Yucca-Palme, Palmlilie

Die Yucca-Palme, wegen ihrer lilienartigen Form Palmlilie genannt, ist eine zeitlose Pflanze. Sie zierte einst Hippie-Wohnungen der 60er und verschönert heute moderne Wohnräume. Beliebt und bekannt wurde die Yucca durch ihre exotische Ausstrahlung. Erstaunlicherweise handelt es sich bei dieser Pflanzengattung um ein ‚Spargelgewächs‘ mit Ursprung in Mittelamerika. Trotz ihres großen Selbsterhaltungstriebs kommt die Yucca ganz ohne menschliche Pflege nicht aus.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Asparagaceae (Spargelgewächse)
  • Gattung: Yucca (3 Grundarten, 59 Arten insgesamt)
  • Trivialnamen: Blaugrüne Palmlilie (Yucca Glauca)
  • Herkunft: Mittelamerika, vor allem Mexiko
  • Form: buschartig, kugelförmig im Gesamtbild mit schwertähnlichen Einzelblättern
  • Wuchshöhe: zwischen 1 und 5 m
  • Blütezeit: April bis Juni, Blüte in unseren Breitengraden selten
  • Temperatur: artenabhängig, 18 – 22 Grad Celsius ideal

Yucca-Palmen gehören zu den pflegeleichten Pflanzen, die zu jeder Zeit für üppiges Grün in jedem Raum sorgen. Ihrer Herkunft nach aus dem warmen Mittelamerika mögen sie es im Sommer auch gerne im Freien an einem luftigen Ort. Der Name Yucca soll aus einer Verwechslung heraus entstanden und dem mexikanischen Ort ‚Yucatan‘ zugeordnet worden sein. Gute Pflege dankt sie mit einer üppigen exotischen Blätterpracht und erfreut auch den Pflanzenfreund ohne ‚Grünen Daumen‘ über viele Jahre.

Die Yucca filamentosa hat sich zunehmend durch ihren Ruf als Einsteiger-Pflanze einen guten Namen gemacht. Mit ihrer dekorativen exotisch-eleganten Ausstrahlung wirbt sie geradezu um Pflege. Mit der nachfolgenden Pflegeanleitung lebt die Yucca mit ihren Besitzern und nicht neben ihnen.

Yucca-Palme, Palmlilie - eine zeitlose Pflanze

Die Pflegeleichtigkeit der Palmlilie erklärt sich dadurch, dass sie sich in den kargen Umweltbedingungen von Mittelamerika immer wieder neu behaupten muss. Somit erträgt sie sowohl Sonne als auch ein gewisses Maß an Kälte, da einige Yucca-Arten auch in den kühlen Bergregionen Mexikos vorkommen.

Pflege

Die wenig anspruchsvolle Pflanze benötigt dennoch ein gewisses Maß an Zuwendung, damit sie umso prächtiger gedeihen kann. In Mittelamerika gilt die Yucca als wildwachsende Pflanze, leistet aber auch als Zimmerpalme gute Dienste.

Unwahrscheinlich dagegen ist es, die Yucca in unseren Breitengraden und im Haus zum Blühen zu bringen. Dies geschieht eher in der freien Natur in USA und Mexico, weil dort die sogenannten Yucca-Motten bei der Bestäubung helfen und das Klima ein anderes ist.

Standort

Unterschieden wird bei den Yucca-Palmen zwischen 3 Grundarten, der reinen Zimmerpflanze, der winterfesten Garten-Palmlilie sowie einer Zimmer-Yucca, die es im Sommer durchaus gerne draußen mag in reiner frischer Luft. Insgesamt gibt es sogar 59 Arten der Yucca, was sich sowohl in ihrer Form mit kurzem oder längerem Stamm, kugelförmigem oder langförmigem Wuchs sowie in der Temperaturempfindlichkeit auswirkt.

Winterharte Yucca-Palmen wie die filamentosa oder baccata vertragen Außentemperaturen von bis zu -30 Grad Celsius. Der Standort der Yucca ist für ihre Entwicklung lebenswichtig. Licht heißt das Zauberwort für üppigen Blattwuchs an der Palmlilie und Wachsen des Palmenstamms. Selbst starke Sonneneinstrahlung verträgt die Yucca gut, ist manchmal darauf sogar angewiesen.

Substrat

Das ideale Substrat für die Yucca-Palme ist locker und kann viel Feuchtigkeit aufnehmen und speichern. Dies hat den Vorteil, dass sie auch überlebt, wenn sich längere Zeit niemand um sie kümmern kann, beispielsweise wenn der Yucca-Besitzer auf Reisen ist. Eine Mischung aus Sand, etwas Erde und Kompost reichen zur Versorgung der Pflanze aus. Auch Hydrokultur ist ideal und eine saubere Angelegenheit.

Pflanzen

Pflanzzeit und Stecklinge

Von Großer Bedeutung für das Gelingen der Aufzucht der Yucca ist die richtige Herangehensweise in nachstehender Reihenfolge.

  • Erster Schritt: Stecklinge in wenig Wasser setzen
  • Unterstützende Hilfsmittel: Bewurzelungspulver
  • Pflanzzeit: Kübelpflanzen: später Winter oder Frühling; Garten: Frühlingsanfang
  • Keimende Samen: mit Keim nach oben in Topf oder Gartenerde setzen
  • Erde: Erde-/Sand-Mischung
  • Gießen: in Maßen

Yucca-Palme auch Blaugrüne Palmlilie genannt

Die Yucca im Gartenbeet

Man kann die Yucca direkt ins Gartenbeet stellen. Besonders, wenn die Beete nach Sommerende etwas unschön aussehen, wirkt die Palmlilie wie eine schöne Dekoration. Und für die Yucca kommt der ‚Gartenaufenthalt‘ einer Kur gleich, wenn diese zu viel Zeit in dunklen oder engen Räumen verbracht hat.

Da die Pflanze regelrecht wuchern kann, ist eine regelmäßige schonende Beschneidung erforderlich, damit sie nicht zu groß wird, unabhängig davon, ob sie im Gartenbeet oder im Topf gedeiht.

Die Yucca-Palme im Topf

Die Yucca benötigt sehr viel Platz. In den ersten Jahren, wenn sich die Wurzeln in den Töpfen ausbreiten, ist ein häufiges Umtopfen in größere Töpfe erforderlich. Beim Umtopfen ist äußerste Vorsicht geboten, damit die Pfahlwurzel nicht beschädigt wird. Diese Wurzel kann bei einigen Yucca-Arten sehr lang werden. Ist die Wurzel ausgereift und die Pflanze gut entwickelt, empfiehlt sich alle drei Jahre ein Umtopfen.

Enge mag die wachsfreudige Yucca überhaupt nicht. In den ersten ein bis zwei Jahren ist die Pflanze sehr empfindlich und damit für den Garten eher ungeeignet, obwohl es auch dort gelungene Palmlilien-Exemplare zu sehen gibt.

Gießen

Da die Pflanze selbst das Einsammeln von Wasser aus dem Substrat übernimmt, wovon sie lange zehrt, ist zu häufiges Gießen eher schädlich als hilfreich und tut der Yucca gar nicht gut. Fäulnis, insbesondere an der wichtigen Wurzel, könnte die Folge sein. Die Palmlilie gedeiht am besten in feuchter, aber nicht zu nasser Erde.

Besonders empfindlich ist die Wurzel. Deshalb empfiehlt es sich, Gefäße zu verwenden, bei denen die Wurzel nicht zu lange im Wasser steht. Neben der ausreichenden Lichtversorgung besteht die Kunst in der Pflege der Yucca in dem Balanceakt, dass sie immer ausreichend Wasser hat, ohne zu ertrinken.

Düngen

Garten-Yucca

Da es sich um eine sehr wachsfreudige Pflanze handelt, ist beim Düngen etwas Vorsicht geboten. Wer seine Yucca-Palmen düngen möchte, sollte berücksichtigen, dass die Palmlilien, die im Garten wachsen, ganz ohne Dünger auskommen.

Mit folgenden Maßnahmen gedeiht die Yucca im Garten richtig:

  • geschützter Standort
  • viel Sonne und Wärme
  • nährstoffreicher, kalkhaltiger, durchlässiger und trockener Boden
  • Vermeiden von Staunässe (besonders im Winter)

Palmlilie - Wuchshöhe zwischen 1 und 5 m

Yucca in Kübeln oder Töpfen

Für Yuccas, die in Kübeln oder Töpfen gehalten werden, ist mäßiges Düngen, besonders während der Wachstumsphase, ratsam. Inzwischen hält der Fachhandel zahlreiche Düngemittel für Yucca-Palmen bereit.

Die wichtigsten Bestandteile im Düngemittel für Palmlilien sind:

  • Kalk
  • Kalium
  • Magnesium

Diese Komponenten mit wachstumsfördernder Wirkung befinden sich unter Umständen bereits im Gießwasser. Falls nicht, finden Sie entsprechende Düngemittel im ausgesuchten Fachgeschäft. An dieser Stelle sollte noch erwähnt werden, dass zu viel Dünger der Palmlilie schadet. Wer kein Palmen-Monstrum im Haus möchte, kann das Wachstum später verlangsamen, indem er nur selten oder gar nicht mehr düngt.

Schneiden

Ein Schneiden der Yucca ist nicht zwingend notwendig. Jeder entscheidet selbst, wie groß er seine Yucca gedeihen lassen möchte. Wird die Pflanze zu groß, schadet es ihr nicht, wenn Teile abgeschnitten werden. Die Teile werden direkt am Stamm abgeschnitten. Das Schneiden kann ganzjährig erfolgen, jedoch ist ein Schneiden für die Yucca im Frühjahr von Vorteil.

Vermehren

Die beste Zeit zum Vermehren der Yucca-Palme ist der Frühling. Vermehren lässt sich die Yucca ganz einfach durch Teilen, da sie anschließend sehr schnell neue Triebe entwickelt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Pflanze nicht unter Lichtmangel leidet, weil sie ansonsten zu wenig oder gar keine Blätter auswirft.

Folgende Materialien sind elementar zum Vermehren der Palmlilie:

  • Säge oder scharfes Messer
  • Baum- oder Kerzenwachs
  • Wundverschlussmittel
  • Vase
  • Topf mit Anzuchterde

Zuerst werden mit einem scharfen Messer oder einer Säge die Triebe abgeschnitten. Die ideale Länge der Stecklinge beträgt 25 – 30 cm. Das Bestreichen der Schnittstellen mit Wundverschlussmittel sorgt für eine schnellere Heilung. Anschließend werden die Schnittstellen durch Aufträufeln von Kerzenwachs oder Baumwachs versiegelt. Mit diesem kleinen, aber dennoch wichtigen Schritt wird die Pflanze vor dem Austrocknen bewahrt.

Palmlilie ist eine pflegeleichte Pflanze

Die Palmlilie kann auf jede beliebige Höhe gekürzt werden. Dies gilt auch für den Fall, wenn kein Blattwerk mehr vorhanden ist. Nach einigen Wochen treiben die Pflanzen aus den sogenannten „schlafenden Augen“ wieder aus.

Die abgeschnittenen Stecklinge werden nun in ein Glas oder eine Vase mit Wasser gestellt. Zu beachten ist, dass keine Blätter ins Wasser eingetaucht sind. Später werden die 20 – 30 cm großen Teilstücke in lockere Erde gesteckt und dort optimaler Weise gemeinsam mit der Pflanze vermehrt. Nach dem Rückschnitt dankt es die Yucca-Palme, wenn sie im Halbschatten im Freien stehen darf.

Überwintern

Das Klima in unserem Lande entspricht nicht dem ihres natürlichen Lebensraumes. Dies macht eine Überwinterung mit viel Sorgfalt erforderlich. Die Pflanze bevorzugt trockene bis leicht feuchte hohe Temperaturen, einige Arten sind jedoch winterhart. Das Zusammenbinden und Einwickeln in eine Decke kann beim Überwintern helfen.

Auf keinen Fall darf die Pflanze selbst unter der Decke zu feucht oder nass werden. Jede Yucca benötigt eine gewisse Anpassungsphase an den Winter. Wenn es früher dunkel wird und die Temperaturen sinken, kann es zum Einrollen oder Schrumpfen der Blätter kommen, weil die Pflanze automatisch ihren Stoffwechsel zurückfährt.

Krankheiten

Die falsche Vorgehensweise während der Überwinterung der Yucca-Palme im Haus ist häufige Ursache für viele Krankheiten. Verschiedene Vorkehrungen müssen deshalb sorgfältig getroffen werden. Idealerweise wird die Yucca in einem hellen und kühlen Raum mit einer Raumtemperatur zwischen 5 und 10 Grad überwintert. Je niedriger die Temperaturen sind, umso weniger soll gegossen werden, um ein Faulen der Wurzel zu verhindern.

Zwingend erforderlich, damit die Palmlinie den Winter übersteht, ist die regelmäßige Zufuhr von Frischluft sowie die stetige Überprüfung auf Schädlingsbefall, der überwiegend im Winter auftritt. Zu den hartnäckigsten Schädlingen gehören Spinnmilben und Schildläuse, die sich häufig in den Blättern der Pflanze verirren. Steht die Palme an einem zu warmen Standort, ist sie zusätzlich geschwächt und wird anfälliger für Schädlinge. Dann kann ein Wechsel des Standortes, gegebenenfalls kombiniert mit Umtopfen, die Lösung sein.