Yucca-Palme schneiden

Steht der Yucca genügend Raum zum Entfalten zur Verfügung, dann wachsen die Blätter ausladend und die Palme entwickelt ihre volle Pracht. Bei guter Pflege und idealen Bedingungen wächst die Pflanze jedoch schon bald bis an die Decke, wodurch das Kürzen notwendig wird. Im Folgenden finden Sie eine ausführliche Beschreibung zum Kürzen der Yucca-Palme, zum Abschneiden der Blätter und zur Gewinnung von Ablegern.

Warum schneiden?

Zur Pflege von Pflanzen gehört das Beschneiden. Es werden unterschiedliche Situationen unterschieden: Zum einen ist es erforderlich, regelmäßig braune oder gelbe Blätter abzuschneiden. Die Pflanze wird gekräftigt, da sie durch das Beschneiden nur noch intakte Blätter versorgen muss. Ist die Yucca zu groß geworden, dann muss sie gekürzt werden. Hierbei werden kleinere oder größere Teile der Pflanze abgeschnitten.

Besonders gravierend ist es, wenn sich der Stamm bereits gekrümmt hat und nicht mehr gerade nach oben wächst. Er kann sich drehen, zum Hauptstamm zurück gelangen und mit ihm verwachsen. Es daher wichtig, rechtzeitig zu handeln und der Pflanze genügend Raum zur Entfaltung zu bieten. Abgeschnittene Yucca-Teile können als Ableger genutzt werden. Mit wenig Aufwand lassen sich neue Pflanzen großziehen und die Pflanze vermehrt sich.

Wann schneiden?

Wann ist es erforderlich, die Yucca-Palme zu kürzen?

Die Blätter sollten nicht an die Fensterscheibe stoßen, da ansonsten durch das Sonnenlicht Verbrennungsstellen entstehen können. Ist die Pflanze bereits so groß, dass sich diese Situation nicht vermeiden lässt, dann ist das Kürzen in jedem Fall notwendig. Durch einen schief gewachsenen Stamm kann außerdem das Gleichgewicht in Gefahr geraten. Die Yucca kann nicht mehr alleine stehen, da an einer Seite ein Übergewicht entsteht.

Der Frühling als idealer Zeitpunkt für Kürzen

Yucca-Palmen können am besten im Frühjahr gekürzt werden. Ist abzusehen, dass der Frühling einsetzt und es sonnig sowie warm bleibt, dann ist der passende Zeitpunkt für das Großziehen von Ablegern. Allerdings muss beachtet werden, dass sich die Pflanzen nach der dunklen Jahreszeit an die stärker werdende Sonne gewöhnen müssen. Sobald die ersten Frühlingsstrahlen einsetzen, sollte rund 14 Tage abgewartet werden, damit sich die Yucca an die veränderten Bedingungen gewöhnen kann.

Fällt der Wechsel zu gravierend aus, dann muss kurzzeitig für eine künstliche Verdunklung gesorgt werden. Hierbei sind jedoch der genaue Standort und die Intensität der Sonne wichtig. Generell ist es anzuraten, die Yucca einmal pro Jahr zu schneiden und Ableger zu gewinnen.

Kann die Palme auch im Sommer oder im Winter gekürzt werden?

Grundsätzlich ist es auch möglich, die Yucca außerhalb des Frühlings zu kürzen. Allerdings treibt die Pflanze im Frühling schneller aus und wächst besser, sodass viele Gärtner diesen Zeitpunkt gezielt auswählen. Gerade das Abschneiden von großen Stücken am Hauptstamm stellt eine Belastung für die Yucca da und Frühling ist die vorhandene Kraft am größten.

Es sollte stets ein kräftiger Wurzelballen vorhanden sein, damit die Pflanze genügend Wasser und Nährstoffe aus dem Boden ziehen kann und gestärkt wird. Kranke Pflanzen oder Yuccas mit einem zu kleinen Wurzelballen sollten nach Möglichkeit nicht beschnitten werden sondern es muss erst einmal für eine Phase der Erholung gesorgt werden. Auf der anderen Seite sind abgefaulte Blätter auch eine Belastung und müssen entfernt werden.

Werkzeug

In diesem Fall ist es ebenfalls dringend notwendig, die Palme zu beschneiden. Schließlich sind auch optische Gründe ausschlaggebend: Durch das Kürzen kann die gewünschte Form erhalten werden. Oberhalb der Yucca sollte genügend Raum verbleiben, sodass sich die Palme ungehindert entfalten und wachsen kann. Die Anleitung für das Kürzen der Palme und die Vermehrung durch Ableger folgt im Anschluss.

Das Werkzeug und die Hilfsmittel für das Kürzen der Palme:

  • Tontöpfe mit Untersetzern
  • 20 Liter Blumenerde
  • eine Dose Baumwachs
  • ein Messer aus der Gärtnerei oder Laubsäge
  • Brotmesser
  • kleineres Messer
  • Wasser
  • Gießkanne
  • Leiter

Alternativen: Der Stamm der Yucca-Palme kann recht dick und verholzt sein. Aus Sicherheitsgründen ist es wichtig, auf ein gutes Messer zu achten. Das Arbeiten geht leicht und zügig voran, gleichzeitig sinkt die Gefahr des Abrutschend. Theoretisch ist es möglich, ein stabiles Haushaltsmesser zu verwenden, die Schneidfläche sollte über einen groben Wellenschliff verfügen. Die Laubsäge ist eine günstige Alternative und oftmals bereits im Haushalt vorhanden. Zwei unterschiedliche Möglichkeiten: Anwachsen in Erde und Entwicklung der Wurzeln im Wasser.

Grundsätzlich existieren zwei verschiedene Möglichkeiten, um das Anwachsen der Pflanze zu erreichen. Klassischerweise wird die Palme in Wasser gestellt, damit die Wurzeln ausschlagen können. Die Gefahr des Faulens der Wurzeln ist jedoch bei der Yucca groß. Aus diesem Grunde ist es anzuraten, die abgeschnittenen Teile in der Erde anzuziehen. In beiden Fällen besteht keine Garantie, dass das Vorhaben gelingt, die Chancen stehen jedoch bei der Palme gut. Die Methode des Direkteinpflanzens in die Erde hat sich bewährt und erhöht die Erfolgschancen.

Kürzen

Das Kürzen der Yucca-Palme

Als erstes muss ein großes Stück von der Palme abgeschnitten werden. Es sollte etwas Grün am Stamm belassen werden, damit die gute Optik erhalten bleibt. Das abgetrennte Pflanzenteil wird je nach Größe erneut geteilt. Die oberen Schnittenden müssen mit Baumwachs bestrichen werden. Mit einem Messer lässt sich das Wachs gut verteilen. Das Baumwachs verhindert das Austrocknen der Schnittstellen. Die Masse ist dickflüssig, ähnlich wie Honig, und lässt sich problemlos verstreichen.

Einpflanzen

Das Einpflanzen der abgetrennten Teile

Die unteren Blätter der abgetrennten Teile werden mit dem Brotmesser abgeschnitten. Würden die Blätter am Stumpf verbleiben und die Erde berühren, so könnten sie faulen. Die Pflanzenteile werden nun in den Tontopf gesetzt, welcher zuvor mit Blumenerde befüllt wurde. Um für genügend Halt zu sorgen, sollte der Stumpf mindestens 5 Zentimeter tief in die Erde gesetzt werden. Die Blumenerde wird fest angedrückt. Anschließend muss die Pflanze mit lauwarmem Wasser angegossen werden.

Pflege

Die Pflege der großen Pflanze

Nachdem die Yucca-Palme gekürzt wurde, muss sie nun in den idealen Zustand gebracht werden. Alle nicht erwünschten Teile werden abgeschnitten, wobei vorsichtig agiert werden muss. Es dürfen nicht zu viele Äste auf einmal abgetrennt werden, da dies für die Pflanze zu belastend wäre. Stoßen Teile an die Decke, an die Wand oder das Fenster, dann ist ein Kürzen anzuraten. Verfügen die abgeschnittenen Teile über eine ausreichende Größe, dann können sie in der Erde angepflanzt werden. Auf alle Schnittstellen an der Palme muss nun das Baumwachs aufgetragen werden.

Das Abschneiden von Blättern

Haben sich an der Pflanze braune oder gelbe Blätter gebildet, dann können diese abgeschnitten werden. Das einfache Abreißen ist meistens nicht möglich. Im Falle von vertrockneten Blättern können diese abgezogen werden, der Stamm darf jedoch nicht verletzt werden. Mit einem Brotmesser können unschön aussehende gelbe Blätter relativ leicht abgeschnitten werden. Die Pflanze wird wieder in Form gebracht und kann sich auf die Versorgung der intakten Blätter konzentrieren.

Wie lange dauert das Anwachsen der Teilstücke?

Es dauert einige Wochen, bis die Teilstücke angewachsen sind und der Erfolg fest steht. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass das Vorhaben gelingt. Sollte während des Bewegens der Pflanze oder durch einen anderweitigen Unfall ein Stück der Yucca-Palme abbrechen, dann können diese zufällig entstandenen Stücke ebenfalls eingepflanzt werden. Eine selbst angezogene Yucca kann für den Wintergarten oder auch als Geschenk für Freunde genutzt werden.

Die Pflege in den ersten Wochen

Die Erde in den Töpfen der Ableger muss immer feucht gehalten werden. In den ersten Wochen müssen die neuen Pflanzen daher häufig gegossen werden. Staunässe darf jedoch nicht entstehen. Durch ein gezielt platziertes Loch an der Unterseite des Tontopfes kann das überschüssige Gießwasser abfließen. Das Gießen sollte nicht schwallartig sondern langsam erfolgen. Erst wenn das Wasser in der Erde versickert ist, sollte weiter gegossen werden. Dadurch ist es möglich, die richtige Dosierung zu finden und die Erde sowie die Wurzeln können das Wasser besser aufnehmen.

Tipp: Wird ein Kieselstein auf das Loch gelegt, dann sickert weniger Erde heraus.

Die Mindestgröße für die eingepflanzten Stücke

Es wird empfohlen, dass die Pflanzenteile mindestens 30 Zentimeter groß sein sollten. Sind sie zu kurz, dann kann die neue Yucca-Palme nicht neu auszweigen und das Wachstum wird behindert. Bei genauem Hinsehen können am Stamm kleine Löcher, sogenannte „schlafende Augen“ entdeckt werden. Jeder Ableger sollte über mindestens eine solche Stelle verfügen. Wird die Mindestgröße eingehalten, dann steigt die Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins eines „schlafenden Auges“.

Baumwachs Wundverschluss

Was ist Baumwachs?

Baumwachs wird zum Wundverschluss in der Pflanzenveredlung und beim Baumschnitt genutzt. Es kommt im privaten Bereich und beim landwirtschaftlichen Obstanbau zum Einsatz. Hochwertiges Baumwachs wird aus einer fungizidfreien Harz-Wachs-Kombination hergestellt. Es kann mit einem Spachtel oder einem Messer aufgetragen werden. Das Produkt sollte gut pflanzenverträglich sein. Steht die Palme im Außenbereich, dann ist die Witterungsbeständigkeit des Baumwachses wichtig.

Einige Mittel sind mit einem Fungizid versetzt. Sie beugen einer möglichen Pilzinfektion der Schnittwunde vor. Das Baumwachs kann auch in fester Form angeboten werden. In diesem Fall muss das Produkt zunächst einmal erhitzt werden. Die Pflanzen müssen kopfüber ein das flüssige Wachs getunkt werden, sodass diese Variante für das Schneiden der Yucca-Palme nicht zu empfehlen ist.

Kann Baumwachs selbst hergestellt werden?

Baumwachs kann selbst angefertigt werden.

Ein mögliches Rezept lautet:

  • 1 Kilogramm Pech
  • 150 Gramm Alkohol
  • 75 Gramm Bienenwachs
  • 1 Esslöffel Leinöl

Sowohl bei dem selbst hergestellten als auch bei dem gekauften Baumwachs muss vorsichtig agiert werden. Das Baumwachst ist giftig und darf nicht gegessen werden. Vor allem wenn Kinder in der Nähe sind, ist Vorsicht angebracht. Die Tatsache, dass die Palme meistens am oberen Ende abgeschnitten wird, ist unter dem Aspekt der Sicherheit von Vorteil. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass kein Wachs heruntertropfen oder herunterfließen kann.

Welche Alternativen zum Baumwachs existieren?

Soll kein Baumwachs verwendet werden, dann kann klassisches Kerzenwachs zum Einsatz kommen. Es ist ungiftiger als das Baumwachs, was im Haushalt lebenden Kindern ein großer Vorteil ist. Die Kerze wird angezündet, sodass das Wachs langsam schmelzen kann. Durch Schräghalten der Kerze kann das Wachs nach unten tropfen und bedeckt nach und nach die Schnittfläche. Bereits nach kurzer Zeit kühlt das Wachs ab und die Schnittstelle ist versiegelt. Da das Wachs zunächst flüssig werden muss, dauert es eine gewisse Zeit, bis ausreichend Wachs auf die Schnittstellen gelangt ist.

Schnittstelle versiegeln

Wie lange muss die Versiegelung auf der Schnittstelle verbleiben?

Generell sollte angestrebt werden, die Versiegelung möglichst lange auf der Pflanze zu belassen. Gegebenenfalls ist es notwendig, aufgeplatztes Baumwachs wiederholt aufzutragen. Würde Feuchtigkeit in die Schnittstelle gelangen, dann könnte der Stamm aufquellen, da er sich mit Wasser vollsaugt. In diesem Punkt unterscheiden sich Yucca-Palmen von vielen Bäumen. Der Stamm kann relativ leicht faulen, sollte Wasser eindringen und die Pflanze kann im schlimmsten Fall unwiderruflich geschädigt werden.

Kosten für Vermehrung

Welche Kosten entstehen für die Vermehrung durch Ableger?

Wird davon ausgegangen, dass diverse Hilfsmittel bereits im Haushalt vorhanden sind, dann entstehen für die Vermehrung durch Ableger folgende Kosten.

  • Tontöpfe mit Untersetzern: 1 Euro pro Stück
  • 20 Liter Blumenerde: 3 Euro
  • eine Dose Baumwachs: 9 Euro
  • ein Messer aus der Gärtnerei (20 Euro) oder Laubsäge (5 Euro)
  • Gesamtkosten: 18 Euro bis 37 Euro

Je mehr Ableger gewonnen werden sollen, desto höher sind die entstehenden Kosten. Oftmals sind noch ältere Blumentöpfe vorhanden, die wiederverwendet werden können. Einen großen Anteil an den Kosten nimmt das Baumwachs ein. Für das Versiegeln wird in der Regel keine komplette Dose benötigt, sodass der Rest aufgehoben und wiederverwendet werden kann. Kerzenwachs oder selbst hergestelltes Baumwachs sind günstiger und daher eine gute Alternative.