Schneiden

Um eine üppige Blütenpracht zu gewährleisten, ein unkontrolliertes Auswachsen des Blauregens zu verhindern und eine feste Stabilität zu erzielen, ist ein regelmäßiges Schneiden unbedingt erforderlich. Ein Schneiden in den ersten drei Jahren legt die Wachstumsrichtung fest und sorgt für einen dichten, kraftvollen Wuchs.

Schneiden im ersten Jahr:

  • die mittleren Triebe der Glyzinien nach dem Einpflanzen im Frühjahr um ein Drittel zurückschneiden
  • die Seitentriebe werden dabei vollständig gekürzt
  • im Juni werden alle neuen Triebe um die Hälfte gekürzt
  • der Leitstamm bleibt vom Schneiden ausgenommen

Schneiden im zweiten Jahr:

  • im Februar sind alle Neutriebe bis auf vier Augen zurückzuschneiden
  • im Juni sind alle Neutriebe um ein Drittel zu kürzen
  • der Stammtrieb wird im Juni erstmals auf die gewünschte Höhe geschnitten, um das seitliche Austreiben anzuregen

Schneiden im dritten Jahr:

  • im Frühjahr werden erneut alle Triebe bis auf vier oder fünf Augen gekürzt
  • im Juni sind alle Seitenäste des Stammes abzuschneiden
  • der Stammtrieb wird im Juni auf die gewünschte Höhe geschnitten

Ab dem vierten Jahr erfolgen nur noch die Erhaltungs- und Verjüngerungsschnitte wie folgt:

  • Februar: Kronenäste bis auf drei Augen kürzen
  • Juni bis August: neue Triebe bis auf circa 50 Zentimeter zurückschneiden

Ende November:

  • erneut Neutriebe zurückschneiden
  • alte Triebe mit lichtem Laubwuchs abschneiden
  • untere Seitentriebe bis Stammnähe kürzen

Blauregen - das regelmäßige Schneiden ist sehr wichtig

Überwintern

Die erwachsene Wisteria ist winterhart und benötigt in der Regel keine besonderen Maßnahmen für eine Überwinterung. Nur Jungpflanzen sollten vor kalten Winden geschützt werden. Jungpflanzen in Kübeln können isolierende Platten, wie zum Beispiel Styropor, untergelegt werden, damit die Wurzel vor eisigen Bodentemperaturen geschützt werden.

Bei extremen Minustemperaturen empfiehlt es sich grundsätzlich die Boden- und Substratoberfläche dick auch bei den erwachsenen Pflanzen mit Kompostmulch zu belegen und darüber eine Schicht Stroh oder Reisig aufzutragen.

Vermehren

Das Vermehren der Wisteria gestaltet sich nicht ganz einfach. Für eine Vermehrung durch selbst entnommenen Samen müssten Sie unter Umständen jahrelang warten, bis sich die ersten Blüten zeigen. Anders wäre dies, wenn Sie Ihren Blauregen veredeln würden, was aber für unerfahrene Hobbygärtner aufgrund des fehlenden Fachwissens in Kombination mit Erfahrungen in diesem Bereich, nur sehr schwer erfolgreich durchzuführen ist.

Bei der Vermehrung durch Stecklinge ist die Erfolgsquote so gering, dass auch dieses Verfahren in der Regel keine Anwendung findet. Um dennoch die wunderbare Pflanze zu vermehren, können Sie so genannte Absenker heranziehen.

Absenker

Zur Vermehrung durch Absenker, gehen Sie wie folgt vor:

  • suchen Sie einen langen Trieb aus, der sich bis Bodennähe vertieft
  • ritzen Sie die untere Holzrinde im unteren Bereich ein oder schaben Sie dort die Rinde ab
  • füllen Sie hier nun Erde auf, so dass die angeritzte beziehungsweise abgeschabte Stelle circa 15 Zentimeter hoch bedeckt ist
  • verwenden Sie frische, humus- und nährstoffreiche Erde
  • halten Sie den Boden konstant mäßig feucht
  • Wurzelbildung: zwischen zwei und vier Wochen
  • nach der Wurzelbildung trennen Sie den Trieb vom Mutterstamm
  • pflanzen Sie den Absenker nun an einen optimalen Standort
  • neue Triebe sollten Sie regelmäßig schneiden, wie in der Rubrik „Schneiden“ beschrieben
  • optimaler Zeitpunkt für die Absenker-Vermehrung: zwischen Mai und Juni

Blauregen, Wisteria, Wisterie zeigt eine üppige Blütenpracht

Krankheiten

Die Glyzinie zeigt sich in Puncto Krankheiten sehr robust und für sie charakteristische Krankheitsanfälligkeiten sind nicht gegeben. Dennoch können einige Erkrankungen auftreten.

Wurzelfäule

Bei Staunässe kann eine Wurzelfäule entstehen, gegen die Sie in der Regel nichts unternehmen können, außer nasse Erde gegen trockene auszutauschen und den Erdbereich über einige Tage gut austrocknen zu lassen. Mit ein wenig Glück stoppt die Wurzelfäule und die Wurzel erholt sich wieder ausreichend für ein Wachstum.

Mehltau

Bei dieser Erkrankung breitet sich ein Pilz aus, der sich je nach Mehltauart auf den unteren oder oberen Blattseiten ausbreitet. Es bildet sich ein weißlicher Sporenteppich, die Blätter verkümmern, vertrocknen und sterben ab. Hier können Sie effektiv mit einem altbewährten Hausmittel dagegen vorgehen: der Seifenlauge.

Bei kleineren Blauregen-Exemplaren wischen Sie die Blätter mit der Seifenlauge ab. Umfangreiche, große Gebilde sprühen Sie großzügig mit der Seifenlauge ein und wiederholen den Vorgang zwei- bis dreimal im wöchentlichen Abstand. Wer es einfacher wünscht, bedient sich eines speziellen Fungizids.

Schädlinge

Wühlmäuse

Die kleinen Plagegeister machen sich liebend gern an Jungpflanzen zu schaffen, so auch an Glyzinien. Hier sollten Sie vorbeugende Maßnahmen ergreifen und entsprechende Gitterzäune zum Schutz vor Wühlmäuse in das Pflanzloch setzen.

Haben sich die Nager bis ins Erdloch vorgearbeitet, können zahlreiche und erfolgversprechende Methoden zur Vertreibung eingesetzt werden. Die Auswahl erstreckt sich von Ultraschallgeräten über Klapperräder bis zu speziellen Gasen, die sich in Pflanzennähe ausbreiten und Wühlmäuse verscheuchen. Alternativ können Sie mit Lebendfallen und Ködern wie Sellerie oder Möhren, aufstellen.

Blattläuse

Blattläuse werden von frischen, grünen Blättern angezogen, die ihnen als Nahrungsquelle dienen. Die kleinen, weißen, creme-beige farbigen Plagegeister sind mit dem bloßen Auge nur schwer zu erkennen. Schnell verwelkende Blätter und Verfärbungen sind typische Anzeichen für einen Blattlausbefall.

Den Blauregen können Sie effektiv mit einer Seifenlauge und einem Tropfen Spiritus von Blattläusen befreien. Wischen Sie die Triebe und Blätter entweder mit der Seifenlauge ab oder bedienen Sie sich einer Spitzpumpe, mit der Sie vor allem große  Glyzinien besser behandeln können.

Blauregen ist winterhart und wächst bis 30 m hoch

Sorten

Insgesamt sind bis zu zehn verschiedene Arten der Wisteria erhältlich.

Folgende Arten zählen zu den weit verbreitetsten und beliebtesten Exemplaren:

Chinesischer Blauregen (Wisteria sinensis)

  • ist eine Schlingpflanze, die über extrem riechende, weiße Blüten verfügt

Japanischer Blauregen (Wisteria floribunda)

  • zeigt sich mit dezent duftenden, violetten oder rosafarbigen Blütentrauben von bis zu 70 Zentimetern