Zamioculcas zamiifolia, Glücksfeder

Als eine der pflegeleichtesten Pflanzen präsentiert sich die luftreinigende Glücksfeder. Sie überzeugt mit dekorativen Fiederblättern, einem exotischen Flair und vor allem mit ihrer Anspruchslosigkeit beim Gießen, Düngen und Überwintern. Sie verzeiht die meisten Pflegefehler und gegen Krankheiten zeigt sie sich nahezu resistent. Die minimalen Ansprüche, die sie stellt, sind in der Schritt-für-Schritt Pflege-Anleitung nachzulesen.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Aronstabgewächse (Araceae)
  • Gattung: Zamioculcas
  • Art: Zamioculcas zamiifolia
  • Trivialnamen: Glücksfeder, Kartonpapier-Palme, Zamie, Zamio
  • Herkunft: Kenia
  • Krautige, ausdauernde Pflanze
  • Wuchshöhe: 30 Zentimeter bis 90 Zentimeter
  • Alle Pflanzenteile sind giftig
  • Helle, kolbenartige Blütenstände
  • Beliebte Zimmerpflanze für Pflanzen-Einsteiger

Die Glücksfeder, die überwiegend als „Zamie“ bekannt ist, ist perfekt für Pflanzenliebhaber geeignet, die über keinen „grünen Daumen“ verfügen und immer wieder Pech mit Pflanzen haben, oder für Blumenliebhaber, die nicht viel Zeit für die Pflege aufbringen möchten. Die dekorative Zamioculcas zamiifolia benötigt nicht viel Aufmerksamkeit und nur einen geringen Pflegeaufwand.

Zamioculcas zamiifolia, Glücksfeder

Durch ihr sattes Blattgrün füllt sie farblose Orte mit einer besonderen Farbfrische und lässt sich im Handumdrehen vermehren. Alles, was Sie dazu wissen müssen, können Sie der Experten-Pflege-Anleitung entnehmen.

Pflege

Anspruchslos, robust und sehr großzügig bei vielen Pflegefehlern, zeigt sich die Zamioculcas zamiifolia (Glücksfeder). Doch kommt es bei der Pflege zu dauerhaften, groben Fehlern, ist auch das Leben dieser Grünpflanze beschränkt. Um dies zu verhindern, sollten Sie einige Pflegedetails beachten, die sich in dieser Pflege-Anleitung bis hin zur Vermehrung und Schädlingsbekämpfung erstrecken.

Standort

Kaum eine Pflanze fühlt sich in unterschiedlichen Lichtverhältnissen so wohl, wie die Glücksfeder. Ob an einem sonnigen Plätzchen, im Halbschatten oder an einem schattigen Ort, die Zamio wächst überall gleich üppig und gesund. Lediglich die pralle Mittagssonne mag sie nicht. Die Morgen- und Abendsonnen hingegen liebt sie.

Beachten Sie dabei, dass helle und warme Standorte das Wachstum am besten fördern, während dunklere Standorte einen tiefgrünen Farbton der Blätter begünstigen. Zudem sollten Temperaturen von mindestens 16 Grad Celsius vorliegen. Im Winter hat die Pflanze gern eine höhere Luftfeuchtigkeit, womit Sie zusätzlich einem Schädlingsbefall vorbeugen können. Im Gartenbeet oder im Kübel auf dem Balkon, fühlt sie sich ebenso wohl, wie als Zimmerpflanze.

Bodenbeschaffenheit

Der Boden bildet die Basis für die Versorgung der Glücksfeder.

Aus diesem Grund sollte er einige Kriterien erfüllen:

  • fruchtbar und durchlässig sein
  • neutralen bis leicht sauren pH-Wert von maximal 6.5 aufweisen
  • Sand oder Lehm beinhalten
  • keine Dauerfeuchtigkeit wie an Teich- oder Bachrändern, besitzen

Zamioculcas zamiifolia - eine pflegeleichte Pflanze

Substrat

Wenngleich sich die Zamioculcas zamiifolia (Glücksfeder) tolerant gegenüber der Kulturbedingungen zeigt, so sollten Sie dennoch auf ein hochwertiges Substrat zurückgreifen, da herkömmliche Blumenerde zur Schimmelbildung neigt sowie oft sackt und die Wurzeln freilegt. Diese können dann nicht mehr gleichmäßig feucht gehalten werden.

Als optimales Substrat eignen sich Produkte auf Kompostbasis. Zusätzlich sollte ein Sand- oder Lehmanteil beinhaltet sein, da diese die Durchlässigkeit verbessern und die Verhinderung von Staunässe unterstützen. Tongranulat ist eine Alternative zu Sand sowie Lehm und speichert zudem Feuchtigkeit.

Pflanzzeit

Ins Freie kann die Zamie erst gepflanzt werden, wenn die Nachttemperaturen konstant 16 Grad Celsius oder mehr aufweisen. Dies ist in der Regel zu Beginn des Sommers der Fall. Ein Umtopfen ist erst nach Beendigung der Winterruhe und nach dem ersten Triebwachstum im März oder April ratsam.

Pflanzen im Beet

Liegen die Außentemperaturen über 16 Grad Celsius, freut sich die Glücksfeder, Zamioculcas zamiifolia über Frischluft auf dem Balkon, der Terrasse, aber vor allem im Gartenbeet.

Beim Einpflanzen ins Beet sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

  • heben Sie ein Pflanzloch aus, das circa die doppelte Größe des Pflanzenballens misst
  • auf dem Boden legen Sie Tonscherben, Kies oder Quarzsand als Drainage aus
  • die Drainage-Schicht sollte mindestens zwei Zentimeter hoch sein, um zuverlässig gegen Staunässe zu wirken
  • mischen Sie den Erdaushub mit Kompost und Sand oder Lehm
  • setzen Sie die Zamio so ein, dass die Wurzelbasis mindestens zwei Zentimeter unterhalb der Erdoberfläche liegen wird
  • füllen Sie den Erdaushub in das Pflanzloch und drücken sie diesen für mehr Stabilität schichtweise leicht an
  • gießen Sie großzügig, provozieren Sie aber keine Überwässerung oder Staunässe
  • gedüngt wird in den ersten vier Wochen nach der Einpflanzung nicht

Pflanzen im Topf

Das Einpflanzen in einen Topf oder Pflanzenkübel sowie das Umtopfen funktioniert in der Vorgehensweise ähnlich, wie das Einpflanzen in ein Beet. Hier sollten Sie lediglich darauf achten, dass Sie eine circa zwei Zentimeter hohe Distanz zwischen Erdoberfläche und Topfrand einhalten, um ein Überlaufen von Erdschlamm nach dem Gießen zu verhindern.

Ein Umtopfen erwachsener Pflanzen sollte alle zwei bis drei Jahre und spätestens, wenn sich Wurzeln freilegen, vorgenommen werden. Bei Jungpflanzen, die schnell wachsen, ist in den ersten zwei bis drei Jahren ein jährliches Umtopfen empfehlenswert.

Achten Sie bei der Topfwahl darauf, dass es ein Ablaufloch im Boden besitzt. Hier kann überschüssiges Wasser ablaufen und sammelt sich nicht im Topfinneren an, wo es im Anschluss zu einer Staunässe kommt. Ratsam ist es, einen Unterteller zu verwenden. Circa 15 Minuten nach dem Gießen sollte vorhandenes Restwasser auf dem Teller abgeschüttet werden.

Glücksfeder stammt aus Kenia

Gießen

Die Zamie (Glücksfeder) besitzt einen bescheidenen Wasserbedarf. Grundsätzlich gilt, dass sie besser trockener, als zu feucht gehalten wird. Das ergibt sich daraus, dass die Rhizome Wasser speichern und dieses beanspruchen, wenn keine Feuchtigkeit über die Erde gezogen werden kann. Sollten Sie das Gießen also einmal vergessen, wird dies keine Auswirkungen haben. Selbst wenn sich bereits gelbe Blätter bilden, führen Sie das Gießen wie gewohnt weiter fort und die Zamio erholt sich schnell.

Beim Gießen sollten Sie zusätzlich beachten, dass der optimale Zeitpunkt dann vorliegt, wenn die Erdoberfläche angetrocknet ist. Gießen Sie gemäßigt, so dass die Wurzeln nicht durchnässen und vor allem keine Staunässe entsteht. Im Winter reduziert sich der Wasserbedarf, aber ein Besprühen ist empfehlenswert (sehen Sie dazu die Rubrik „Überwinterung“).

Düngen

Dünger verleiht der Glücksfeder mehr Kraft durch eine Nährstoff- und Mineralzufuhr, wenn sich Triebe bilden.

An folgenden Pflegehinweisen sollten Sie sich orientieren:

  • gedüngt wird in einem vierwöchigen Rhythmus ab dem ersten Trieb im März/April, bis Oktober
  • optimal eignet sich ein Flüssigdünger speziell für Grünpflanze
  • richten Sie sich strikt an die Dosierungsanweisung auf dem Düngeprodukt
  • ist sie im Gartenbeet eingepflanzt, empfiehlt sich eine Düngung mit Kompost
  • gießen Sie nach dem Düngen

Schneiden

Die Pflegeleichtigkeit der Zamio zeigt sich auch beim Schneiden, denn dies ist überflüssig. Sollte die Pflanze zu groß werden, erreichen Sie einen Wachstumsstopp durch Teilung der Wurzeln. Wie Sie dabei vorgehen sollten, ist in der Rubrik „Vermehrung“ ausführlich geschildert.

Ist ein Blatt verwelkt, fällt dies in der Regel selbst ab oder Sie können es abknicken. Hier ist ein Schneiden ebenfalls nicht notwendig.

Überwintern

Die Zamioculcas zamiifolia, Glücksfeder ist nicht winterhart und benötigt eine Winterpause von November bis März. Damit sie im kommenden Frühjahr wieder prächtig gedeihen kann, darf die Zamie nicht kälter als 16 Grad Celsius stehen und muss gegebenenfalls aus dem Freien ins Warme geholt werden. Der Wasserbedarf sinkt während der Winterruhe, weshalb sie nur gelegentlich gegossen werden muss.

Aber achten Sie darauf, dass der Pflanzenballen nicht austrocknet.Trockene Heizungsluft begünstigt einen Parasitenbefall. Deshalb empfiehlt es sich, die die Pflanze regelmäßig während der Ruhephase auf Schädlinge zu kontrollieren. Verzichten Sie bis zum Ende der Winterruhe im März auf eine Düngung und passen Sie die Gießmenge ab diesem Zeitpunkt wieder dem erhöhten Wasserbedarf an.

Zamioculcas zamiifolia mit sattgrünen Blättern

Vermehren

Durch die Pflegeleichtigkeit sowie luftreinigenden Eigenschaften, verwundert es nicht, dass meist mehrere Exemplare gewünscht werden. Hier bietet sich eine Vermehrung an, die drei Variationen zur Auswahl stellt.

Teilung

Der perfekte Zeitpunkt zur Vermehrung durch Teilung ist, wenn Sie die Pflanze umtopfen.

Gehen Sie wie folgt dabei vor:

  • befreien Sie den Wurzelstock von alter Erde
  • trennen Sie diesen in gleich große Teile
  • verwenden Sie ein scharfes, desinfiziertes Messer
  • pflanzen Sie alle Teile in frisches Substrat
  • halten Sie die Erde gleichmäßig feucht
  • verhindern Sie ein Durchnässen der Wurzeln
  • gedüngt wird erst im Folgejahr

Blattstecklinge

Geduldiger müssen Sie bei der Vermehrung durch Blattstecklinge sein, die aber ebenso simple ist, wie die durch Teilung.

Gehen Sie dabei Schritt für Schritt vor:

  • suchen Sie sich ein Fiederblatt aus, das reif und gesund ist
  • schneiden Sie mit einer scharfen Rasierklinge oder einem desinfizierten Teppichmesser einen Blattstreifen ab
  • füllen Sie einen Anzuchtkasten mit Anzuchterd
  • stecken Sie den abgeschnittenen Blattteil mit der Schnittseite circa einen Zentimeter in die Anzuchterde
  • halten Sie die Anzuchterde gleichmäßig feucht
  • optimale Anzucht-Temperatur: circa 22 Grad Celsius
  • Standort: halbschattig ohne direkte Sonneneinstrahlung

Durch das offene Blattgewebe entstehen in ein paar Monaten kleine Knollen, aus denen nach rund drei bis vier Wochen Wurzeln heraus wachsen. Meist sprießen mehrere neue Pflänzchen empor, die Sie ab einer Größe von zwei oder drei Zentimetern vom Mutterblatt trennen müssen und die Sie einzeln in normales Substrat einpflanzen können. Ab hier beginnt die Pflege in gleicher Weise, wie für erwachsene Glücksfedern.

Stecklinge

Ähnlich wie bei den Blattstecklingen, verläuft es mit der Stecklings-Anzucht.

  • schneiden Sie ein Blatt ab, das mindestens drei oder vier Fiederblätter besitzt
  • stellen Sie den Steckling in ein mit Wasser gefülltes Glas und platzieren Sie es an einem halbschattigen Ort
  • vermeiden Sie eine direkte Sonneneinstrahlung
  • wechseln Sie das Wasser mindestens alle drei Tage
  • nachdem sich eine Knolle und daraus ein starkes Wurzelsystem gebildet haben, topfen Sie die Jungpflanze um
  • verwenden Sie ein Substrat, wie in entsprechender Rubrik beschrieben
  • bei gleichmäßiger Feuchte zeigt sich nach einigen Monaten der erste Trieb
  • es sollte im ersten Jahr nicht gedüngt werden
  • empfohlene Raumtemperatur: circa 22 Grad Celsius

Seitensprossen

Eine andere Variante der Vermehrung kann über die Seitensprossen oder auch Kindel genannt, erfolgen. Diese sind vor allem bei älteren Pflanzen zu finden, bei denen sich aus dem Rhizom Seitensprossen bilden. Zu erkennen sind diese an ihrer Optik, die ähnlich wie die der Mutterpflanze ist, allerdings deutlich kleiner.

Zum Vermehren gehen Sie wie folgt vor:

  • trennen Sie einen Seitenspross mit einem scharfen Messer direkt am Haupttrieb
  • achten Sie darauf, dass der Seitenspross mindestens drei bis vier eigene Blätter besitzt
  • füllen Sie einen Anzuchtkasten oder kleinen Topf mit Anzuchterde
  • stecken Sie das Kindel circa bis zur Hälfte in die Erde
  • stellen Sie das Pflanzgefäß an einen halbschattigen Ort mit einer Temperatur zwischen 18 Grad Celsius und 23 Grad Celsius
  • halten Sie die Erde konstant mäßig feucht
  • Anzuchtdauer: zwischen vier und sieben Monate
  • haben sich eine Knolle und anschließend Wurzeln gebildet, kann die Jungpflanze in normales Substrat umgetopft werden

Zamioculcas zamiifolia auch Kartonpapier-Palme genannt

Krankheiten

Bei der Zamioculcas zamiifolia (Glücksfeder) treten meist nur Krankheiten auf, die auf eine unzureichende oder falsche Pflege zurückzuführen sind.

Wurzelfäule

Wenn sich die Blätter gelb färben, die Stiele sich nach unten neigen und ein unangenehmer Geruch aus der Erde hoch steigt, dann handelt es sich in der Regel um eine Wurzelfäule. Diese entsteht, wenn die Pflanze dauerhaft zu nass gehalten wird beziehungsweise eine Staunässe vorliegt.

Hier können Sie unkompliziert Abhilfe schaffen, wenn Sie frühzeitig die Wurzelfäule erkennen. Heben Sie die Glücksfeder aus der Erde und legen Sie die Wurzeln frei von Erde. Wo bereits Schimmel angesetzt hat, schneiden Sie den gesamten Wurzelteil bis zur Basis ab. Wurzeln, die stark durchweicht sind, kürzen Sie circa um ein Drittel und lassen Sie den Wurzelballen für circa 24 Stunden bei Zimmertemperatur trocknen.

Wechseln Sie die durchnässte, alte Erde gegen frische, trockene Erde aus und  pflanzen beziehungsweise topfen Sie die abgetrocknete Zamie wieder ein. Halten Sie die Erde in den ersten zwei bis drei Tagen geringfügig, aber gleichmäßig feucht. Danach können Sie mit der gewohnten Pflege fortfahren, halten Sie aber die Erde deutlich trockener. Ein Düngen ist in den ersten vier bis sechs Monaten nicht notwendig.

Schädlinge

So resistent sich die Glücksfeder gegen Krankheiten zeigt, gegen Schädlinge ist sie nur bedingt gefeit. Wenngleich zahlreiche Parasiten kein Interesse an der giftigen Pflanze zeigen, so macht ein Schädling kein Halt vor ihr.

Spinnmilbe

Die Spinnmilbe kommt bei der Zamioculcas zamiifolia überwiegend in den Wintermonaten vor, wenn Heizungsluft für ein trockenes Raumklima sorgt. Wenn sich weiße spinnennetzartige Gebilde unterhalb der Blätter bilden, lässt dies auf einen Spinnmilbenbefall schließen. Hier müssen Sie zügig reagieren und die Zamie unverzüglich aus der Nähe anderer Pflanzen nehmen.

Zahlreiche Insektizide zum Sprühen, Gießen oder als Erdsticks sind im Handel als Bekämpfungsmittel gegen Spinnmilben erhältlich. Weniger belastend ist ein altes Hausmittel, das ebenso effektiv wirkt.

Dazu duschen Sie die Zamie kräftig ab und stellen Sie sie in eine transparente Müll- oder Plastiktüte, welche Sie luftdicht verschließen. Platzieren Sie die Pflanze für zwei oder drei Tage an einem hellen Ort und befreien Sie sie dann aus dem Kunststoffumhüllung.  Die Spinnmilben sollten nun abgestorben sein

Sorten

Die Glücksfeder ist die einzige Art dieser Gattung. Untersorten sind ebenfalls bisher nicht bekannt.